Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
20 Damals kam die Mutter der Zebedäussöhne mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm erbitten. 21 Er aber fragte sie: Was willst du? Sie antwortete ihm: Sage, dass diese meine beiden Söhne in deinem Reich zu deiner Rechten und zu deiner Linken sitzen dürfen. 22 Jesus antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 23 Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte er zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben; es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.
Oder: Ihr wisst nicht, was ihr bittet; das heißt so viel wie: Ich habe euch zu Meiner Rechten von Meiner Linken weg berufen, und nun wollt ihr eigenwillig zu Meiner Linken sein. Daher taten sie dies vielleicht durch die Mutter. Denn der Teufel griff zu seinem wohlbekannten Werkzeug, der Frau, damit, wie er Adam durch seine Frau zum Fang machte, er diese durch ihre Mutter trenne. Da aber nun das Heil aller von einer Frau ausgegangen war, konnte das Verderben nicht mehr durch eine Frau unter die Heiligen eindringen. Oder Er sagt: Ihr wisst nicht, was ihr bittet, da wir nicht nur die Herrlichkeit bedenken sollen, die wir erlangen können, sondern auch, wie wir dem Verderben der Sünde entgehen. Denn so im weltlichen Krieg: Wer immer an die Beute denkt, gewinnt kaum den Kampf; sie hätten bitten sollen: Gib uns die Hilfe Deiner Gnade, damit wir alles Böse überwinden.