
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 20
29 Als sie Jericho verließen, folgte ihm eine große Volksschar. 30 Zwei Blinde saßen am Weg. Als sie hörten, dass Jesus vorüberkam, riefen sie: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 31 Die Leute fuhren sie an, sie sollten schweigen. Sie aber schrien noch lauter: Herr, erbarme dich unser, Sohn Davids! 32 Da blieb Jesus stehen, rief sie herbei und sagte: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? 33 Sie antworteten ihm: Herr, dass unsere Augen aufgetan werden. 34 Da berührte Jesus, von Mitleid ergriffen, ihre Augen. Sogleich sahen sie wieder und folgten ihm.
(Quæst. Ev. ii. 28.) Jesus also, derselbe, der sagte: Dem, der anklopft, wird geöffnet werden, hört sie, steht still, berührt sie und gibt ihnen Licht. Der Glaube an Seine zeitliche Menschwerdung bereitet uns auf das Verständnis der ewigen Dinge vor. Durch das Vorübergehen Jesu werden sie ermahnt, erleuchtet zu werden, und als Er stillsteht, werden sie erleuchtet; denn das Zeitliche vergeht, aber das Ewige steht still.