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Thomas von Aquin
Die theologische Autorität des heiligen Thomas von Aquin
Die Schriften des heiligen Thomas von Aquin genießen in der katholischen Kirche einen einzigartigen Status. Sie gelten nicht nur als wissenschaftlich brillant, sondern als durch göttliche Gnade besonders beglaubigt.
1. Die Bestätigung durch Christus (Bene scripsisti)
Gegen Ende seines Lebens, im Jahr 1273, ereignete sich in der Kapelle des heiligen Nikolaus in Neapel eine zentrale mystische Begebenheit. Während Thomas vor einem Kruzifix betete, vernahmen Mitbrüder eine Stimme, die vom Kreuz ausging:
- Der Ausspruch: „Bene scripsisti de me, Thoma – Du hast gut von mir geschrieben, Thomas. Welchen Lohn verlangst du dafür?“
- Die Antwort: Thomas antwortete: „Nil nisi te, Domine – Nichts außer dich, Herr.“ Diese Begebenheit gilt in der Kirche als göttliche Bestätigung für die Irrtumslosigkeit und Tiefe seiner theologischen Darlegungen über Christus und die Sakramente.
2. Die „Summa“ auf dem Altar von Trient
Die Vertrauenswürdigkeit seiner Texte wurde durch das höchste Lehramt der Kirche feierlich unterstrichen:
- Während des Konzils von Trient (1545–1563) wurde neben der Heiligen Schrift und den Dekreten der Päpste die Summa Theologiae des heiligen Thomas auf dem Altar platziert.
- Dies geschah, um bei schwierigen theologischen Fragen eine sichere Richtschnur zu haben und die Übereinstimmung der Konzilsbeschlüsse mit der Tradition der Kirche zu gewährleisten.
3. Päpstliche Anerkennung der Irrtumslosigkeit
Zahlreiche Päpste haben die Sicherheit seiner Lehre betont:
- Papst Johannes XXII. sagte bei seiner Heiligsprechung: „Er hat die Kirche mehr erleuchtet als alle anderen Lehrer.“
- Papst Leo XIII. (Aeterni Patris, 1879) hob hervor, dass Thomas die Vernunft so weit geführt habe, wie es dem Menschen möglich ist, und dass sein Geist in vollkommener Harmonie mit der göttlichen Offenbarung stehe.
- Die Kirche lehrt, dass der „Thomismus“ der sicherste Weg ist, um die Geheimnisse des Glaubens ohne Gefahr des Irrtums zu durchdringen.
4. Das Urteil über das eigene Werk
Trotz der hohen Anerkennung blieb Thomas von tiefer Demut geprägt. Nach einer weiteren großen Offenbarung kurz vor seinem Tod stellte er das Schreiben ein und sagte: „Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir wie Stroh vor im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“ Für die Kirche ist gerade diese Demut ein Garant für die Echtheit und die göttliche Quelle seiner Inspiration.
5. Bedeutung für die Priesterausbildung
Das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici, Can. 252 §3) schreibt vor, dass die Theologiestudierenden insbesondere den heiligen Thomas von Aquin als Lehrer haben sollen. Dies stellt sicher, dass die zukünftigen Priester auf einem Fundament ausgebildet werden, das als „sicher und bewährt“ gilt.
Artikel von Thomas von Aquin
Ob die Ehe ein Sakrament ist?
Einwand 1: Es scheint, dass die Ehe kein Sakrament ist. Denn jedes Sakrament des Neuen Gesetzes hat eine Form, die wesentlich für das Sakrament ist. Aber der Segen, der vom Priester bei einer Hochzeit gegeben wird, ist nicht wesentlich für die Ehe. Also ist sie kein Sakrament.
*Einwand 2:...
Ob es notwendig ist, einem Priester zu beichten?
Einwand 1: Es scheint, dass es nicht notwendig ist, einem Priester zu beichten. Denn wir sind nur kraft der göttlichen Einsetzung zur Beichte verpflichtet. Nun wird uns ihre göttliche Einsetzung bekannt gemacht durch Jakobus 5,16: „Bekennt einander eure Sünden“, wo kein Priester erwähnt wird. ...
Ob es erlaubt ist, aus Not zu stehlen?
Einwand 1: Es scheint unerlaubt zu sein, aus Not zu stehlen. Denn Buße wird nur dem auferlegt, der gesündigt hat. Nun wird festgestellt (Extra, De furtis, Cap. Si quis): „Wenn jemand aus Hunger oder Nacktheit Nahrung, Kleidung oder Vieh stiehlt, soll er drei Wochen lang Buße tun.“ Also ist es ...
Ob Diebstahl immer eine Sünde ist?
Einwand 1: Es scheint, dass Diebstahl nicht immer eine Sünde ist. Denn keine Sünde wird von Gott befohlen, da geschrieben steht (Sir 15,21): „Er hat niemandem befohlen, frevelhaft zu handeln.“ Doch finden wir, dass Gott Diebstahl befahl, denn es steht geschrieben (Ex 12,35.36): „Und die Kinder...
Die Bedeutung der Firmung
Die Vollkommenheit geistlicher Stärke besteht nun darin, daß man es wagt, den Glauben an Christus öffentlich zu bekennen und ihn hierauf nicht aufgrund irgendeiner Verwirrung oder Angst zurückzunehmen. So vertreibt die Tapferkeit die ungeordnete Furcht. Mithin macht das Sakrament, wodurch dem Wieder...
Die Notwendigkeit der Sakramente
Der Tod Christi ist, wie es bereits hieß (IV 55), gleichsam die Universalursache des menschlichen Heils.
Jedoch muß eine Universalursache seine Anwendung in jedem einzelnen Effekt finden. Deshalb war es notwendig, den Menschen bestimmte Heilmittel anzubieten, durch die ihnen die Wohltat des Todes ...
Der Unterschied zwischen den Sakramenten des Alten und des Neuen Gesetzes.
Da derlei sichtbare Sakramente aufgrund des Leidens Christi wirksam sind und es in gewisser Weise vergegenwärtigen, so gilt es weiterhin zu beachten, daß sie so beschaffen sein müssen, daß sie dem Heil entsprechen, das durch Christus geschaffen wurde. Vor der Inkarnation Christi jedoch und vor seine...
Die Zahl der Sakramente des neuen Gesetzes
Da die Mittel für das geistliche Heil, wie es hieß (IV 56), den Menschen unter sinnlich wahrnehmbaren Zeichen überliefert sind, so folgte ebenfalls daraus, daß sich die Mittel, die dem geistlichen Leben dienen, auf ähnliche Weise voneinander unterscheiden, wie es beim leiblichen Leben der Fall ist. ...
Ob der Mensch einen freien Willen hat?
Einwand 1: Es scheint, dass der Mensch keinen freien Willen hat. Denn wer freien Willen hat, tut, was er will. Der Mensch aber tut nicht, was er will; denn es steht geschrieben (Röm 7,19): „Denn das Gute, das ich will, tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ Also hat...
Ob es erlaubt ist zu urteilen?
1. Einwand: Es scheint unerlaubt zu sein, zu urteilen. Denn nichts wird bestraft außer dem Unerlaubten. Jenen aber, die urteilen, wird Strafe angedroht, welcher jene, die nicht urteilen, entgehen werden, gemäß Mt 7,1: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet." Also ist es unerlaubt zu ur...
Ob das Gute Ursache des Übels sein kann?
Einwand 1: Es scheint, dass das Gute nicht Ursache des Übels sein kann. Denn es heißt (Mt 7,18): „Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen."
Einwand 2: Ferner kann ein Gegensatz nicht Ursache des anderen sein. Das Übel aber ist der Gegensatz zum Guten. Also kann das Gute nicht ...
Ob es erlaubt ist, Sünder zu töten?
Einwand 1: Es scheint unerlaubt, Menschen zu töten, die gesündigt haben. Denn unser Herr verbot im Gleichnis (Mt 13) das Ausreißen des Unkrauts, welches gemäß einer Glosse die bösen Menschen bezeichnet. Nun ist alles, was von Gott verboten ist, eine Sünde. Daher ist es eine Sünde, einen Sünder z...
Ob es unerlaubt ist, irgendein Lebewesen zu töten?
Einwand 1: Es scheint, dass es unerlaubt ist, irgendein Lebewesen zu töten. Denn der Apostel sagt (Röm 13,2): "Wer der Anordnung Gottes widersteht, zieht sich selbst die Verdammnis zu." Nun hat die göttliche Vorsehung angeordnet, dass alle Lebewesen erhalten bleiben sollen, gemäß Ps 146,8.9: "De...
Ob Dämonen Menschen durch echte Wunder in die Irre führen können?
Einwand 1: Es scheint, dass die Dämonen Menschen nicht durch echte Wunder in die Irre führen können. Denn das Wirken der Dämonen wird sich besonders in den Werken des Antichristen zeigen. Aber wie der Apostel sagt (2 Thess 2,9), ist dessen "Kommen gemäß der Wirksamkeit des Satans, in aller Kraft...
Ob die Kirche jene wiederaufnehmen soll, die von der Häresie zurückkehren?
Einwand 1: Es scheint, dass die Kirche in allen Fällen jene wiederaufnehmen sollte, die von der Häresie zurückkehren. Denn es steht geschrieben (Jer 3,1) in der Person des Herrn: „Du hast dich mit vielen Liebhabern prostituiert; dennoch kehre zu Mir zurück, spricht der Herr." Nun ist das Urteil ...
Ob Häretiker geduldet werden müssen?
Einwand 1: Es scheint, dass Häretiker geduldet werden müssen. Denn der Apostel sagt (2 Tim 2,24.25): „Ein Knecht des Herrn soll nicht zanken... mit Bescheidenheit soll er die zurechtweisen, die der Wahrheit widerstehen, ob ihnen Gott vielleicht Buße gebe, die Wahrheit zu erkennen, und sie sich a...
Ob die Verdammten das Böse bereuen, das sie getan haben?
Einwand 1: Es scheint, dass die Verdammten niemals das Böse bereuen, das sie getan haben. Denn Bernhard sagt über das Hohelied [*Vgl. De Consideratione v, 12; De Gratia et Libero Arbitrio ix], dass „die Verdammten immer dem Bösen zustimmen, das sie getan haben!" Daher bereuen sie niemals die Sün...
Ob es sich ziemte, dass die Mutter Gottes in den Tempel ging, um gereinigt zu werden?
Einwand 1: Es scheint, dass es unpassend für die Mutter Gottes war, in den Tempel zu gehen, um gereinigt zu werden. Denn Reinigung setzt Unreinheit voraus. Aber in der seligsten Jungfrau war keine Unreinheit, wie oben dargelegt (Quaestiones [27], 28). Daher hätte sie nicht in den Tempel gehen so...
Ob alle verpflichtet sind die Taufe zu empfangen?
Einwand 1: Es scheint, dass nicht alle verpflichtet sind, die Taufe zu empfangen. Denn Christus hat den Weg des Menschen zum Heil nicht verengt. Aber vor der Ankunft Christi konnten Menschen ohne Taufe gerettet werden: also auch nach der Ankunft Christi.
Einwand 2: Ferner scheint die Taufe ...
Die Meinung von Irrlehrer die gegen die Gottheit des Sohn Gottes sprechen.
Einige Toren haben sich herausgenommen, die Wahrheit dieser Lehre nach ihrer eigenen Vorstellung zu bemessen, indem sie sich hierüber verschiedene nichtige Ansichten bildeten.
Einige von ihnen bemerkten, es sei Gewohnheit der Schrift, jene als „Söhne Gottes“ zu bezeichnen, welche durch die göttlich...