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Der Tod Christi ist, wie es bereits hieß (IV 55), gleichsam die Universalursache des menschlichen Heils.
Jedoch muß eine Universalursache seine Anwendung in jedem einzelnen Effekt finden. Deshalb war es notwendig, den Menschen bestimmte Heilmittel anzubieten, durch die ihnen die Wohltat des Todes Christi auf bestimmte Weise zukommt. Hierbei handelt es sich, so heißt es, um die Sakramente der Kirche. Derartige Heilmittel jedoch mußten in Verbindung mit bestimmten sichtbaren Zeichen überliefert werden:
Erstens deswegen, weil Gott für den Menschen, wie auch für die übrigen Dinge, dessen Verfassung gemäß sorgt. Nun ist der Mensch so verfaßt, daß er aufgrund seiner Natur durch sinnlich Gegebenes zur Erfassung von Geistlichem und Intelligiblem geleitet wird. Also mußten die geistlichen Heilmittel den Menschen unter sinnlich wahrnehmbaren Zeichen gegeben werden.
Zweitens deswegen, weil Instrumente im rechten Verhältnis zur Erstursache stehen müssen. Die erste und universale Ursache des menschlichen Heils jedoch ist das inkarnierte Wort, wie aus den bisherigen Erörterungen hervorgeht. Mithin war es angemessen, daß die Heilmittel, wodurch die Kraft der Universalursache die Menschen erreicht, eine gewisse Ähnlichkeit mit jener Ursache haben mußten, so daß die göttliche Kraft in ihnen unter sichtbaren Zeichen unsichtbar wirksam sein sollte.
Drittens deswegen, weil der Mensch der Sünde verfallen war, indem er ungerechtfertigterweise sichtbaren Dingen anhing. Damit man nun nicht glaube, sichtbare Dinge seien bereits aufgrund ihrer Natur von Übel, so daß diejenigen, die ihnen anhingen, schon deswegen sündigten, so war es angemessen, daß den Menschen die Mittel zum Heil vermittels eben dieser sichtbaren Dinge zukamen.
Damit sollte deutlich werden, daß die sichtbaren Dinge selbst aufgrund ihrer Natur gut sind, weil sie von Gott geschaffen wurden, aber den Menschen schaden, wenn sie ihnen auf ungeordnete Weise anhängen, doch heilbringend wirken, verwendet man sie auf rechte Weise.
Damit ist auch der Irrtum gewisser Häretiker ausgeschlossen, die alles Sichtbare von den Sakramenten der Kirche zu entfernen trachten. Dies ist nicht verwunderlich, da sie meinen, alles Sichtbare sei aufgrund seiner Natur von Übel und sei von einem bösen Urheber hervorgebracht, was wir im 2. Buch widerlegten (II 4 ff.). Ebenfalls ist es nicht unangemessen, daß das geistliche Heil vermittels sichtbarer und körperhafter Dinge zuerteilt wird, da es sich bei derlei sichtbaren Dingen gleichsam um Instrumente des inkarnierten Gottes handelt, welcher litt.
Doch handelt kein Instrument aus eigenem Naturvermögen, sondern aufgrund des Vermögens des Hauptagens, von dem es in Tätigkeit gesetzt wird. Folglich bewirken dergleichen sichtbare Dinge das geistliche Heil nicht aufgrund der Beschaffenheit ihrer Natur, sondern aufgrund der Anordnung Christi selbst, woraus ihre instrumentelle Wirksamkeit folgt.
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In diesem Auszug aus der Summa Theologiae untersucht Thomas von Aquin, ob lässliche Sünden zu Todsünden werden können. Er verneint eine direkte Umwandlung des Aktes, zeigt aber auf, wie sie dispositiv oder durch die Zielsetzung dazu führen können.
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Einwand 1: Es scheint, dass alle Dinge dem Schicksal unterworfen sind. Denn Boethius sagt (De Consol. 4): „Die Kette des Schicksals bewegt den Himmel und die Sterne, stimmt die Elemente aufeinander ab und formt sie durch eine wechselseitige Umwandlung. Durch das Schicksal werden alle Dinge, die in…
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Einwand 1: Es scheint, dass das Schicksal nicht unveränderlich ist. Denn Boethius sagt (De Consol. 4): „Wie das Überlegen zum Intellekt, wie das Gewordene zu dem, was ist, wie die Zeit zur Ewigkeit, wie der Kreis zu seinem Mittelpunkt; so verhält sich die wandelbare Kette des Schicksals zur…
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Viele leben in Todsünde und merken es nicht. Die moderne Welt hat das Gewissen umgedeutet, die Sünde verharmlost und Gott zum Schweigen gebracht. Ein Mahnruf, der unbequem ist, aber notwendig.
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Manchmal verlasse ich den Beichtstuhl mit Zweifeln im Kopf: „Habe ich wirklich richtig gebeichtet? Hätte ich bei bestimmten Dingen genauer sein müssen? War ich am Ende aufrichtig genug?“
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Einwand 1: Es scheint, dass das Schicksal nicht in den geschaffenen Dingen ist. Denn Augustinus sagt (De Civ. Dei 5, 1), dass der „göttliche Wille oder die Macht Schicksal genannt wird“. Aber der göttliche Wille oder die Macht ist nicht in den Geschöpfen, sondern in Gott. Also ist das Schicksal…