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Catena Aurea · Evangelium secundum Matthaeum
168 Kommentare der Kirchenväter · 4 Versabschnitte
Matthäusevangelium 25 in der Bibel lesen1 Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegenzogen. 2 Fünf von ihnen waren töricht und fünf klug. 3 Die törichten nämlich nahmen zwar ihre Lampen, aber kein Öl mit sich. 4 Die klugen dagegen nahmen zu ihren Lampen auch Öl in Gefäßen mit. 5 Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ, nickten alle ein und schliefen. 6 Um Mitternacht aber erscholl der Ruf: Der Bräutigam! Kommt heraus, ihm entgegen! 7 Da standen jene Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von euerem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. 9 Die Klugen aber antworteten: Es könnte für uns und euch nicht reichen. Geht lieber zu den Händlern und kauft euch Öl. 10 Noch während sie zum Einkaufen unterwegs waren, kam der Bräutigam; die bereit waren, gingen mit ihm zur Hochzeit hinein, und die Tür wurde verschlossen. 11 Später kamen auch die übrigen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! 12 Er aber antwortete: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13 Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
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Catena Aurea · Mt 25
(Hom. lxxviii.) Im vorhergehenden Gleichnis legte der Herr die Strafe des Mannes dar, der schlug, trunken war und die Güter seines Herrn verschwendete; in diesem erklärt er die Strafe dessen, der keinen Nutzen bringt und sich nicht reichlich das bereitet, was er nötig hat; denn die törichten Jungfrauen hatten Öl, aber nicht genug.

Catena Aurea · Mt 25
Dann, weil diese ganze Rede vom großen Tag des Herrn handelt, über den er zuvor gesprochen hatte.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. in Ev. xii. 1.) Unter dem Himmelreich ist die gegenwärtige Kirche zu verstehen, wie in jenem Wort: Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden aus seinem Reich alles Ärgernis sammeln. (Mt 13,41.)

Catena Aurea · Mt 25
Dieses Gleichnis von den zehn törichten und den zehn klugen Jungfrauen deuten einige wörtlich auf Jungfrauen, von denen es nach dem Apostel einige gibt, die sowohl an Leib als auch an Gesinnung Jungfrauen sind (1 Kor 7), andere, die zwar ihren Leib jungfräulich bewahrt, aber die übrigen Werke der Jungfrauen nicht haben oder nur durch die Obhut der Eltern bewahrt wurden, in ihren Herzen aber geheiratet haben. Doch nach dem Vorhergehenden denke ich, dass die Bedeutung eine andere ist und dass das Gleichnis sich nicht nur auf Jungfrauen, sondern auf das ganze Menschengeschlecht bezieht.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Denn in jedem der fünf Sinne des Leibes gibt es ein doppeltes Organ, und die Zahl fünf verdoppelt ergibt zehn. Und weil die Gemeinschaft der Gläubigen aus beiden Geschlechtern gesammelt wird, wird die heilige Kirche als zehn Jungfrauen ähnlich beschrieben, wo Böse mit Guten und Verworfene mit Auserwählten vermischt sind, gleicht sie einer Mischung aus klugen und törichten Jungfrauen.

Catena Aurea · Mt 25
Und er verwendet die Gestalt der Jungfrauen in diesem Gleichnis, um zu zeigen, dass, obwohl die Jungfräulichkeit eine große Sache ist, sie doch, wenn sie nicht von Werken der Barmherzigkeit begleitet wird, mit den Ehebrechern hinausgeworfen wird.
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Oder: Die Erkenntnisse aller, die das Wort Gottes empfangen haben, sind Jungfrauen. Denn so ist das Wort Gottes, dass es von seiner Reinheit allen mitteilt, die durch seine Lehre vom Götzendienst abgelassen und durch Christus sich der Anbetung Gottes genähert haben; die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam und der Braut entgegen. Sie nehmen ihre Lampen, das heißt ihre natürlichen Fähigkeiten, und gehen aus der Welt und ihren Irrtümern hinaus und gehen dem Erlöser entgegen, der immer bereit ist zu kommen, um mit denen, die würdig sind, in seine selige Braut, die Kirche, einzugehen.

Catena Aurea · Mt 25
Oder: Der Bräutigam und die Braut stellen unseren Herrn Gott im Leib dar, denn das Fleisch ist die Braut des Geistes. Die Lampen sind das Licht der hellen Seelen, die im Sakrament der Taufe erstrahlen.

Catena Aurea · Mt 25
(Lib. 83 Quæst. q. 59.) Oder: Die Lampen, die sie in ihren Händen tragen, sind ihre Werke, von denen oben gesagt wurde: Lasset eure Werke vor den Menschen leuchten. (Mt 5,16.)
Catena Aurea · Mt 25
Die recht glauben und gerecht leben, werden den fünf klugen gleichgestellt; die den Glauben an Jesus bekennen, sich aber nicht durch gute Werke zum Heil bereiten, werden den fünf törichten gleichgestellt.

Catena Aurea · Mt 25
Denn es gibt fünf Sinne, die nach himmlischen Dingen eilen und nach dem suchen, was oben ist. Vom Sehen, Hören und Tasten wird besonders gesagt: Was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen und unsere Hände betastet haben. (1 Joh 1,1.) Vom Geschmack: Kostet und seht, dass der Herr gütig ist. (Ps 34,8.) Vom Geruch: Wegen des Duftes deiner guten Salben. (Hld 1,3.) Es gibt auch andere fünf Sinne, die nach irdischen Hülsen gieren.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Oder: Durch die fünf Jungfrauen wird eine fünffache Enthaltsamkeit von den Lockungen des Fleisches bezeichnet; denn unsere Begierde muss von der Befriedigung der Augen, Ohren, des Geruchs, Geschmacks und Tastsinns zurückgehalten werden. Und da diese Enthaltsamkeit vor Gott geschehen kann, um ihm in innerer Freude des Gewissens zu gefallen, oder vor den Menschen nur, um Beifall der Menschen zu gewinnen, werden fünf klug und fünf töricht genannt. Beide sind Jungfrauen, weil beide diese Enthaltsamkeit üben, wenn auch aus verschiedenen Motiven.
Catena Aurea · Mt 25
Und weil die Tugenden so miteinander verbunden sind, dass, wer eine hat, alle hat, so folgen alle Sinne aufeinander, dass alle klug oder alle töricht sein müssen.

Catena Aurea · Mt 25
Oder: Die fünf klugen und fünf törichten sind ein absoluter Unterschied zwischen Gläubigen und Ungläubigen.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Es ist zu bemerken, dass alle Lampen haben, aber nicht alle Öl haben.

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Das Öl ist die Frucht der guten Werke, die Gefäße sind die menschlichen Leiber, in deren Innerem der Schatz eines guten Gewissens aufbewahrt werden soll.

Catena Aurea · Mt 25
Die Jungfrauen, die Öl haben, sind jene, die außer ihrem Glauben auch den Schmuck guter Werke besitzen; jene, die kein Öl haben, sind die, welche mit gleichem Glauben zu bekennen scheinen, aber die Werke der Tugend vernachlässigen.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Oder: Das Öl bezeichnet die Freude, gemäß dem Wort: Gott hat dich mit dem Öl der Freude gesalbt. (Ps. 45,7.) Wer also seine Freude nicht daraus schöpft, dass er innerlich Gott wohlgefällig ist, hat kein Öl bei sich; denn sie haben keine Freude in ihrem enthaltsamen Leben außer im Lob der Menschen. Die Klugen aber nahmen Öl mit ihren Lampen, das heißt die Freude der guten Werke, in ihren Gefäßen, das heißt, sie bewahrten sie in ihrem Herzen und Gewissen auf, wie der Apostel sagt: Jeder prüfe sich selbst, und dann wird er seinen Ruhm in sich selbst haben und nicht in einem anderen. (Gal. 6,4.)

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Oder: Das Öl bezeichnet die Liebe, die Almosen und jede den Bedürftigen erwiesene Hilfe; die Lampen bezeichnen die Gaben der Jungfräulichkeit; und er nennt sie töricht, weil sie, nachdem sie die größere Mühe auf sich genommen hatten, alles um eines Geringeren willen verloren; denn es ist größere Mühe, die Begierden des Fleisches zu überwinden als die des Geldes.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: Das Öl ist das Wort der Lehre, mit dem die Gefäße der Seelen gefüllt werden; denn was gibt so große Erquickung wie die sittliche Unterweisung, die man das Öl des Lichtes nennt. Die Klugen nahmen von diesem Öl so viel mit, wie ausreichen würde, auch wenn das Wort lange verweilen und mit ihrer Vollendung zögern sollte. Die Törichten nahmen Lampen, zwar anfangs brennend, aber nicht mit so viel Öl versehen, dass es bis zum Ende gereicht hätte, da sie die Vorsorge für die Lehre vernachlässigten, welche den Glauben tröstet und die Lampe der guten Werke erleuchtet.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Denn in diesem Zeitraum vor der Auferstehung der Toten und der Wiederkunft des Herrn sterben Menschen beider Art.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Schlafen heißt sterben; vor dem Schlaf schlummern heißt vor dem Tod aus Erschöpfung dem Heil erliegen, weil wir durch die Last der Krankheit zum Schlaf des Todes gelangen.

Catena Aurea · Mt 25
Oder: Sie schlummerten, das heißt, sie waren tot. Und dann folgt: Und schliefen, weil sie später geweckt werden sollten. Während der Bräutigam verweilte, zeigt, dass zwischen der ersten und zweiten Ankunft des Herrn keine geringe Zeit lag.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: Während der Bräutigam verweilte und das Wort nicht schnell zur Vollendung dieses Lebens kommt, leiden die Sinne, schlummern und bewegen sich in der Nacht der Welt; und der Schlaf, als wirkten sie schwach und ohne schnellen Sinn. Doch jene klugen Jungfrauen ließen ihre Lampen nicht im Stich noch verzweifelten sie daran, ihr Öl aufzubewahren.

Catena Aurea · Mt 25
Die Juden haben eine Überlieferung, dass Christus um Mitternacht kommen wird, ähnlich wie bei jener Heimsuchung Ägyptens, wenn das Paschafest gefeiert wird und der Verderber kommt und der Herr an unseren Wohnungen vorübergeht und die Türpfosten jedes Menschenantlitzes durch das Blut des Lammes geheiligt werden. Daher, so vermute ich, hat sich unter uns jene apostolische Überlieferung erhalten, dass am Osterabend das Volk nicht vor Mitternacht entlassen werden soll, in Erwartung der Ankunft Christi; wenn aber jene Stunde vorüber ist, können sie das Fest in Sicherheit feiern; daher sagt auch der Psalmist: Um Mitternacht stand ich auf, dich zu preisen. (Ps. 119,62.)

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Oder: Um Mitternacht, das heißt, wenn niemand es wusste oder erwartete.

Catena Aurea · Mt 25
Plötzlich also, wie in einer stürmischen Nacht, und wenn alle sich sicher wähnen, zur Stunde des tiefsten Schlafes, wird die Ankunft Christi durch den Ruf der Engel und die Posaunen der Mächte, die ihm vorangehen, verkündet. Das ist gemeint, wenn es heißt: Siehe, der Bräutigam kommt, geht hinaus, ihm entgegen.

Catena Aurea · Mt 25
Auf das Posaunensignal gehen sie hinaus, dem Bräutigam allein entgegen, denn dann werden die zwei eins sein, das heißt das Fleisch und Gott, wenn die Niedrigkeit des Fleisches in geistliche Herrlichkeit verwandelt sein wird.

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(ubi sup.) Oder: Dass die Jungfrauen hinausgehen, dem Bräutigam allein entgegen, ist meines Erachtens so zu verstehen, dass die Jungfrauen selbst jene bilden, die Braut genannt wird; wie wir davon sprechen, dass die Christen zur Kirche strömen wie Kinder, die zu ihrer Mutter laufen, und doch besteht diese Mutter selbst nur aus den Kindern, die versammelt sind. Denn jetzt ist die Kirche verlobt und soll als Jungfrau zur Hochzeit geführt werden, die dann stattfindet, wenn all ihr sterblicher Teil vergangen ist und sie in ewiger Vereinigung gehalten werden kann.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: Um Mitternacht, das heißt zur Zeit ihrer äußersten Sorglosigkeit, erhob sich ein großes Geschrei, von den Engeln, wie ich meine, die alle Menschen aufwecken wollten, jene dienenden Geister, die im Inneren der Sinne aller Schlafenden rufen: Siehe, der Bräutigam kommt, geht hinaus, ihm entgegen. Alle hörten diesen Ruf und standen auf, aber nicht alle konnten ihre Lampen geziemend zurichten. Die Lampen der Sinne werden durch den evangelischen und rechten Gebrauch derselben zugerichtet; und die, welche ihre Sinne missbrauchen, haben ihre Lampen unzugerichtet.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Oder: Alle Jungfrauen standen auf, das heißt, sowohl die Auserwählten als auch die Verworfenen werden aus dem Schlaf des Todes geweckt; sie richteten ihre Lampen zu, das heißt, sie rechneten sich ihre Werke an, für die sie die ewige Seligkeit zu empfangen hoffen.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Sie richteten ihre Lampen zu, das heißt, sie bereiteten sich vor, Rechenschaft über ihre Taten abzulegen.

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Oder: Das Zurichten ihrer Lampen ist die Rückkehr ihrer Seelen in ihre Leiber, und ihr Licht ist das Bewusstsein guter Werke, das hervorleuchtet und in den Gefäßen des Leibes enthalten ist.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Die Lampen der törichten Jungfrauen erlöschen, weil die Werke, die äußerlich den Menschen hell erschienen, im Inneren bei der Ankunft des Richters verdunkelt werden. Dass sie dann Öl von den klugen Jungfrauen erbitten, was ist das anderes, als dass sie bei der Ankunft des Richters, wenn sie sich innerlich leer finden, Zeugnis von außen suchen? Als ob sie durch ihr eigenes Selbstvertrauen getäuscht würden, sagen sie zu ihren Nächsten: Da ihr uns als solche seht, die ohne Werke leben, verworfen, legt ihr Zeugnis ab für unsere Werke, die ihr gesehen habt.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Aus Gewohnheit sucht der Geist das, was ihm gewöhnlich Vergnügen bereitet. Und diese suchen nun von den Menschen, die das Herz nicht sehen, Zeugnis vor Gott, der das Herz sieht. Aber ihre Lampen erlöschen, weil diejenigen, deren gute Werke auf dem Zeugnis anderer beruhen, wenn dieses entzogen wird, ins Nichts versinken.

Catena Aurea · Mt 25
Oder: Diese Jungfrauen, die klagen, dass ihre Lampen erloschen sind, zeigen, dass sie teilweise brennen, doch haben sie kein unfehlbares Licht noch dauerhafte Werke. Wer also eine jungfräuliche Seele hat und die Keuschheit liebt, darf sich nicht mit solchen Tugenden zufriedengeben, die schnell vergehen und verdorren, wenn die Hitze über sie kommt, sondern soll nach vollkommenen Tugenden streben, damit er ein dauerhaftes Licht habe.

Catena Aurea · Mt 25
Oder anders; Diese Jungfrauen waren töricht, nicht nur weil sie von hier schieden, ohne Vorrat an Barmherzigkeit, sondern weil sie meinten, sie von denen zu erhalten, die sie inständig darum baten. Denn obwohl nichts barmherziger sein könnte als jene klugen Jungfrauen, die gerade wegen dieser Barmherzigkeit anerkannt wurden, wollten sie doch nicht die Bitte der törichten Jungfrauen gewähren. Aber die Klugen antworteten und sprachen: Nicht so, damit nicht genug für uns und euch sei; daraus lernen wir, dass keiner von uns an jenem Tag als Fürsprecher für diejenigen auftreten kann, die durch ihre eigenen Werke verraten werden, nicht weil er nicht will, sondern weil er nicht kann.

Catena Aurea · Mt 25
Denn diese klugen Jungfrauen antworten nicht aus Habsucht, sondern aus Furcht. Daher wird jeder den Lohn seiner eigenen Werke empfangen, und die Tugenden des einen können am Tag des Gerichts nicht die Laster eines anderen sühnen. Die Klugen ermahnen sie, nicht ohne Öl dem Bräutigam entgegenzugehen: Geht vielmehr zu denen, die verkaufen, und kauft für euch selbst.

Catena Aurea · Mt 25
Die Verkäufer sind die Armen, die, der Almosen der Gläubigen bedürftig, jenen Lohn gewährten, den sie begehrten, indem sie als Gegenleistung für die Linderung ihrer Not ein Bewusstsein guter Werke verkauften. Dies ist der reichliche Brennstoff eines unsterblichen Lichts, das gekauft und für die Früchte der Barmherzigkeit aufbewahrt werden kann.

Catena Aurea · Mt 25
Ihr seht also, wie große Kaufleute die Armen für uns sind; aber die Armen sind nicht dort, sondern hier, und deshalb müssen wir hier Öl aufbewahren, damit wir es dort zur Hand haben, wenn die Gelegenheit es erfordert.

Catena Aurea · Mt 25
Und dieses Öl wird verkauft, und zu hohem Preis, noch ist es ohne große Mühe zu erlangen; so dass wir es nicht nur von Almosen verstehen, sondern von allen Tugenden und Ratschlägen der Lehrer.
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Anders; Obwohl sie töricht waren, verstanden sie doch, dass sie Licht haben mussten, um dem Bräutigam entgegenzugehen, damit alle Lichter ihrer Sinne brennen. Auch erkannten sie, dass, weil sie wenig vom geistlichen Öl hatten, ihre Lampen trübe brennen würden, als die Dunkelheit hereinbrach. Aber die Klugen schickten die Törichten zu denen, die verkaufen, da sie nicht so viel Öl, das heißt Wort der Lehre, aufbewahrt hatten, dass es sowohl für sie selbst zum Leben als auch zum Lehren anderer ausreichte: Geht vielmehr zu denen, die verkaufen, d. h. zu den Lehrern, und kauft, d. h. nehmt von ihnen; der Preis ist Ausdauer, Liebe zum Lernen, Fleiß und Mühe aller, die lernen wollen.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Oder wir können annehmen, dass es nicht als Rat gemeint ist, was sie tun sollen, sondern als indirekte Anspielung auf ihren Fehler. Denn Schmeichler verkaufen Öl, die durch Lob falscher und unbekannter Dinge Seelen irreführen, ihnen als Törichten leere Freuden empfehlen und dafür einen zeitlichen Vorteil erhalten. Geht vielmehr zu denen, die verkaufen, und kauft für euch selbst, d. h. Lasst uns nun sehen, was die euch nützen können, die euch gewöhnlich ihr Lob verkauft haben. Damit nicht genug für uns und euch sei, weil niemand vor Gottes Angesicht durch das Zeugnis anderer Nutzen hat, weil Gott das Herz sieht und jeder kaum Zeugnis über sein eigenes Gewissen geben kann.

Catena Aurea · Mt 25
Aber weil die Zeit des Kaufens nun vorüber war und der Tag des Gerichts herannahte, so dass kein Raum für Buße blieb, durften sie jetzt nicht neue Werke aufhäufen, sondern mussten Rechenschaft über die alten ablegen.

Catena Aurea · Mt 25
Die Hochzeit ist das Anlegen der Unsterblichkeit und die Vereinigung von Verweslichkeit und Unverweslichkeit in einer neuen Verbindung,

Catena Aurea · Mt 25
Dass, Während sie hingingen zu kaufen, zeigt, dass selbst wenn wir nach dem Tod barmherzig würden, es uns nichts nützen würde, der Strafe zu entgehen, wie es dem reichen Mann nichts nützte, dass er barmherzig wurde und sich um die Seinen kümmerte.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: Er sagt: Während sie hingingen zu kaufen, weil es Menschen gibt, die vernachlässigt haben, etwas Nützliches zu lernen, bis sie, am Ende ihres Lebens, als sie sich zum Lernen anschickten, vom Tod ereilt werden.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Oder anders; Während sie hingingen zu kaufen, das heißt, während sie sich äußeren Dingen zuwandten und suchten, Vergnügen in Dingen zu finden, an die sie gewöhnt waren, weil sie innere Freuden nicht kannten, kam Er, der richtet; und die bereit waren, d. h. die, deren Gewissen ihnen vor Gott Zeugnis gab, gingen mit ihm zur Hochzeit, d. h. dorthin, wo die reine Seele mit dem reinen und vollkommenen Wort Gottes fruchtbar vereint wird.

Catena Aurea · Mt 25
Nach dem Tag des Gerichts gibt es keine Gelegenheit mehr für gute Werke oder für Gerechtigkeit, und daher folgt: Und die Tür wurde geschlossen.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Wenn die aufgenommen sind, die in engelhaftes Wesen verwandelt wurden (1 Kor 15,51), ist jeder Eingang in das Himmelreich verschlossen; nach dem Gericht gibt es keinen Raum mehr für Gebete oder Verdienste.

Catena Aurea · Mt 25
Doch obwohl die Zeit der Buße nun vorüber ist, kommen die törichten Jungfrauen und bitten, dass ihnen Einlass gewährt werde.

Catena Aurea · Mt 25
Ihr würdiges Bekenntnis, das ihn Herr, Herr nennt, ist ein Zeichen des Glaubens. Aber was nützt es, mit dem Mund den zu bekennen, den du mit deinen Werken verleugnest?
Catena Aurea · Mt 25
(ap. Anselm.) Der Schmerz über ihren Ausschluss entlockt ihnen eine Wiederholung dieses Titels Herr; sie nennen ihn nicht Vater, dessen Barmherzigkeit sie zu Lebzeiten verachteten.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Es wird nicht gesagt, dass sie Öl kauften, und daher müssen wir annehmen, dass all ihre Freude am Lob der Menschen vergangen war, sie in Not und Bedrängnis zurückkehren, um Gott anzuflehen. Aber seine Strenge nach dem Gericht ist so groß, wie seine Barmherzigkeit zuvor unaussprechlich war. Aber er antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht; nach jener Regel nämlich, dass die Kunst Gottes, das heißt seine Weisheit, nicht zulässt, dass die in seine Freude eingehen, die in irgendeiner Sache nach seinen Geboten zu handeln suchten, nicht wie vor Gott, sondern um Menschen zu gefallen.

Catena Aurea · Mt 25
Denn der Herr kennt die Seinen, (2 Tim. 2,19.) und wer nicht erkannt wird, der wird nicht erkannt werden; und ob sie auch Jungfrauen sind an Reinheit des Leibes oder im Bekenntnis des wahren Glaubens, so sind sie doch, weil sie kein Öl haben, dem Bräutigam unbekannt. Wenn Er hinzufügt: Wachet also, weil ihr weder den Tag noch die Stunde kennt, so will Er sagen, dass alles Gesagte darauf hinzielt, dass wir, da wir den Tag des Gerichts nicht kennen, sorgfältig sein sollen im Bereitstellen des Lichtes guter Werke.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Denn wir kennen weder den Tag noch die Stunde jener zukünftigen Zeit, wann der Bräutigam kommen wird, noch unseres eigenen Entschlafens, eines jeden von uns; wenn wir nun für dieses letztere bereit sind, so werden wir auch bereit sein, wenn jene Stimme erschallen wird, die uns alle aufwecken wird.

Catena Aurea · Mt 25
(Ep. 199. 45.) Es hat nicht an solchen gefehlt, die diese zehn Jungfrauen auf jenes Kommen Christi beziehen wollten, das jetzt in der Kirche geschieht; aber dies ist nicht vorschnell festzuhalten, damit nicht etwas Widersprüchliches daraus entstehe.
14 Denn es ist wie bei einem Mann, der, als er verreisen wollte, seine Knechte rief und ihnen sein Vermögen anvertraute. 15 Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem Dritten eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. 16 Sogleich begann der, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu arbeiten und gewann fünf andere dazu. 17 Ebenso gewann der mit den zweien zwei andere dazu. 18 Der aber das eine erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn. 19 Nach langer Zeit kam der Herr jener Knechte zurück und rechnete mit ihnen ab. 20 Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben. Siehe, fünf weitere Talente habe ich dazugewonnen. 21 Da sagte sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über weniges treu gewesen, ich will dich über vieles setzen. Nimm teil an der Freude deines Herrn! 22 Auch der mit den zwei Talenten kam und sagte: Herr, zwei Talente hast du mir gegeben. Siehe, zwei weitere Talente habe ich dazugewonnen. 23 Da sagte sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über weniges treu gewesen, ich will dich über vieles setzen. Nimm teil an der Freude deines Herrn! 24 Da kam auch der, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast. 25 Weil ich Angst hatte, verbarg ich dein Talent in der Erde. Da hast du, was dir gehört. 26 Sein Herr antwortete ihm: Du schlechter und fauler Knecht! Du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27 Dann hättest du mein Geld auf der Bank anlegen sollen und ich hätte bei meinem Kommen das Meine mit Zins zurückerhalten. 28 Nehmt ihm also das Talent und gebt es dem, der die zehn Talente hat. 29 Denn jedem, der hat, wird gegeben werden und er wird Überfluss haben. Wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 30 Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
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(non occ.) Im vorhergehenden Gleichnis wird die Verurteilung derer dargestellt, die nicht genügend Öl für sich bereitet haben, sei es, dass mit Öl der Glanz guter Werke gemeint ist, oder die innere Freude des Gewissens, oder in Geld gezahlte Almosen.

Catena Aurea · Mt 25
Dieses Gleichnis wird gegen jene vorgetragen, die ihren Nächsten weder mit Geld noch mit Worten noch auf irgendeine andere Weise helfen wollen, sondern alles, was sie haben, verbergen.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. in Ev. ix, l.) Der Mann, der in ein fernes Land reist, ist unser Erlöser, der in jenes Fleisch, das Er angenommen hat, in den Himmel aufgefahren ist. Denn die eigentliche Heimat des Fleisches ist die Erde, und sie reist gleichsam in ein fremdes Land, wenn sie vom Erlöser in den Himmel versetzt wird.
Catena Aurea · Mt 25
Er reist nicht gemäß Seiner göttlichen Natur, sondern gemäß der Heilsordnung des Fleisches, das Er angenommen hat. Denn Er, der zu Seinen Jüngern sagt: Siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt, (Mat. 28,20.) ist der eingeborene Gott, der nicht durch körperliche Gestalt umschrieben wird. Indem wir dies sagen, trennen wir Jesus nicht, sondern schreiben jeder der beiden Substanzen ihre eigentümlichen Eigenschaften zu. Wir können es auch so erklären, dass der Herr mit allen denen in ein fernes Land reist, die im Glauben und nicht im Schauen wandeln. Und wenn wir vom Leibe abwesend beim Herrn sind, dann wird Er auch bei uns sein. Beachte, dass die Ausdrucksweise nicht so lautet: Ich bin wie oder Der Menschensohn ist wie ein Mann, der in ein fernes Land reist, weil Er im Gleichnis nicht als der Sohn Gottes, sondern als Mensch reisend dargestellt wird.

Catena Aurea · Mt 25
Er rief die Apostel zusammen und gab ihnen die Lehre des Evangeliums, dem einen mehr, dem anderen weniger, nicht aus eigener Freigebigkeit oder Kargheit, sondern entsprechend der Fassungskraft der Empfänger, wie der Apostel sagt (1 Kor. 3,2.), dass er die mit Milch nährte, die keine feste Speise zu sich nehmen konnten. In den fünf, zwei und einem Talent erkennen wir die Verschiedenheit der Gaben, mit denen wir betraut worden sind.
Catena Aurea · Mt 25
Wann immer du unter denen, die von Christus eine Verwaltung der Aussprüche Gottes empfangen haben, siehst, dass einige mehr und einige weniger haben; dass einige im Vergleich zu den Besseren nicht einmal die Hälfte des Verständnisses der Dinge haben; dass andere noch weniger haben; wirst du den Unterschied derer wahrnehmen, die alle von Christus Aussprüche Gottes empfangen haben. Diejenigen, denen fünf Talente gegeben wurden, und die, denen zwei, und die, denen eines, haben verschiedene Grade der Fassungskraft, und der eine konnte das Maß des anderen nicht fassen; der aber eines empfing, hat keine geringe Gabe empfangen, denn ein Talent eines solchen Herrn ist eine große Sache. Seine eigentlichen Knechte sind drei, wie es drei Arten von denen gibt, die Frucht bringen. Der, welcher fünf Talente empfing, ist der, welcher alle Bedeutungen der Schriften zu ihren göttlicheren Bedeutungen erheben kann; der, welcher zwei hat, ist der, welcher fleischliche Lehre empfangen hat (denn zwei scheint eine fleischliche Zahl zu sein), und den weniger Starken hat der Hausherr ein Talent gegeben.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Andernfalls; Die fünf Talente bezeichnen die Gabe der fünf Sinne, das heißt die Erkenntnis der äußeren Dinge; die zwei bezeichnen Verstand und Handeln, das eine Talent nur den Verstand.
Catena Aurea · Mt 25
(ord.) Und sogleich reiste er ab, nicht indem er seinen Ort wechselte, sondern indem er sie ihrem freien Willen und ihrer Wahl des Handelns überließ.

Catena Aurea · Mt 25
Der, welcher fünf Talente empfangen hatte, das heißt, nachdem er seine leiblichen Sinne empfangen hatte, verdoppelte er seine Erkenntnis der himmlischen Dinge, indem er aus dem Geschöpf den Schöpfer erkannte, aus dem Irdischen das Überirdische, aus dem Zeitlichen das Ewige.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Es gibt auch einige, die, obwohl sie nicht zu den inneren und mystischen Dingen vordringen können, dennoch nach dem Maß ihrer Schau ihres himmlischen Vaterlandes das, was sie können, recht lehren, was sie aus den äußeren Dingen gesammelt haben, und während sie sich von der Ausschweifung des Fleisches und von der Habgier nach irdischen Dingen und von den Freuden der sichtbaren Dinge fernhalten, halten sie auch andere durch ihre Ermahnungen davon zurück.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: Die, welche ihre Sinne durch gesunde Lebensführung geübt haben, indem sie sich sowohl zu höherer Erkenntnis erheben als auch eifrig andere lehren, diese haben andere fünf gewonnen; denn niemand kann leicht Zuwachs an Tugenden haben, die nicht die seinen sind, und ohne dass er andere lehrt, was er selbst weiß, und nicht mehr.

Catena Aurea · Mt 25
Oder: Jener Knecht, der fünf Talente empfing, ist das Volk der Gläubigen unter dem Gesetz, das damit beginnend sein Verdienst durch den rechten Gehorsam eines evangelischen Glaubens verdoppelte.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Wiederum gibt es einige, die durch ihren Verstand und ihre Taten anderen predigen und daraus gleichsam einen doppelten Gewinn in solchem Handel ziehen. Da ihre Predigt beiden Geschlechtern zuteil wird, ist dies ein verdoppeltes Talent.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: gewann andere zwei, das heißt fleischliche Unterweisung und eine andere, noch etwas höhere.

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Oder: Der Knecht, dem zwei Talente anvertraut wurden, ist das Volk der Heiden, das durch den Glauben und das Bekenntnis des Sohnes und des Vaters gerechtfertigt ist, indem es bekennt, dass unser Herr Jesus Christus sowohl Gott als auch Mensch ist, sowohl Geist als auch Fleisch. Das sind die zwei Talente, die diesem Knecht anvertraut wurden. Aber wie das jüdische Volk durch seinen Glauben an das Evangelium jedes Sakrament verdoppelte, das es im Gesetz gelernt hatte (d. h. seine fünf Talente), so verdiente dieses Volk durch den Gebrauch seiner zwei Talente Verständnis und Wirken.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Sein Talent in der Erde verbergen heißt, die empfangene Fähigkeit weltlichen Geschäften widmen.
Catena Aurea · Mt 25
Oder anders; Wenn du einen siehst, der die Kraft zu lehren und den Seelen zu nützen hat, und diese Kraft verbirgt, obwohl er vielleicht eine gewisse Religiosität des Lebens hat, so zweifle nicht, dass ein solcher ein Talent empfangen hat und es in der Erde verbirgt.

Catena Aurea · Mt 25
Oder: Dieser Knecht, der ein Talent empfangen und es in der Erde verborgen hat, ist das Volk, das im Gesetz verharrt, das aus Eifersucht auf das Heil der Heiden das empfangene Talent in der Erde verbirgt. Denn ein Talent in der Erde verbergen heißt, den Ruhm der neuen Verkündigung aus Ärgernis über das Leiden seines Leibes verbergen. Sein Kommen, um mit ihnen abzurechnen, ist die Gerichtsversammlung des Tages des Gerichts.
Catena Aurea · Mt 25
Und beachte hier, dass die Knechte nicht zum Herrn kommen, um gerichtet zu werden, sondern der Herr wird zu ihnen kommen, wenn die Zeit erfüllt sein wird. Nach langer Zeit, das heißt, wenn er solche ausgesandt hat, die geeignet sind, das Heil der Seelen zu bewirken, und vielleicht ist es aus diesem Grund nicht leicht, einen zu finden, der ganz geeignet ist, sogleich aus diesem Leben zu scheiden, wie daraus offenbar wird, dass sogar die Apostel bis ins hohe Alter lebten; zum Beispiel wurde zu Petrus gesagt: Wenn du alt sein wirst, wirst du deine Hände ausstrecken; (Joh 21,18) und Paulus sagt zu Philemon: Nun als der alte Paulus.

Catena Aurea · Mt 25
Beachte auch, dass der Herr nicht sogleich die Abrechnung verlangt, damit du seine Langmut erkennst. Mir scheint, er sagt dies verborgen, mit Anspielung auf die Auferstehung.

Catena Aurea · Mt 25
Nach langer Zeit, weil zwischen der Himmelfahrt des Erlösers und seiner Wiederkunft ein langer Zeitraum liegt.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Diese Lehre aus diesem Evangelium mahnt uns zu bedenken, ob jene, die in dieser Welt mehr als andere empfangen zu haben scheinen, nicht vom Urheber der Welt strenger gerichtet werden; je größer die Gaben, desto größer die Abrechnung für sie. Daher soll jeder in Bezug auf seine Talente demütig sein, je mehr er sieht, dass er mit größerer Verantwortung gebunden ist.
Catena Aurea · Mt 25
Der, welcher fünf Talente empfangen hatte, kommt zuerst mit Zuversicht vor seinen Herrn.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. in Ev. ix. 2.) Und da er seine Talente verdoppelt bringt, wird er von seinem Herrn gelobt und in die ewige Glückseligkeit gesandt.

Catena Aurea · Mt 25
Wohlgetan ist ein Ausruf der Freude; der Herr zeigt uns darin die Freude, mit der er den Knecht, der gut arbeitet, zur ewigen Seligkeit einlädt; wovon der Prophet spricht: In deiner Gegenwart ist Fülle der Freude.

Catena Aurea · Mt 25
Du guter Knecht, (Ps 16,11) dies meint er von jener Güte, die gegenüber unserem Nächsten gezeigt wird.
Catena Aurea · Mt 25
(non occ.) Treu, weil er sich nichts von dem aneignete, was seinem Herrn gehörte.

Catena Aurea · Mt 25
Er sagt: Du warst treu über weniges, weil alles, was wir gegenwärtig haben, obwohl es groß und viel erscheint, im Vergleich zu dem, was kommen wird, doch klein und wenig ist.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Der treue Knecht wird über vieles gesetzt, wenn er, nachdem er die Bedrängnisse der Verderbnis überwunden hat, sich mit ewiger Freude auf jenem himmlischen Thron freut. Dann wird er vollständig zur Freude seines Herrn zugelassen, wenn er in jenes bleibende Land aufgenommen und unter die Scharen der Engel eingereiht, solche innere Freude über diese Gabe hat, dass kein Raum für äußere Trauer über seine Verderbnis bleibt.

Catena Aurea · Mt 25
Was Größeres kann einem treuen Knecht gegeben werden, als bei seinem Herrn zu sein und die Freude seines Herrn zu sehen?

Catena Aurea · Mt 25
Mit diesem Wort Freude drückt er die vollkommene Seligkeit aus.

Catena Aurea · Mt 25
(de Trin. i. 8.) Dies wird unsere vollkommene Freude sein, größer als die keine ist, den Genuss jener göttlichen Dreifaltigkeit zu haben, nach deren Bild wir geschaffen wurden.

Catena Aurea · Mt 25
Der Knecht, der aus fünf Talenten zehn gemacht hatte, und der, welcher aus zwei vier gemacht hatte, werden mit gleicher Gunst vom Hausherrn aufgenommen, der nicht auf die Größe ihres Gewinns, sondern auf die Gesinnung ihres Willens schaut.
Catena Aurea · Mt 25
Dass er von beiden Knechten sagt, dass sie kamen, müssen wir als ihr Hinscheiden aus dieser Welt zu ihm verstehen. Und beachte, dass dasselbe zu beiden gesagt wurde; wer geringere Fähigkeit hatte, aber das, was er hatte, so einsetzte, wie er sollte, wird bei Gott um nichts weniger haben als der, welcher größere Fähigkeit hat; denn alles, was verlangt wird, ist, dass ein Mensch, was er von Gott hat, alles zu Gottes Ehre gebraucht.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. in Ev. ix. 3.) Der Knecht, der mit seinem Talent nicht handeln wollte, kehrt mit Worten der Entschuldigung zu seinem Herrn zurück.

Catena Aurea · Mt 25
Denn wahrlich, was geschrieben steht: Entschuldigungen vorzubringen, die Sünden entschuldigen (Ps 141,4), widerfuhr diesem Knecht, so dass zur Trägheit und Untätigkeit auch noch die Sünde des Hochmuts hinzukam. Denn er, der seinen Fehler aufrichtig hätte eingestehen und den Hausherrn bitten sollen, hadert im Gegenteil mit ihm und behauptet, er habe es mit vorausschauender Absicht getan, damit er nicht, während er Gewinn zu machen suchte, das Kapital gefährde.
Catena Aurea · Mt 25
Dieser Knecht scheint mir einer von denen gewesen zu sein, die glauben, aber nicht aufrichtig handeln, ihren Glauben verbergen und alles tun, damit sie nicht als Christen erkannt werden. Die solcherart sind, scheinen mir eine Furcht vor Gott zu haben und ihn als streng und unversöhnlich zu betrachten. Wir verstehen freilich, wie der Herr erntet, wo er nicht gesät hat, weil der Gerechte im Geist sät, woraus er das ewige Leben ernten wird. Auch erntet er, wo er nicht gesät hat, und sammelt, wo er nicht ausgestreut hat, weil er alles, was unter den Armen gesät wird, als ihm selbst erwiesen zählt.

Catena Aurea · Mt 25
Auch durch das, was dieser Knecht zu sagen wagte: Du erntest, wo du nicht gesät hast, verstehen wir, dass der Herr das gute Leben der Heiden und der Philosophen annimmt.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Aber es gibt viele in der Kirche, von denen dieser Knecht ein Typus ist, die sich fürchten, den Weg eines besseren Lebens einzuschlagen, und doch nicht fürchten, in fleischlicher Trägheit zu verharren; sie halten sich für Sünder und zittern deshalb, die Pfade der Heiligkeit zu betreten, bleiben aber furchtlos in ihren eigenen Ungerechtigkeiten.

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Oder unter diesem Knecht wird das jüdische Volk verstanden, das im Gesetz verharrt und sagt: Ich fürchtete dich, als ob es aus Furcht vor den alten Geboten sich der Ausübung der evangelischen Freiheit enthielte; und es sagt: Siehe, da ist das Deine, als ob es in dem verblieben wäre, was der Herr geboten hatte, obwohl es doch wusste, dass die Früchte der Gerechtigkeit dort geerntet werden sollten, wo das Gesetz nicht gesät worden war, und dass aus den Heiden einige gesammelt werden sollten, die nicht aus dem Samen Abrahams zerstreut waren.

Catena Aurea · Mt 25
Aber was er für seine Entschuldigung hielt, wird ihm zur Verdammnis. Er nennt ihn einen bösen Knecht, weil er gegen seinen Herrn Einwände erhob; und einen trägen, weil er sein Talent nicht verdoppelte; er verurteilt seinen Stolz im einen und seine Trägheit im anderen. Wenn du mich als hart und streng kanntest und als einen, der nach fremdem Gut trachtet, hättest du auch wissen müssen, dass ich das Meine mit umso größerer Strenge einfordere, und hättest mein Geld den Geldwechslern geben sollen; denn das griechische Wort hier (ἀζγύριον) bedeutet Geld. Die Worte des Herrn sind reine Worte, Silber, im Feuer geläutert. (Ps. 12:6.) Das Geld oder Silber ist also die Verkündigung des Evangeliums und das himmlische Wort; das man den Geldwechslern geben sollte, das heißt entweder den anderen Lehrern, was die Apostel taten, als sie Priester und Bischöfe in den Städten einsetzten; oder allen Gläubigen, die den Betrag verdoppeln und mit Zins zurückgeben können, indem sie in der Tat erfüllen, was sie im Wort gelernt haben.

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(Hom. in Ev. ix. 4.) So sehen wir also sowohl die Gefahr der Lehrer, wenn sie das Geld des Herrn zurückhalten, als auch die der Hörer, von denen mit Zins das eingefordert wird, was sie gehört haben, nämlich dass sie sich von dem, was sie gehört haben, bemühen sollen zu verstehen, dass sie nicht gehört haben.
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Der Herr ließ nicht zu, dass Er ein harter Mensch sei, wie der Knecht annahm, sondern stimmte allen seinen anderen Worten zu. Aber Er ist tatsächlich hart gegenüber denen, die die Barmherzigkeit Gottes missbrauchen, um sich selbst nachlässig werden zu lassen, und sie nicht zur Bekehrung nutzen.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Lasst uns nun das Urteil hören, durch das der Herr den trägen Knecht verurteilt: Nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der zehn Talente hat.
Catena Aurea · Mt 25
Der Herr ist durch die Macht Seiner Gottheit fähig, dem Menschen, der nachlässig ist, es zu nutzen, seine Fähigkeit zu nehmen und sie dem zu geben, der die seine vermehrt hat.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. in Ev. ix. 5.) Es könnte passender erscheinen, es eher dem zu geben, der zwei hatte, als dem, der fünf hatte. Aber da die fünf Talente die Erkenntnis der äußeren Dinge bezeichnen, die zwei aber Einsicht und Handeln, hatte der, welcher die zwei hatte, mehr als der, welcher die fünf Talente hatte; dieser Mann mit seinen fünf Talenten verdiente die Verwaltung der äußeren Dinge, war aber noch ohne jegliche Einsicht in die ewigen Dinge. Das eine Talent also, von dem wir sagen, dass es den Verstand bezeichnet, sollte dem gegeben werden, der die äußeren Dinge, die er empfangen hatte, gut verwaltet hatte; dasselbe sehen wir täglich in der Heiligen Kirche geschehen, dass die, welche die äußeren Dinge treu verwalten, auch mächtig in der inneren Einsicht sind.

Catena Aurea · Mt 25
Oder es wird dem gegeben, der fünf Talente gewonnen hatte, damit wir verstehen, dass, obwohl die Freude des Herrn über die Arbeit eines jeden gleich ist, sowohl über den, der die fünf verdoppelte, als auch über den, der die zwei verdoppelte, dennoch dem eine größere Belohnung gebührt, der mit dem Geld des Herrn mehr gearbeitet hat.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. in Ev. ix. 6.) Dann folgt ein allgemeines Urteil: Denn jedem, der hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; aber von dem, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er zu haben scheint. Denn wer die Liebe hat, empfängt auch die anderen Gaben; wer aber die Liebe nicht hat, verliert sogar die Gaben, die er zu haben schien.

Catena Aurea · Mt 25
Auch wer die Gaben der Beredsamkeit und der Lehre zum Nutzen hat und sie nicht gebraucht, verliert diese Gnade; wer sich aber bemüht, sie anzuwenden, erwirbt einen größeren Anteil.

Catena Aurea · Mt 25
Viele auch, die von Natur aus klug und scharfsinnig sind, verlieren, wenn sie nachlässig werden und durch Nichtgebrauch das Gute verderben, das sie von Natur aus haben, im Vergleich zu dem, der von Natur aus etwas stumpf ist, aber seine Rückständigkeit durch Fleiß und Mühe ausgleicht, ihre natürliche Gabe und sehen, wie die ihnen verheißene Belohnung auf andere übergeht. Aber es kann auch so verstanden werden: Dem, der Glauben und einen rechten Willen im Herrn hat, wird, auch wenn er als Mensch in der Tat etwas zu kurz kommt, vom barmherzigen Richter gegeben werden; wer aber den Glauben nicht hat, wird auch die anderen Tugenden verlieren, die er von Natur aus zu haben scheint. Und Er sagt mit Bedacht: Von dem, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er zu haben scheint; denn alles, was ohne Glauben an Christus ist, darf nicht dem zugerechnet werden, der es missbraucht, sondern dem, der die Güter der Natur sogar einem bösen Knecht gibt.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Oder: Wer die Liebe nicht hat, verliert sogar das, was er empfangen zu haben scheint.

Catena Aurea · Mt 25
Und denen, die das Vorrecht der Evangelien haben, wird auch die Ehre des Gesetzes zuteil; aber von dem, der den Glauben an Christus nicht hat, wird sogar die Ehre genommen, die ihm durch das Gesetz zu eigen schien.

Catena Aurea · Mt 25
Der böse Knecht wird nicht nur durch den Verlust seines Talents bestraft, sondern durch unerträgliche Züchtigung und eine damit verbundene Anklage.
Catena Aurea · Mt 25
In die äußere Finsternis, wo kein Licht ist, vielleicht nicht einmal physisches Licht; und wo Gott nicht gesehen wird, sondern die dorthin Verurteilten als unwürdig der Anschauung Gottes verurteilt werden. Wir haben auch gelesen, dass jemand vor uns dies von der Finsternis jenes Abgrunds auslegte, der außerhalb der Welt ist, als ob sie, der Welt unwürdig, in jenen Abgrund geworfen würden, wo Finsternis ist, die niemand erhellt.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Und so wird zur Strafe in die äußere Finsternis geworfen, wer aus eigenem freien Willen in die innere Finsternis gefallen ist.

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Was das Weinen und Zähneknirschen ist, haben wir oben gesagt.

Catena Aurea · Mt 25
Beachte, dass nicht nur der bestraft wird mit äußerster Strafe, der andere beraubt oder Böses tut, sondern auch der, welcher keine guten Werke tut.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. in Ev. ix. 7.) Der also, der Einsicht hat, sehe zu, dass er nicht schweige; der Überfluss hat, sei nicht tot für die Barmherzigkeit; der die Kunst besitzt, das Leben zu führen, teile ihren Nutzen dem Nächsten mit; und der die Gabe der Beredsamkeit hat, trete bei den Reichen für die Armen ein. Denn auch die geringste Gabe wird als ein zur Nutzung anvertrautes Talent angerechnet werden.
Catena Aurea · Mt 25
Wenn du Anstoß daran nimmst, was wir gesagt haben, nämlich dass ein Mensch gerichtet wird, wenn er andere nicht lehrt, so rufe dir die Worte des Apostels ins Gedächtnis: Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde. (1 Kor 9,16.)
31 Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. 32 Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. 33 Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. 34 Dann wird der König zu denen auf seiner Rechten sagen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das euch seit Grundlegung der Welt bereitet ist. 35 Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gereicht; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; 36 ich war nackt und ihr habt mich bekleidet; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. 37 Da werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann sahen wir dich hungrig und haben dir zu essen gegeben oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und aufgenommen oder nackt und dich bekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was immer ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. 41 Dann wird er auch zu denen auf der Linken sprechen: Hinweg von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. 42 Denn ich war hungrig und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben; 43 ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mich nicht bekleidet; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. 44 Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? 45 Da wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was immer ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.
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Catena Aurea · Mt 25
Nach den Gleichnissen über das Ende der Welt fährt der Herr fort, die Art des kommenden Gerichts zu beschreiben.

Catena Aurea · Mt 25
(Hom. lxxix.) Auf diesen überaus süßen Abschnitt der Schrift, den wir unaufhörlich zu bedenken nicht aufhören, lasst uns nun mit aller Aufmerksamkeit und Zerknirschung des Geistes hören; denn Christus kleidet diese Rede in der Tat in mehr Schrecken und Lebendigkeit. Er sagt daher nicht von ihr wie von den anderen: Das Himmelreich ist gleich, sondern offenbart von sich selbst durch unmittelbare Offenbarung, indem er spricht: Wenn der Menschensohn in seiner Majestät kommen wird.

Catena Aurea · Mt 25
Er, der innerhalb von zwei Tagen das Pascha feiern, ans Kreuz ausgeliefert und von Menschen verspottet werden sollte, hält nun passend den Glanz seines Triumphes hin, damit er die Ärgernisse, die folgen sollten, durch die Verheißung des Lohnes aufwiege. Und es ist zu beachten, dass der, der in Majestät gesehen werden wird, der Menschensohn ist.

Catena Aurea · Mt 25
(in Joan. Tr. 21.) Die Gottlosen und auch die, die zu seiner Rechten gestellt werden, werden ihn in menschlicher Gestalt sehen; denn er wird im Gericht in jener Gestalt erscheinen, die er von uns angenommen hat; aber danach wird er in der Gestalt Gottes gesehen werden, nach der sich alle Gläubigen sehnen.
Catena Aurea · Mt 25
Diese Worte widerlegen den Irrtum derer, die sagten, der Herr werde nicht in derselben Gestalt eines Knechtes bleiben. Mit seiner Majestät meint er seine Gottheit, in der er dem Vater und dem Heiligen Geist gleich ist.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: Er wird wieder in Herrlichkeit kommen, so dass sein Leib so beschaffen sein wird wie bei der Verklärung auf dem Berg. Sein Thron ist entweder die Versammlung der vollkommeneren Heiligen, von denen geschrieben steht: Denn dort sind Throne zum Gericht gesetzt; (Ps 122,5.) oder bestimmte Engelkräfte, von denen es heißt: Throne oder Herrschaften. (Kol 1,16.)

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xx. 24.) Er wird mit den Engeln herabkommen, die er von den himmlischen Orten herbeirufen wird, um Gericht zu halten.

Catena Aurea · Mt 25
Denn alle seine Engel werden bei ihm sein, um Zeugnis zu geben für die Dinge, worin sie auf sein Geheiß zum Heil der Menschen gedient haben.

Catena Aurea · Mt 25
(Serm. 351, 8.) Oder er meint hier mit Engeln Menschen, die mit Christus richten werden; denn Engel sind Boten, und als solche verstehen wir mit Recht alle, die den Menschen Botschaft vom himmlischen Heil gebracht haben.
Catena Aurea · Mt 25
Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Diese Worte beweisen, dass die Auferstehung der Menschen wirklich sein wird.

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xx. 24.) Diese Versammlung wird durch den Dienst der Engel vollzogen werden, wie es im Psalm heißt: Versammelt ihm seine Heiligen. (Ps 50,5.)
Catena Aurea · Mt 25
Oder wir müssen dies nicht als ein örtliches Zusammenkommen verstehen, sondern dass die Völker nicht mehr in verschiedene und falsche Lehren über ihn zerstreut sein werden. Denn die Gottheit Christi wird so offenbar werden, dass nicht einmal die Sünder ihn länger verkennen werden. Er wird sich dann nicht an einem Ort als Sohn Gottes zeigen und an einem anderen nicht; wie er es uns durch das Gleichnis des Blitzes auszudrücken suchte. Solange also die Gottlosen weder sich selbst noch Christus erkennen, oder die Gerechten durch einen Spiegel im Rätsel sehen, (1 Kor 13,12.) so lange sind die Guten nicht von den Bösen geschieden; aber wenn durch die Offenbarung des Sohnes Gottes alle zur Erkenntnis von ihm gelangen, dann wird der Heiland die Guten von den Bösen scheiden; denn dann werden die Sünder ihre Sünden sehen, und die Gerechten werden klar erkennen, wozu die Saat der Gerechtigkeit in ihnen geführt hat. Die Geretteten werden Schafe genannt wegen jener Sanftmut, die sie von dem gelernt haben, der sagte: Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig, (Mt 11,29.) und weil sie bereit sind, sogar bis zum Tod zu gehen in Nachahmung Christi, der wie ein Schaf zur Schlachtung geführt wurde. (Jes 53,7.) Die Gottlosen werden Böcke genannt, weil sie raue und schroffe Felsen erklimmen und auf gefährlichen Wegen wandeln.

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Oder er nennt die einen Schafe und die anderen Böcke, um die Nutzlosigkeit der einen und die Fruchtbarkeit der anderen zu bezeichnen; denn Schafe sind sehr produktiv an Wolle, Milch und Lämmern.
Catena Aurea · Mt 25
(non occ.) Unter dem Bild eines Schafes wird in der Schrift Einfalt und Unschuld bezeichnet. Schön daher werden an dieser Stelle die Auserwählten durch Schafe bezeichnet.

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Auch die Ziege ist ein geiles Tier und war im Gesetz das Opfer für Sünden; und er sagt nicht ‚Ziegen‘, die Junge gebären können und geschoren von der Wäsche heraufkommen. (Hoheslied 4,2.)

Catena Aurea · Mt 25
Dann scheidet er sie dem Ort nach.
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Denn die Heiligen, die rechte Werke gewirkt haben, werden als Lohn für ihre rechten Werke die rechte Hand des Königs empfangen, bei der Ruhe und Herrlichkeit ist; die Gottlosen aber sind wegen ihrer bösen und linken Taten zur Linken gefallen, das heißt in das Elend der Qualen. Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt, damit sie, worin sie auch zurückstehen, es aufholen, wenn sie vollkommener mit Christus vereint sind. Er fügt hinzu: ihr Gesegneten meines Vaters, um zu zeigen, wie vorzüglich gesegnet sie waren, da sie von alters her gesegnet sind vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. (Ps 115,15.)

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Oder sie werden gesegnet genannt, denen für ihre guten Verdienste ein ewiger Segen zusteht. Er nennt es das Reich seines Vaters und schreibt die Herrschaft des Reiches dem zu, von dem er selbst als König gezeugt wurde. Denn durch seine königliche Macht, mit der er an jenem Tag allein erhöht werden wird, wird er das Urteil des Gerichts sprechen: Dann wird der König sagen.

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Beachte, dass Er nicht sagt ‚Empfangt‘, sondern besitzt oder erbt, als euch von alters her zustehend.

Catena Aurea · Mt 25
Dieses für euch von Grundlegung der Welt Bereitete ist zu verstehen als von der Vorhersehung Gottes, bei dem das Zukünftige wie schon geschehen ist.

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xx. 9.) Außer jenem Reich, von dem Er am Ende sagen wird: Erbt das Reich, das euch bereitet ist, obwohl in sehr untergeordneter Weise, wird auch die gegenwärtige Kirche Sein Reich genannt, in der wir noch mit dem Feind im Kampf liegen, bis wir zu jenem Reich des Friedens gelangen, wo wir ohne Feind herrschen werden.

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(Serm. 351. 8.) Aber jemand wird sagen: Ich begehre nicht zu herrschen, es genügt mir, dass ich gerettet werde. Worin sie getäuscht werden, erstens, weil es keine Rettung für die gibt, deren Ungerechtigkeit überhandnimmt; und zweitens, weil, wenn es auch einen Unterschied gibt zwischen denen, die herrschen, und denen, die nicht herrschen, doch alle im selben Reich sein müssen, damit sie nicht als Feinde oder Fremde angesehen werden und zugrunde gehen, während die anderen herrschen. So erben alle Römer das Reich Roms, obwohl nicht alle darin herrschen.

Catena Aurea · Mt 25
Denn was die Heiligen als Gnadengabe dieses himmlischen Reiches erlangen, zeigt Er, wenn Er hinzufügt: Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.
Catena Aurea · Mt 25
Und es ist zu beachten, dass der Herr hier sechs Werke der Barmherzigkeit aufzählt, deren Erfüllung den Anspruch auf das Reich gibt, das für die Auserwählten von Grundlegung der Welt bereitet ist.

Catena Aurea · Mt 25
Mystisch gesprochen: Wer mit dem Brot des Wortes und dem Trank der Weisheit die nach Gerechtigkeit hungernde und dürstende Seele erquickt, oder den, der in Häresie oder Sünde umherirrt, in das Haus unserer Mutter, der Kirche, aufnimmt, oder den im Glauben Schwachen stärkt, der erfüllt die Pflichten wahrer Liebe.

Catena Aurea · Mt 25
(Mor. xxvi. 27.) Diese, zu denen der Richter bei Seinem Kommen, da sie zu Seiner Rechten stehen, sagen wird: Ich war hungrig usw., sind die, die auf der Seite der Auserwählten gerichtet werden und herrschen; die die Flecken ihres Lebens mit Tränen abwaschen; die frühere Sünden durch nachfolgende gute Werke sühnen; die, was immer sie Unerlaubtes zu irgendeiner Zeit getan haben, vor den Augen des Richters mit dem Mantel des Almosens bedeckt haben. Andere zwar gibt es, die nicht gerichtet werden, doch herrschen, die sogar über die Vorschriften des Gesetzes hinaus in der Vollkommenheit ihrer Tugend gegangen sind.
Catena Aurea · Mt 25
Aus Demut erklären sie sich für unwürdig jeglichen Lobes für ihre guten Werke, nicht dass sie vergessen hätten, was sie getan haben. Aber Er zeigt ihnen Sein enges Mitgefühl mit den Seinen.

Catena Aurea · Mt 25
Herr, wann sahen wir dich usw. Dies sagen sie nicht, weil sie den Worten des Herrn misstrauen, sondern sie sind erstaunt über so große Erhöhung und über die Größe ihrer eigenen Herrlichkeit; oder weil das Gute, das sie getan haben, ihnen so gering erscheinen wird nach dem Wort des Apostels: Denn die Leiden dieser Zeit sind nicht wert, verglichen zu werden mit der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. (Röm. 8:18.)

Catena Aurea · Mt 25
Es wäre uns zwar freigestellt zu verstehen, dass es Christus in jedem Armen ist, den wir speisen, wenn er hungert, oder dem wir zu trinken geben, wenn er dürstet, und so bei den anderen Dingen; aber wenn Er sagt: Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, scheint Er mir nicht allgemein von den Armen zu sprechen, sondern von den Armen im Geiste, jenen, auf die Er zeigte und sagte: Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder. (Mt. 12:50.)

Catena Aurea · Mt 25
Aber wenn sie Seine Brüder sind, warum nennt Er sie die Geringsten? Weil sie niedrig, arm und verachtet sind. Damit meint Er nicht nur die Mönche, die sich in die Berge zurückgezogen haben, sondern jeden Gläubigen, auch wenn er weltlich ist, auch wenn er hungert oder dergleichen, doch will Er, dass er barmherzige Hilfe erlangt; denn die Taufe und die Mitteilung der göttlichen Geheimnisse machen ihn zum Bruder.
Catena Aurea · Mt 25
Wie Er zu den Gerechten gesagt hatte: Kommt her, so sagt Er zu den Gottlosen: Geht weg, denn die das Gebot Gottes halten, sind dem Wort nahe und werden gerufen, damit sie noch näher gebracht werden; aber die sind fern von ihm, auch wenn sie nahe zu stehen scheinen, die Seine Gebote nicht tun; darum wird zu ihnen gesagt: Geht weg, damit die, die vor Ihm zu leben schienen, nicht mehr gesehen werden. Es ist zu bemerken, dass Er, obwohl Er zu den Heiligen gesagt hatte: Ihr Gesegneten meines Vaters, jetzt nicht sagt: Ihr Verfluchten meines Vaters, weil von allem Segen der Vater der Urheber ist, aber jeder Mensch der Ursprung seines eigenen Fluches ist, wenn er die Dinge tut, die den Fluch verdienen. Die von Jesus weichen, fallen in das ewige Feuer, das von ganz anderer Art ist als das Feuer, das wir gebrauchen. Denn kein Feuer, das wir haben, ist ewig, ja nicht einmal von langer Dauer. Und beachte, dass Er nicht sagt: ‚das Reich, das den Engeln bereitet ist‘, wie Er wohl sagt: das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist; weil Er nicht, soweit es an Ihm lag, die Menschen zum Verderben erschuf, sondern die Sünder sich selbst mit dem Teufel zusammenspannen, so dass, wie die Geretteten den heiligen Engeln gleich gemacht werden, die Verlorenen den Engeln des Teufels gleich gemacht werden.

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xxi. 10.) Daraus ist klar, dass dasselbe Feuer zur Bestrafung von Menschen und Dämonen bestimmt sein wird. Wenn es also durch körperliche Berührung Schmerz zufügt, um körperliche Qual zu bewirken, wie wird es dann eine Strafe für die bösen Geister enthalten, es sei denn, die Dämonen haben, wie einige meinten, Körper aus grober und flüssiger Luft. Aber wenn jemand behauptet, die Dämonen hätten keine Körper, wollen wir darüber nicht streitsüchtig verhandeln. Denn warum sollten wir nicht sagen, dass wahrhaft, obwohl wunderbar, sogar ein körperloser Geist den Schmerz des körperlichen Feuers empfinden kann? Wenn die Geister der Menschen, obwohl selbst körperlos, jetzt in körperliche Glieder eingeschlossen werden können, können sie dann untrennbar an die Fesseln des Körpers gebunden sein. Die Dämonen werden also mit einem Körper aus materiellem Feuer verbunden sein, obwohl sie selbst immateriell sind, und ziehen Strafe aus ihrem Körper, ohne ihm Leben zu geben. Und jenes Feuer, da es materiell ist, wird solche Körper wie unsere mit ihren Geistern quälen; aber die Dämonen sind Geister ohne Körper.
Catena Aurea · Mt 25
Oder es mag sein, dass das Feuer von solcher Natur ist, dass es unsichtbare Substanzen quälen kann, da es selbst unsichtbar ist, wie der Apostel sagt: Was sichtbar ist, ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, ist ewig. (2 Kor. 4:18.) Wundere dich nicht, wenn du hörst, dass es ein Feuer gibt, das, obwohl unsichtbar, Macht hat zu quälen, wenn du siehst, dass es ein inneres Fieber gibt, das über Menschen kommt und sie schwer peinigt. Es folgt: Ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Den Gläubigen ist geschrieben: Ihr seid der Leib Christi. (1 Kor. 12:27.) Wie also die Seele, die im Körper wohnt, obwohl sie nicht in Bezug auf ihre geistige Substanz hungert, doch nach der Speise des Körpers hungert, weil sie mit dem Körper verbunden ist; so leidet der Heiland, was auch immer Sein Leib, die Kirche, leidet, obwohl Er selbst leidensunfähig ist. Und beachte, wie Er im Sprechen zu den Gerechten ihre guten Werke nach ihren verschiedenen Arten aufzählt, aber bei den Ungerechten die Beschreibung unter dem einen Punkt abschneidet: Ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht, weil es die Aufgabe eines barmherzigen Richters war, die guten Werke der Menschen ausführlich zu behandeln, aber ihre bösen Werke leicht und flüchtig zu übergehen.

Catena Aurea · Mt 25
Beachte, wie sie in der Barmherzigkeit versagt hatten, nicht nur in ein oder zwei Punkten, sondern in allen; nicht nur gaben sie Ihm nicht zu essen, als Er hungrig war, sondern sie besuchten Ihn nicht einmal, als Er krank war, was leichter gewesen wäre. Und sieh, wie leichte Dinge Er auferlegt; Er sagte nicht: Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich nicht befreit, sondern: und ihr habt mich nicht besucht. Auch verlangte Sein Hunger keine kostbaren Leckerbissen, sondern notwendige Nahrung. Jeder dieser Punkte ist also für ihre Bestrafung ausreichend. Erstens die Geringfügigkeit Seiner Bitte, nämlich um Brot; zweitens die Mittellosigkeit Dessen, der es suchte, denn Er war arm; drittens die natürlichen Gefühle des Mitleids, denn Er war ein Mensch; viertens die Erwartung Seiner Verheißung, denn Er verhieß ein Reich; fünftens die Größe Dessen, der empfängt, denn Gott ist es, der im Armen empfängt; sechstens die hervorragende Ehre, dass Er sich herabließ, von Menschen zu nehmen; und siebtens die Gerechtigkeit einer solchen Gewährung, denn was Er von uns nimmt, ist unser eigenes. Aber die Habgier macht die Menschen blind für alle diese Erwägungen.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Die, zu denen dies gesagt wird, sind die gottlosen Gläubigen, die gerichtet werden und verloren gehen; andere, die Ungläubigen sind, werden nicht gerichtet und gehen verloren; denn es gibt keine Untersuchung des Zustands solcher, die vor dem Angesicht eines unparteiischen Richters erscheinen, die durch ihren Unglauben bereits verurteilt sind; aber die, die das Bekenntnis des Glaubens festhalten, aber nicht die Werke ihres Bekenntnisses haben, werden überführt, damit sie verurteilt werden. Diese wenigstens hören die Worte ihres Richters, weil sie wenigstens die Worte Seines Glaubens bewahrt haben. Die anderen hören kein Wort ihres Richters, der das Urteil der Verdammnis spricht, weil sie Ihm nicht einmal im Wort Ehre erwiesen haben. Denn ein Fürst, der ein irdisches Königreich regiert, bestraft auf unterschiedliche Weise die Rebellion eines Untertanen und die feindlichen Versuche eines Feindes; im ersteren Fall greift er auf sein Vorrecht zurück; gegen einen Feind ergreift er die Waffen und fragt nicht, welche Strafe das Gesetz an sein Verbrechen knüpft.

Catena Aurea · Mt 25
So durch die Worte des Richters überführt, antworten sie unterwürfig: Herr, wann sahen wir dich usw.
Catena Aurea · Mt 25
Beachte, wie die Gerechten bei jedem Wort verweilen, während die Ungerechten summarisch antworten und nicht die einzelnen Fälle durchgehen; denn so ziemt es sich für die Gerechten, aus Demut jede einzelne großmütige Tat abzulehnen, wenn sie ihnen öffentlich zugeschrieben wird; während böse Menschen ihre Sünden entschuldigen und sie als wenige und lässlich zu erweisen suchen. Und Christi Antwort vermittelt dies. Und zu den Gerechten sagt Er: Was ihr meinen Brüdern getan habt, um die Größe ihrer guten Werke zu zeigen; zu den Sündern sagt Er nur: einem von diesen Geringsten, ohne ihre Sünde zu verschärfen. Denn wahrhaft Seine Brüder sind die Vollkommenen; und ein Werk der Barmherzigkeit, das den Heiligeren erwiesen wird, ist Gott wohlgefälliger als eines, das den weniger Heiligen erwiesen wird; und die Sünde, die weniger Heiligen zu übersehen, ist geringer als die, die Heiligeren zu übersehen.

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xx. 1.) Er behandelt jetzt das letzte Gericht, wenn Christus vom Himmel kommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten. Diesen Tag des göttlichen Gerichts nennen wir den Jüngsten Tag, das heißt das Ende der Zeit; denn wir können nicht sagen, über wie viele Tage sich jenes Gericht erstrecken wird; aber Tag wird, wie es der Brauch der Heiligen Schrift ist, für Zeit gesetzt. Und wir nennen es daher das letzte oder jüngste Gericht, weil Er sowohl jetzt richtet als auch von Anfang des Menschengeschlechts gerichtet hat, als Er den ersten Menschen vom Baum des Lebens vertrieb und die Engel, die sündigten, nicht verschonte. Aber in jenem endgültigen Gericht werden sowohl Menschen als auch Engel zusammen gerichtet werden, wenn die göttliche Macht jedes Menschen gute und böse Taten vor seinem Gedächtnis zur Überprüfung bringt und ein einziger intuitiver Blick sie der Wahrnehmung darbietet, so dass wir sogleich in unserem Gewissen verurteilt oder freigesprochen werden.
46 Und sie werden weggehen, diese zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.
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Catena Aurea · Mt 25
(de Fid. et Op. 15.) Manche täuschen sich selbst, indem sie sagen, das Feuer werde zwar ewig genannt, nicht aber die Strafe. Dies voraussehend, fasst der Herr sein Urteil in diesen Worten zusammen.
Catena Aurea · Mt 25
Beachte, dass er, obwohl er zuerst die Einladung aussprach: „Kommt, ihr Gesegneten“, und danach: „Weicht, ihr Verfluchten“, weil es die Eigenschaft eines barmherzigen Gottes ist, die guten Taten der Guten vor den bösen Taten der Bösen zu verzeichnen, nun die Reihenfolge umkehrt, indem er zuerst die Strafe der Gottlosen beschreibt und dann das Leben der Guten, damit die Schrecken des einen uns vom Bösen abschrecken und die Ehre des anderen uns zum Guten anspornen.

Catena Aurea · Mt 25
(Mor. xv. 19.) Wenn der, welcher anderen nichts gegeben hat, mit so schwerer Strafe heimgesucht wird, was wird der empfangen, der überführt wird, anderen das Ihre geraubt zu haben?

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xix. 11.) Das ewige Leben ist unser höchstes Gut und das Ziel des Gottesstaates, von dem der Apostel spricht: „Das Ende aber ist das ewige Leben.“ (Röm. 6,22.) Da aber das ewige Leben von denen, die in der Heiligen Schrift nicht wohl bewandert sind, auch als das Leben der Gottlosen verstanden werden könnte, wegen der Unsterblichkeit ihrer Seelen oder wegen der endlosen Qualen der Gottlosen, müssen wir das Ziel dieser Stadt, in der das höchste Gut erlangt werden soll, entweder Frieden im ewigen Leben oder ewiges Leben im Frieden nennen, damit es für alle verständlich ist.

Catena Aurea · Mt 25
(de Trin. i. 8.) Was der Herr zu seinem Diener Moses sprach: „Ich bin, der ich bin“ (Exod. 3,14.), das werden wir schauen, wenn wir in Ewigkeit leben werden. Denn so spricht der Herr: „Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen.“ (Joh. 17,3.) Diese Schau ist uns verheißen als das Ende allen Handelns und die ewige Vollendung unserer Freuden, von der Johannes spricht: „Wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1 Joh. 3,2.)

Catena Aurea · Mt 25
Der aufmerksame Leser beachte, dass die Strafen ewig sind und dass jenes fortwährende Leben von da an keine Furcht vor einem Fall mehr hat.

Catena Aurea · Mt 25
(Mor. xxxiv. 19.) Sie sagen, er habe leere Schrecken vorgehalten, um sie von der Sünde abzuhalten. Wir antworten: Wenn er fälschlich drohte, um die Ungerechtigkeit zu hemmen, dann verhieß er auch fälschlich, um gutes Verhalten zu fördern. Während sie also auf Umwegen Gott als barmherzig erweisen wollen, scheuen sie sich nicht, ihn der Täuschung zu beschuldigen. Doch sie wenden ein, eine endliche Sünde dürfe nicht mit unendlicher Strafe belegt werden; wir antworten, dass dieses Argument berechtigt wäre, wenn der gerechte Richter die Taten der Menschen und nicht ihre Herzen betrachtete. Daher gehört es zur Gerechtigkeit eines unparteiischen Richters, dass diejenigen, deren Herz in diesem Leben niemals ohne Sünde wäre, niemals ohne Strafe sind.

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xxi. 11.) Und die Gerechtigkeit keines Gesetzes ist darauf bedacht, dass die Dauer der Strafe eines jeden Menschen mit der Sünde übereinstimme, die jene Strafe nach sich zog. Es gab nie einen Menschen, der meinte, die Qual dessen, der einen Mord oder Ehebruch beging, solle auf denselben Zeitraum zusammengedrängt werden wie die Begehung der Tat. Und wenn für irgendein ungeheures Verbrechen ein Mensch mit dem Tode bestraft wird, bemisst das Gesetz seine Strafe nach dem Aufschub, der bei der Hinrichtung eintritt, und nicht vielmehr danach, dass sie ihn für immer aus der Gemeinschaft der Lebenden entfernen? Und Geldstrafen, Schande, Verbannung, Sklaverei – wenn sie ohne jede Hoffnung auf Gnade verhängt werden, erscheinen sie nicht im Verhältnis zur Länge dieses Lebens wie ewige Strafen? Sie sind also nur deshalb nicht ewig, weil das Leben, das sie erleidet, selbst nicht ewig ist. Doch sie sagen: Wie ist dann das wahr, was Christus sagt: „Mit welchem Maß ihr messt, wird euch gemessen werden“ (Mt. 7,2.), wenn zeitliche Sünde mit ewiger Pein bestraft wird? Sie beachten nicht, dass dies im Hinblick nicht auf die Gleichheit der Zeitdauer gesagt ist, sondern auf die Vergeltung des Bösen, d. h. dass der, welcher Böses getan hat, Böses erleiden soll. Der Mensch wurde des ewigen Übels für würdig erachtet, weil er in sich jenes Gute zerstörte, das ewig hätte sein können.

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Doch sie sagen, kein Gerechter habe Gefallen an Grausamkeiten, und der schuldige Knecht wurde gezüchtigt, um seinen Fehler zu korrigieren. Aber wenn die Gottlosen dem Höllenfeuer übergeben werden, zu welchem Zweck sollen sie dort ewig brennen? Wir antworten, dass der allmächtige Gott, da er gut ist, nicht an den Qualen der Elenden Gefallen findet; da er aber gerecht ist, hört er nicht auf, an den Gottlosen Vergeltung zu üben; doch brennen die Gottlosen nicht ohne einen gewissen Zweck, nämlich damit die Gerechten erkennen, wie sehr sie der göttlichen Gnade für die Ewigkeit verpflichtet sind, wenn sie sehen, dass die Gottlosen für die Ewigkeit Qual erleiden, der sie selbst nur durch die Hilfe jener göttlichen Gnade entgangen sind.

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xxi. 3.) Doch sie behaupten, niemand könne zugleich empfänglich für Schmerz und unfähig zu sterben sein. Es muss sein, dass einer im Schmerz lebt, aber es muss nicht sein, dass der Schmerz ihn tötet; denn nicht einmal diese sterblichen Leiber sterben an jedem Schmerz; sondern der Grund, dass mancher Schmerz ihren Tod verursacht, ist die Verbindung zwischen der Seele und unserem gegenwärtigen Leib, die einem äußersten Schmerz nachgibt. Dann aber wird die Seele mit einem solchen Leib und in einer solchen Weise vereint sein, dass kein Schmerz diese Verbindung überwinden kann. Es wird dann nicht keinen Tod geben, sondern einen ewigen Tod, da die Seele unfähig ist zu leben, weil sie ohne Gott ist, und ebenso unfähig, sich durch Sterben von den Schmerzen des Leibes zu befreien.

Catena Aurea · Mt 25
(17.) Unter diesen Gegnern der Ewigkeit der Strafe ist Origenes der barmherzigste, der glaubte, dass der Teufel selbst und seine Engel nach Leiden, die ihren Verdiensten entsprachen, und langem Erdulden von jenen Qualen befreit und den heiligen Engeln zugesellt würden. Aber dafür und für anderes wurde er nicht unverdient von der Kirche getadelt, weil selbst seine scheinbare Barmherzigkeit fehlging, indem sie den Heiligen wirkliche Schmerzen bereitete, in denen ihre Sünden gesühnt werden sollten, und eine fiktive Seligkeit, wenn die Freuden der Guten nicht sicher und endlos sein sollten. Ganz anders irrt die Barmherzigkeit anderer durch ihr menschliches Mitgefühl, die meinen, dass die Leiden jener Menschen, die durch dieses Urteil verdammt werden, zeitlich sein werden, dass aber das Glück derer, die früher oder später befreit werden, ewig sein wird. Warum erstreckt sich ihre Nächstenliebe auf das ganze Menschengeschlecht, versiegt aber, wenn sie zum Engelgeschlecht kommen?

Catena Aurea · Mt 25
(ubi sup.) Doch sie sagen: Wie können sie Heilige genannt werden, wenn sie nicht für ihre Feinde beten, die sie dann brennen sehen? Sie beten zwar nicht für ihre Feinde, solange noch irgendeine Möglichkeit besteht, ihre Herzen zu einer fruchtbaren Buße zu bekehren; aber wie sollen sie für sie beten, wenn eine Änderung von ihrer Bosheit nicht mehr möglich ist?

Catena Aurea · Mt 25
(de Civ. Dei, xxi. 19, 20. &c.) So gibt es einige, die die Befreiung von der Strafe nicht allen Menschen verheißen, sondern nur denen, die in der Taufe Christi gewaschen und seines Leibes teilhaftig geworden sind, mögen sie auch gelebt haben, wie sie wollten; wegen dessen, was der Herr spricht: „Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er nicht ewig sterben.“ (Joh. 6,51.) Wiederum andere verheißen dies nicht allen, die das Sakrament Christi haben, sondern nur den Katholiken, wie schlecht ihr Leben auch sei, die den Leib Christi gegessen haben, nicht nur im Sakrament, sondern in Wahrheit (insofern sie in der Kirche stehen, die sein Leib ist), selbst wenn sie später in Häresie oder Götzendienst der Heiden gefallen sein sollten. Und wieder andere verheißen wegen des oben Geschriebenen: „Wer bis zum Ende ausharrt, der wird gerettet werden“ (Mt. 24,13.), dies nur denen, die in der katholischen Kirche ausharren, dass sie durch die Würdigkeit ihres Fundamentes, d. h. ihres Glaubens, durch Feuer gerettet werden. All diesen widerspricht der Apostel, wenn er sagt: „Die Werke des Fleisches sind offenbar: Unzucht, Unreinheit und dergleichen; von denen ich euch vorhersage, dass die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht erben werden.“ (Gal. 5,19.) Wer in seinem Herzen zeitliche Dinge Christus vorzieht, für den ist Christus nicht das Fundament, obwohl er den Glauben an Christus zu haben scheint. Wie viel mehr ist der, welcher unerlaubte Dinge begangen hat, überführt, nicht Christus, sondern anderes ihm vorzuziehen? Ich habe auch einige getroffen, die meinten, dass nur die in ewigen Qualen brennen würden, die es versäumten, ihren Sünden entsprechende Almosen zu geben; und aus diesem Grund meinen sie, dass der Richter selbst hier nichts anderes erwähnt, wonach er fragen werde, als das Geben oder Nichtgeben von Almosen. Aber wer würdig für seine Sünden Almosen gibt, beginnt zuerst bei sich selbst; denn es wäre unpassend, dass er sich selbst nicht das täte, was er anderen tut, wenn er die Worte Gottes hört: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt. 22,39.), und ebenso hört: „Sei barmherzig gegen deine Seele, indem du Gott gefällst“? (Sir. 30,24.) Wer also seiner eigenen Seele dieses Almosen, Gott zu gefallen, nicht erweist, wie kann von ihm gesagt werden, dass er seinen Sünden entsprechende Almosen gibt? Warum wir also Almosen geben sollen, ist nur, damit wir, wenn wir um Gnade für vergangene Sünden bitten, erhört werden; nicht, damit wir dadurch die Erlaubnis erkaufen, in der Sünde fortzufahren. Und der Herr warnt uns vor, dass er die Almosen auf die rechte Seite stellen wird und die nicht gegebenen Almosen auf die linke, um uns zu zeigen, wie mächtig Almosen sind, frühere Sünden zu tilgen, nicht aber, um einem Fortfahren in der Sünde Straflosigkeit zu gewähren.
Catena Aurea · Mt 25
Oder: Es ist nicht nur eine Art von Gerechtigkeit, die belohnt wird, wie viele meinen. In welchen Dingen auch immer jemand die Gebote Christi befolgt, gibt er Christus Speise und Trank, der sich immer von der Wahrheit und Gerechtigkeit seiner gläubigen Menschen nährt. So weben wir Christus Kleidung, wenn er friert, wenn wir das Gewebe der Weisheit ergreifen, es anderen einschärfen und ihnen ein Herz voll Erbarmen anlegen. Auch wenn wir mit verschiedenen Tugenden unser Herz bereiten, ihn oder die Seinen aufzunehmen, nehmen wir ihn als Fremden in die Herberge unseres Herzens auf. Auch wenn wir einen Bruder besuchen, der krank ist im Glauben oder in guten Werken, mit Lehre, Zurechtweisung oder Trost, besuchen wir Christus selbst. Ja, alles, was hier ist, ist das Gefängnis Christi und der Seinen, die in dieser Welt leben, als wären sie in das Gefängnis der natürlichen Notwendigkeit gekettet. Wenn wir diesen ein gutes Werk tun, besuchen wir sie im Gefängnis und Christus in ihnen.