
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 25
31 Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. 32 Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. 33 Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. 34 Dann wird der König zu denen auf seiner Rechten sagen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das euch seit Grundlegung der Welt bereitet ist. 35 Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gereicht; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; 36 ich war nackt und ihr habt mich bekleidet; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. 37 Da werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann sahen wir dich hungrig und haben dir zu essen gegeben oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und aufgenommen oder nackt und dich bekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was immer ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. 41 Dann wird er auch zu denen auf der Linken sprechen: Hinweg von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. 42 Denn ich war hungrig und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben; 43 ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mich nicht bekleidet; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. 44 Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? 45 Da wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was immer ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.
(ubi sup.) Die, zu denen dies gesagt wird, sind die gottlosen Gläubigen, die gerichtet werden und verloren gehen; andere, die Ungläubigen sind, werden nicht gerichtet und gehen verloren; denn es gibt keine Untersuchung des Zustands solcher, die vor dem Angesicht eines unparteiischen Richters erscheinen, die durch ihren Unglauben bereits verurteilt sind; aber die, die das Bekenntnis des Glaubens festhalten, aber nicht die Werke ihres Bekenntnisses haben, werden überführt, damit sie verurteilt werden. Diese wenigstens hören die Worte ihres Richters, weil sie wenigstens die Worte Seines Glaubens bewahrt haben. Die anderen hören kein Wort ihres Richters, der das Urteil der Verdammnis spricht, weil sie Ihm nicht einmal im Wort Ehre erwiesen haben. Denn ein Fürst, der ein irdisches Königreich regiert, bestraft auf unterschiedliche Weise die Rebellion eines Untertanen und die feindlichen Versuche eines Feindes; im ersteren Fall greift er auf sein Vorrecht zurück; gegen einen Feind ergreift er die Waffen und fragt nicht, welche Strafe das Gesetz an sein Verbrechen knüpft.