
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 25
1 Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegenzogen. 2 Fünf von ihnen waren töricht und fünf klug. 3 Die törichten nämlich nahmen zwar ihre Lampen, aber kein Öl mit sich. 4 Die klugen dagegen nahmen zu ihren Lampen auch Öl in Gefäßen mit. 5 Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ, nickten alle ein und schliefen. 6 Um Mitternacht aber erscholl der Ruf: Der Bräutigam! Kommt heraus, ihm entgegen! 7 Da standen jene Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von euerem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. 9 Die Klugen aber antworteten: Es könnte für uns und euch nicht reichen. Geht lieber zu den Händlern und kauft euch Öl. 10 Noch während sie zum Einkaufen unterwegs waren, kam der Bräutigam; die bereit waren, gingen mit ihm zur Hochzeit hinein, und die Tür wurde verschlossen. 11 Später kamen auch die übrigen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! 12 Er aber antwortete: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13 Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
Oder anders; Diese Jungfrauen waren töricht, nicht nur weil sie von hier schieden, ohne Vorrat an Barmherzigkeit, sondern weil sie meinten, sie von denen zu erhalten, die sie inständig darum baten. Denn obwohl nichts barmherziger sein könnte als jene klugen Jungfrauen, die gerade wegen dieser Barmherzigkeit anerkannt wurden, wollten sie doch nicht die Bitte der törichten Jungfrauen gewähren. Aber die Klugen antworteten und sprachen: Nicht so, damit nicht genug für uns und euch sei; daraus lernen wir, dass keiner von uns an jenem Tag als Fürsprecher für diejenigen auftreten kann, die durch ihre eigenen Werke verraten werden, nicht weil er nicht will, sondern weil er nicht kann.