
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 25
46 Und sie werden weggehen, diese zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.
(Mor. xxxiv. 19.) Sie sagen, er habe leere Schrecken vorgehalten, um sie von der Sünde abzuhalten. Wir antworten: Wenn er fälschlich drohte, um die Ungerechtigkeit zu hemmen, dann verhieß er auch fälschlich, um gutes Verhalten zu fördern. Während sie also auf Umwegen Gott als barmherzig erweisen wollen, scheuen sie sich nicht, ihn der Täuschung zu beschuldigen. Doch sie wenden ein, eine endliche Sünde dürfe nicht mit unendlicher Strafe belegt werden; wir antworten, dass dieses Argument berechtigt wäre, wenn der gerechte Richter die Taten der Menschen und nicht ihre Herzen betrachtete. Daher gehört es zur Gerechtigkeit eines unparteiischen Richters, dass diejenigen, deren Herz in diesem Leben niemals ohne Sünde wäre, niemals ohne Strafe sind.