
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 22
15 Darauf gingen die Pharisäer hin und beratschlagten, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten. 16 Sie schickten ihre Schüler mit den Anhängern des Herodes zu ihm. Sie sagten: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes wahrheitsgemäß lehrst und nach niemandem fragst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen. 17 Sage uns nun: Was meinst du, ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht? 18 Jesus aber kannte ihre Bosheit und sagte: Was stellt ihr mir eine Falle, ihr Heuchler? 19 Zeigt mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar. 20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist dies? 21 Sie antworteten: Des Kaisers. Da sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 22 Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen weg.
Die Weisheit handelt immer weise, und so werden die Versucher am besten aus ihren eigenen Worten widerlegt; daher folgt: Zeigt mir die Tributmünze; und sie brachten Ihm einen Denar. Dies war eine Münze, die zehn Sesterzen gleichgesetzt wurde und das Bild des Cäsar trug. Diejenigen, die meinen, der Heiland frage, weil Er unwissend sei, sollen aus der vorliegenden Stelle lernen, dass es nicht so ist, denn jedenfalls muss Jesus gewusst haben, wessen Bild auf der Münze war. Sie sagen zu Ihm: Des Cäsar; nicht des Augustus, sondern des Tiberius, unter dem auch der Herr litt. Alle römischen Kaiser wurden Cäsar genannt, nach Caius Cäsar, der zuerst die höchste Macht ergriff. Gebt daher dem Cäsar, was des Cäsar ist; d. h. die Münze, den Tribut oder das Geld.