Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 22
15 Darauf gingen die Pharisäer hin und beratschlagten, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten. 16 Sie schickten ihre Schüler mit den Anhängern des Herodes zu ihm. Sie sagten: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes wahrheitsgemäß lehrst und nach niemandem fragst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen. 17 Sage uns nun: Was meinst du, ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht? 18 Jesus aber kannte ihre Bosheit und sagte: Was stellt ihr mir eine Falle, ihr Heuchler? 19 Zeigt mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar. 20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist dies? 21 Sie antworteten: Des Kaisers. Da sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 22 Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen weg.
Von dieser Stelle lernen wir durch das Beispiel des Heilands, uns nicht von den Dingen verlocken zu lassen, die viele Stimmen für sich haben und daher berühmt erscheinen, sondern uns eher denen zuzuneigen, die nach einer gewissen Methode der Vernunft gesprochen werden. Wir können diese Stelle aber auch moralisch verstehen, dass wir dem Leib einiges als Tribut an den Cäsar geben sollen, das heißt das Notwendige. Und solche Dinge, die der Natur unserer Seele entsprechen, das heißt solche, die zur Tugend führen, sollen wir Gott darbringen. Diejenigen also, die ohne jede Mäßigung das Gesetz Gottes einschärfen und uns befehlen, uns nicht um die Dinge zu kümmern, die der Leib benötigt, sind die Pharisäer, die verboten, dem Cäsar Tribut zu zahlen, die die Ehe verboten und geboten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat. (1 Tim. 4:3.) Diejenigen hingegen, die dem Leib zu viel Nachsicht gewähren, sind die Herodianer. Aber unser Heiland wollte weder, dass die Tugend durch unmäßige Hingabe an das Fleisch geschwächt werde, noch dass unsere fleischliche Natur durch unsere unablässigen Bemühungen um die Tugend unterdrückt werde. Oder der Fürst dieser Welt, das heißt der Teufel, wird Cäsar genannt; und wir können Gott nicht geben, was Gottes ist, wenn wir nicht zuerst diesem Fürsten alles gegeben haben, was sein ist, das heißt alle Bosheit abgelegt haben. Dies aber lasst uns von dieser Stelle lernen, dass wir denen, die uns versuchen, weder völlig schweigen noch offen antworten sollen, sondern mit Vorsicht, um jede Gelegenheit denen abzuschneiden, die Gelegenheit bei uns suchen, und untadelig die Dinge lehren, die die retten können, die gerettet werden wollen.