Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 22
23 An jenem Tag kamen zu ihm Sadduzäer, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn: 24 Meister, Mose hat gesagt: Wenn jemand ohne Kinder stirbt, dann soll sein Bruder seine Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. 25 Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb und da er keine Kinder hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. 26 Ebenso der zweite und der dritte bis zum siebten. 27 Zuletzt aber von allen starb die Frau. 28 Welchem von den sieben wird sie nun bei der Auferstehung als Frau angehören? Alle haben sie ja gehabt. 29 Jesus antwortete: Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften kennt noch die Macht Gottes. 30 Denn bei der Auferstehung heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie die Engel im Himmel. 31 Was aber die Auferstehung der Toten angeht: Habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist: 32 Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. 33 Als die Volksscharen dies hörten, waren sie außer sich über seine Lehre.
Und siehe, wie der Angriff der Juden gegen Christus schwächer wird. Ihre erste Herausforderung war in drohendem Ton: „Mit welcher Vollmacht tust du diese Dinge?“, dem zu widerstehen Festigkeit des Geistes nötig war. Ihre zweite war mit List, der zu begegnen Weisheit nötig war. Diese letzte war mit unwissender Anmaßung, die leichter zu bewältigen ist als die anderen. Denn wer meint, etwas zu wissen, obwohl er nichts weiß, ist eine leichte Beute für einen, der Verstand hat. So sind die Angriffe eines Feindes zunächst heftig, aber wenn man ihnen mit mutigem Geist begegnet, wird man sie schwächer finden. Und als die Volksmenge dies hörte, staunte sie über seine Lehre.