Glossa ordinaria
Catena Aurea · Matthäusevangelium 22
15 Darauf gingen die Pharisäer hin und beratschlagten, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten. 16 Sie schickten ihre Schüler mit den Anhängern des Herodes zu ihm. Sie sagten: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes wahrheitsgemäß lehrst und nach niemandem fragst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen. 17 Sage uns nun: Was meinst du, ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht? 18 Jesus aber kannte ihre Bosheit und sagte: Was stellt ihr mir eine Falle, ihr Heuchler? 19 Zeigt mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar. 20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist dies? 21 Sie antworteten: Des Kaisers. Da sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 22 Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen weg.
(non occ.) Es gibt drei Weisen, in denen es möglich ist, dass einer die Wahrheit nicht lehrt. Erstens auf Seiten des Lehrers, der entweder die Wahrheit nicht kennt oder nicht liebt; dagegen sagen sie: Wir wissen, dass Du wahrhaftig bist. Zweitens auf Seiten Gottes: es gibt einige, die, alle Furcht vor Ihm beiseitesetzend, die Wahrheit, die sie über Ihn kennen, nicht aufrichtig verkünden; um dies auszuschließen, sagen sie: Und lehrst den Weg Gottes in Wahrheit. Drittens auf Seiten des Nächsten, wenn jemand aus Furcht oder Zuneigung die Wahrheit zurückhält; um dies auszuschließen, sagen sie: Und kümmerst dich um niemand, denn Du siehst nicht auf die Person des Menschen.