Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 22
41 Da die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus: 42 Was denkt ihr über den Messias? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten ihm: Davids (Sohn). 43 Er sagte zu ihnen: Wie kann ihn dann David, geisterfüllt, Herr nennen? Denn er sagt: 44 Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten und ich lege dir deine Feinde unter deine Füße. 45 Wenn ihn also David Herr nennt, wie kann er dann sein Sohn sein? 46 Niemand konnte ihm ein Wort erwidern, auch wagte von diesem Tag an niemand mehr, ihm eine Frage zu stellen.
Die Juden versuchten Christus, da sie annahmen, er sei nur ein Mensch; hätten sie geglaubt, dass er der Sohn Gottes sei, hätten sie ihn nicht versucht. Christus also, der zeigen wollte, dass er die Tücke ihrer Herzen kannte und dass er Gott war, wollte diese Wahrheit ihnen doch nicht offen erklären, damit sie nicht von daher Anlass nähmen, ihn der Gotteslästerung zu beschuldigen, und wollte diese Wahrheit doch nicht völlig verbergen; denn dazu war er gekommen, dass er die Wahrheit predige; er stellt ihnen daher eine Frage, die ihnen kundtun sollte, wer er war: Was denkt ihr von Christus? Wessen Sohn ist er?