Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 4
35 Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen an das andere Ufer hinüberfahren. 36 Sie entließen das Volk und nahmen ihn, wie er war, im Boot mit. Auch andere Boote begleiteten ihn. 37 Da erhob sich ein gewaltiger Sturm und die Wogen schlugen ins Boot, sodass das Boot sich schon füllte. 38 Er aber schlief im Heck des Bootes auf dem Kissen. Da weckten sie ihn und sagten zu ihm: Meister, liegt dir nichts daran, dass wir zugrunde gehen? 39 Da stand er auf, schalt den Wind und sagte zur See: Schweig, sei still! Da legte sich der Wind und es trat große Stille ein. 40 Er sagte zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? 41 Da gerieten sie in große Furcht und sagten zueinander: Was ist das für ein Mann, dass selbst der Wind und der See ihm gehorchen?
Mystisch jedoch ist der hintere Teil des Schiffes der Anfang der Kirche, in dem der Herr nur dem Leibe nach schläft, denn der, der Israel behütet, schläft niemals; denn das Schiff hält mit seinen Häuten toter Tiere die Lebenden zusammen und hält die Wellen ab und wird durch Holz zusammengebunden, das heißt durch das Kreuz und den Tod des Herrn wird die Kirche gerettet. Das Kissen ist der Leib des Herrn, auf den seine Gottheit, die wie sein Haupt ist, herabgekommen ist. Der Wind aber und das Meer sind Dämonen und Verfolger, zu denen er Frieden sagt, wenn er die Edikte gottloser Könige zurückhält, wie er will. Die große Stille ist der Friede der Kirche nach der Bedrängnis oder ein kontemplatives Leben nach einem tätigen Leben.