Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 4
21 Er sagte zu ihnen: Bringt man etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird? Stellt man es nicht auf den Leuchter? 22 Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts ist geheim, was nicht an den Tag kommt. 23 Wer Ohren hat zu hören, der höre! 24 Er sagte zu ihnen: Beachtet genau, was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch gemessen werden; ja, man wird euch noch dazugeben. 25 Denn wer hat, dem wird gegeben. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
(in Marc. i. 20) Oder weil die Zeit unseres Lebens unter einem bestimmten Maß der göttlichen Vorsehung enthalten ist, wird sie zu Recht mit einem Scheffel verglichen. Aber das Bett der Seele ist der Körper, in dem sie wohnt und eine Zeit lang ruht. Wer also das Wort Gottes unter der Liebe zu diesem vergänglichen Leben und zu fleischlichen Lockungen verbirgt, bedeckt sein Licht mit einem Scheffel oder einem Bett. Aber wer sein Licht auf einen Leuchter stellt, der setzt seinen Körper in den Dienst des Wortes Gottes; daher lehrt er sie unter diesen Worten typischerweise ein Bild der Predigt. Daher heißt es weiter: Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbart wird, und nichts Geheimes, das nicht ans Licht kommt. Als ob er sagte: Schämt euch nicht des Evangeliums, sondern erhebt inmitten der Dunkelheit der Verfolgung das Licht des Wortes Gottes auf den Leuchter eures Körpers und haltet jenen Tag fest im Sinn, an dem der Herr die verborgenen Orte der Finsternis erleuchten wird; denn dann erwartet euch ewiges Lob und euren Widersachern ewige Strafe.