
Gregor der Große
Catena Aurea · Markusevangelium 4
26 Er sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf den Acker sät 27 und dann schlafen geht und wieder aufsteht, Nacht und Tag, und der Samen geht auf und wächst empor und er weiß nicht wie. 28 Von selbst bringt die Erde Frucht, erst den Halm, dann die Ähre, und endlich das volle Korn in der Ähre. 29 Sobald aber die Frucht es zulässt, legt er die Sichel an; denn die Ernte ist da.
(in Ezech. 2. Hom. 3) Oder: Der Mensch wirft Samen auf die Erde, wenn er eine gute Absicht in sein Herz legt; und er schläft, wenn er bereits in der Hoffnung ruht, die ein gutes Werk begleitet. Er steht aber bei Nacht und Tag auf, weil er inmitten von Wohlstand und Widrigkeit voranschreitet, obwohl er es nicht weiß, denn er ist noch nicht fähig, sein Wachstum zu messen, und doch wächst die einmal empfangene Tugend weiter. Wenn wir also gute Wünsche empfangen, legen wir Samen in die Erde; wenn wir beginnen, recht zu wirken, sind wir der Halm. Wenn wir zur Vollkommenheit guter Werke heranwachsen, gelangen wir zur Ähre; wenn wir in der Vollkommenheit desselben Wirkens fest gegründet sind, bringen wir bereits die volle Frucht im Halm hervor.