
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 4
21 Er sagte zu ihnen: Bringt man etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird? Stellt man es nicht auf den Leuchter? 22 Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts ist geheim, was nicht an den Tag kommt. 23 Wer Ohren hat zu hören, der höre! 24 Er sagte zu ihnen: Beachtet genau, was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch gemessen werden; ja, man wird euch noch dazugeben. 25 Denn wer hat, dem wird gegeben. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
(non occ.) Nach der Frage der Jünger bezüglich des Gleichnisses und seiner Erklärung fügt er passend hinzu: Und er sprach zu ihnen: Wird etwa ein Licht gebracht, usw. Als ob er sagte: Ein Gleichnis wird gegeben, nicht damit es dunkel bleibt und verborgen wie unter einem Bett oder einem Scheffel, sondern damit es denen offenbart wird, die würdig sind. Das Licht in uns ist das unserer verstandesmäßigen Natur, und es leuchtet entweder klar oder dunkel entsprechend dem Maß unserer Erleuchtung. Denn wenn die Betrachtungen, die das Licht nähren, und die Sammlung, mit der ein solches Licht entzündet wird, vernachlässigt werden, erlischt es sogleich.