
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 4
35 Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen an das andere Ufer hinüberfahren. 36 Sie entließen das Volk und nahmen ihn, wie er war, im Boot mit. Auch andere Boote begleiteten ihn. 37 Da erhob sich ein gewaltiger Sturm und die Wogen schlugen ins Boot, sodass das Boot sich schon füllte. 38 Er aber schlief im Heck des Bootes auf dem Kissen. Da weckten sie ihn und sagten zu ihm: Meister, liegt dir nichts daran, dass wir zugrunde gehen? 39 Da stand er auf, schalt den Wind und sagte zur See: Schweig, sei still! Da legte sich der Wind und es trat große Stille ein. 40 Er sagte zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? 41 Da gerieten sie in große Furcht und sagten zueinander: Was ist das für ein Mann, dass selbst der Wind und der See ihm gehorchen?
(Hom. in Matt. 28) Er zeigt seine Demut und lehrt uns so viele Lektionen der Weisheit. Aber noch erkannten die Jünger, die bei ihm blieben, seine Herrlichkeit nicht; sie meinten zwar, dass er, wenn er aufstünde, den Winden befehlen könne, aber keineswegs, dass er es ruhend oder schlafend tun könne. Und daher folgt: Und sie weckten ihn und sagten zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?