
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 4
1 Wiederum begann er, am See zu lehren, und sehr viel Volk sammelte sich um ihn, sodass er in ein Boot auf dem See stieg und sich niederließ, während das ganze Volk am Seeufer stand. 2 Er lehrte sie viel in Gleichnissen. Bei seiner Belehrung sagte er zu ihnen: 3 Hört! Ein Sämann ging aus, um zu säen. 4 Da gab es sich, dass beim Säen einiges auf den Weg fiel, und die Vögel kamen und fraßen es auf. 5 Anderes fiel auf steinigen Grund, wo es nicht viel Erdreich hatte. Es schoss rasch auf, weil es kein tiefes Erdreich hatte. 6 Als aber die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7 Wieder anderes fiel unter die Dornen und die Dornen wuchsen auf und erstickten es und es brachte keine Frucht. 8 Anderes schließlich fiel auf gutes Erdreich. Es ging auf und wuchs und brachte Frucht; es trug dreißigfach und sechzigfach und hundertfach. 9 Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre. 10 Als er allein war, fragten ihn die, die mit den Zwölf um ihn waren, nach dem Sinn der Gleichnisse. 11 Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben. Jenen draußen aber wird alles in Gleichnissen zuteil, 12 auf dass sie sehend sehen / und doch nicht erkennen,und hörend hören / und doch nicht verstehen,damit sie nicht umkehren / und ihnen nicht vergeben wird. 13 Und er sagte zu ihnen: Versteht ihr dieses Gleichnis nicht? Wie wollt ihr da alle anderen Gleichnisse verstehen? 14 Der Sämann sät das Wort. 15 Die auf dem Weg aber, das sind die, bei denen das Wort zwar gesät wird, aber sobald sie es gehört haben, kommt gleich der Satan und nimmt das Wort, das in sie gesät war, weg. 16 Entsprechend ebenso sind die, bei denen auf steinigem Grund gesät ist, jene, die das Wort, sobald sie es hören, mit Freuden aufnehmen; 17 aber sie haben keine Wurzel, sondern sind Augenblicksmenschen. Sobald nachher Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen entsteht, kommen sie zu Fall. 18 Bei anderen fällt das Wort in die Dornen; das sind jene, die das Wort gehört haben, 19 aber die weltlichen Sorgen, der Trug des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. 20 Auf gutes Erdreich gesät ist bei jenen, die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, sechzigfach und hundertfach.
(Hom. in Matt. 44) Was wir nicht ohne Absicht geschehen verstehen dürfen, sondern damit Er niemanden hinter sich zurücklasse, sondern alle seine Hörer vor seinem Angesicht habe.