Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 4
21 Er sagte zu ihnen: Bringt man etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird? Stellt man es nicht auf den Leuchter? 22 Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts ist geheim, was nicht an den Tag kommt. 23 Wer Ohren hat zu hören, der höre! 24 Er sagte zu ihnen: Beachtet genau, was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch gemessen werden; ja, man wird euch noch dazugeben. 25 Denn wer hat, dem wird gegeben. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
Oder der Herr ermahnt seine Jünger, in ihrem Leben und Wandel wie Licht zu sein; als ob er sagte: Wie ein Licht aufgestellt wird, um zu leuchten, so werden alle auf euer Leben schauen. Seid daher eifrig, ein gutes Leben zu führen; sitzt nicht in Winkeln, sondern seid ein Licht. Denn ein Licht leuchtet, nicht wenn es unter ein Bett gestellt wird, sondern auf einen Leuchter; dieses Licht muss nämlich auf einen Leuchter gestellt werden, das heißt auf die Höhe eines gottesfürchtigen Lebens, damit es andere erleuchten kann. Nicht unter einen Scheffel, das heißt in Dinge, die den Gaumen betreffen, noch unter ein Bett, das heißt in Trägheit. Denn niemand, der nach den Genüssen seines Gaumens strebt und die Ruhe liebt, kann ein Licht sein, das über alle leuchtet.