[Ein Psalm von Asaf.] Wie gütig ist Gott zu den Redlichen,der Herr zu allen, die lauteren Herzens sind.
Und doch wären fast meine Füße gestrauchelt,ausgeglitten wären fast meine Schritte.
Denn Neid erfasste mich gegen die Frevler,als ich sah, wie wohl es den Sündern ging.
Wahrlich, sie kennen doch keine Plage,ihr Leib ist gesund und voll Kraft.
Nichts verspüren sie von den Nöten der Sterblichen,und die Pein der andern kennen sie nicht.
Darum umschließt sie der Hochmut wie eine Kette den Hals,und wie ein Kleid bedeckt sie Gewalttat.
Aus sattem Herzen kommt herauf ihre Bosheit,ihr trügerischer Sinn bricht hervor.
Sie treiben Spott und was sie reden, ist böse,von oben herab drohen sie mit Gewalt.
Gar an den Himmel wagt sich ihr Lästermaul,und frech ergeht sich ihre Zunge auf Erden.
Und mein Volk, es läuft ihnen nach,gierig schlürfen sie wie Wasser ihre Worte.
Sie sagen: Wie sollte Gott davon wissen?Wie sollte Kenntnis haben der Höchste?
Siehe, so sind die Sünder,sie mehren ihre Macht und leben allzeit in Ruhe.
Dass ich rein bewahrte mein Herz, war es also vergebens?Vergebens, dass ich meine Hände gewaschen in Unschuld?
Liegt doch allzeit die Geißel auf mir,jeden Morgen von neuem die Plage.
Wollte ich denken: Ich will reden wie sie,verleugnet hätte ich das Geschlecht deiner Söhne.
Also sann ich, dies zu ergründen,doch allzu mühevoll war es für mich,
bis ich eintrat in Gottes hehres Geheimnisund verstand, auf ihr Ende zu achten.
Wahrlich, du stellst sie auf schlüpfrigen Boden,du stürzst sie ins Verderben.
Wie brachen sie jählings zusammen,sie kamen um, dahingerafft von Entsetzen!
Wie der Erwachende verscheucht ein Traumbild,so weist du von dir ihren Schatten,wenn du aufstehst, o Herr, zum Gericht.
Als erbittert mein Geist war,als mein Herz war verwundet,
da war ich ein Tor und bar aller Einsicht;wie das Vieh, so war ich vor dir.
Nun aber bleibe ich immer bei dir.du hast mich ergriffen an meiner Rechten.
Nach deinem Ratschluss wirst du mich leiten,und endlich nimmst du mich auf in die Herrlichkeit.
Was hätte ich im Himmel als dich?Und bin ich bei dir, was hätte ich Freude auf Erden?
Mein Geist und mein Leib, sie verzehren sich,Gott ist mein Fels, mein Anteil auf ewig,
Siehe, es gehen zugrunde, die sich scheiden von dir;die dich treulos verlassen, du vernichtest sie alle.
Mir aber ist es Wonne, bei Gott zu sein.Meine Zuflucht zu finden bei Gott, meinem Herrn.Und künden will ich all deine Werke.