[Dem Chormeister, ein Weisheitslied; von David,
als der Edomiter Doëg gekommen war und Saul gemeldet hatte: David ist in das Haus Ahimelechs gegangen.]
Was rühmst du dich deiner Bosheit, verruchter Mann der Gewalt? / Die Güte Gottes währt den ganzen Tag!
Dein Sinnen geht allzeit auf Unheil, / einem scharfen Messer gleicht deine Zunge, du, der Trug nur vollbringt!
Das Böse liebst du mehr als das Gute, / Lügenrede mehr als die Sprache der Wahrheit.
Du liebst nur Worte, die Verderben stiften, / du tückische Zunge!
Darum wird Gott dich vernichten, / er wird dich verstoßen auf ewig. Er reißt dich aus deinem Zelt, / aus dem Land der Lebenden reißt er dich aus.
Schaudernd werden es sehen die Gerechten / und werden seiner noch spotten:
Seht ihn, der seine Zuflucht nicht setzte auf Gott, / der sich verließ auf die Fülle des Reichtums, / der mächtig wurde durch seine Frevel.
Ich aber bin wie ein Ölbaum, grünend im Haus meines Gottes, / immerdar hoffe ich auf Gottes Erbarmen.
Preisen will ich dich ewiglich, weil du solches getan; / und deinen Namen voll Güte -- / ich will ihn verkünden im Angesicht deiner Heiligen.