[Dem Chormeister; von den Söhnen Korachs, ein Psalm.]
Horcht auf, all ihr Völker, / vernehmt es, all ihr Bewohner der Erde!
Ihr Kinder des Volkes, ihr Söhne der Herren, / allesamt, Reiche wie Arme.
Mein Mund kündet Weisheit, / kluge Rede ersinnt mein Herz.
Einem Weisheitsspruch will ich neigen mein Ohr, / beim Klang der Harfe will ich deuten mein Rätsel.
Was soll an Unheilstagen ich bangen, / wenn mich umgibt die Bosheit der Gegner?
Sie, die vertrauen auf ihre Schätze / die sich rühmen der Fülle des Reichtums.
Kann doch niemand sich selber erretten, / niemand ein Lösegeld entrichten dem Herrn
-- allzu hoch wäre der Preis für sein Leben, / keiner vermag ihn jemals zu zahlen -- /
dass er immerdar lebe und nicht schaue den Tod.
Sieht er doch sterben die Weisen, / Narr und Tor zusammen vergehn. Ihre Schätze hinterlassen sie Fremden, /
ihr Haus ist für immer das Grab, von Geschlecht zu Geschlecht ihre Wohnung, / ob sie auch Länder nannten ihr Eigen.
Ein Mensch in all seinem Reichtum, der Einsicht bar, / er gleicht dem Tier, das zugrunde geht.
Dies ist der Weg all derer, die töricht vertrauen, / das Ende jener, die schwelgen im Glück.
Wie Schafe stürzen sie nieder zum Abgrund, weiden wird sie der Tod, / und es herrschen über sie die Gerechten. Wie rasch wird dahingehn ihre Gestalt, / das Totenreich wird ihre Wohnung sein.
Gott aber entreißt meine Seele der Unterwelt, / wenn er mich aufnimmt.
Gräme dich nicht, wenn einer auch reich wird, / wenn seines Hauses Güter sich mehren.
Kommt er zum Sterben, er nimmt kein einziges mit, / nicht steigen mit ihm hinab seine Güter.
Mochte er im Leben sich glücklich preisen und sagen: / Rühmen werden sie dich, weil du dir wohl getan.
Dennoch muss er hinab zur Schar seiner Väter, / die nicht mehr in Ewigkeit schauen das Licht.
Der Mensch in all seinem Reichtum, der Einsicht bar, / er gleicht dem Tier, das zugrunde geht.