[Dem Chormeister, nach der Weise ,, Vertilge nicht"; ein Lied Davids, als er vor Saul in die Höhle floh.]
Erbarme dich meiner, o Gott, erbarme dich meiner; / es flüchtet zu dir meine Seele. Im Schatten deiner Flügel suche ich Zuflucht, / bis vorüber das Unheil.
Ich rufe zu dem Höchsten, dem Herrn, / zu Gott, der mir Gutes getan.
Er sende Hilfe vom Himmel und rette mich, / er schlage mit Schande, die mich verfolgen. / Gott sende seine Gnade und Treue.
Weilen muss ich inmitten von Löwen, / sie verschlingen Menschen voll Gier. Ihre Zähne sind Lanzen und Pfeile, / ein geschliffenes Schwert ihre Zunge.
Zeige dich in deiner Hoheit am Himmel, o Herr, / über der ganzen Erde gehe auf deine Herrlichkeit!
Sie legten mir ein Netz vor die Füße, / meine Seele beugten sie nieder. Sie hoben vor mir eine Grube aus, / o dass sie doch selber fielen hinein.
Mein Herz ist getrost, o Gott, mein Herz ist getrost, / ich will dir singen und spielen.
Wach auf, meine Seele; / Psalter und Harfe, wacht auf! / Ich will das Morgenrot wecken.
Unter den Völkern will ich dich preisen, Herr, / unter den Heiden will ich dir singen.
Denn bis an den Himmel reicht dein Erbarmen, / bis an die Wolken reicht deine Treue.
Zeige dich in deiner Hoheit am Himmel, o Gott, / über der ganzen Erde gehe auf deine Herrlichkeit!