[Ein Psalm von David, zum Gedächtnisopfer.]
Nicht rüge mich, Herr, in deinem Zorn, / in deinem Grimm strafe mich nicht.
Denn es drangen ein in mich deine Pfeile, / es lastet auf mir deine Hand.
Mir ist nichts Heiles am Fleisch, da du mir zürnst, / nichts unversehrt an meinem Gebein, da ich gesündigt habe.
Auf meinem Haupt ist übergroß geworden die Schuld, / gleich einer schweren Bürde drückt sie mich nieder.
Es verwesen meine Wunden und faulen / ob all meiner Torheit.
Gedrückt bin ich und gar tief gebeugt, / traurig geh ich den ganzen Tag.
Denn meine Lenden sind voller Brand, / an meinem Leib ist nichts Gesundes.
Ermattet bin ich und ganz zerschlagen, / in der Qual meines Herzens schreie ich auf.
Herr, offenbar ist dir mein Verlangen, / mein Seufzen ist nicht verborgen vor dir.
Mein Herz erbebt, es verlässt mich die Kraft, / das Licht der Augen will mir erlöschen.
Freunde und Vertraute wenden von meiner Plage sich ab, / und meine Nächsten stehen in der Ferne.
Die nach dem Leben mir trachten, legen mir Schlingen, / die mir übel wollen, sie drohen mit Verderben, / Falschheit sinnen sie immerfort.
Ich aber höre nicht; ich bin wie einer, der taub ist, / bin wie ein Stummer, der nicht den Mund öffnet.
Ich bin geworden wie einer, der nicht mehr hört, / aus dessen Mund keine Antwort kommt.
Denn ich vertraue, o Herr, auf dich; / du wirst mich erhören, mein Herr und mein Gott.
Ich sage: Nicht sollen sie meiner sich freuen, / nicht prahlen gegen mich, wenn strauchelt mein Fuß.
Wahrlich, ich bin dem Untergang nahe, / und nicht mehr verlässt mich der Schmerz.
So will ich meine Schuld bekennen, / bange ist mir wegen meiner Sünde.
Mächtig sind, die ohne Grund mich bekämpfen; / und viele sind es, die mich zu Unrecht hassen.
Sie vergelten mir Gutes mit Bösem / und feinden mich an; denn ich suche das Rechte.
Verlass mich nicht, o Herr, / mein Gott, bleib nicht fern von mir.
Eile, mir zu helfen, / o Herr, du mein Heil.