[Dem Chormeister; von Jedutun; ein Psalm von David.]
Ich sprach: Meine Wege will ich bewahren, / dass ich nicht schuldig werde durch meine Zunge. Ich lege an meinen Mund einen Zaum, / solange der Gottlose weilt vor mir.
Ich verharrte in Schweigen, / einer, der verlassen vom Glück, / doch immer heftiger brannte der Schmerz,
das Herz in meinem Innern erglühte mir heiß, / über meinem Sinnen entflammte ein Feuer; / da löste sich meine Zunge:
Herr, lass mich wissen mein Ende, / tu mir kund das Maß meiner Tage, / und wissen werde ich, wie vergänglich ich bin.
Siehe, nur wenige Spannen breit hast du gemacht meine Tage, / mein Leben ist vor dir wie ein Nichts; / jeder Mensch ist nur wie ein Hauch.
Der Mensch, er geht vorüber gleich einem Schatten, / nutzlos all seine Sorge, / er speichert auf und weiß nicht, wer es erhält.
Und nun -- was habe ich zu erwarten, o Herr? / Mein Hoffen ruht einzig in dir.
Von allen, die mir Unrecht tun, errette mich, / gib mich nicht preis dem Spott des Toren!
Ich schweige nun, tu nicht mehr meinen Mund auf; / denn du hast es so gefügt.
Nimm hinweg von mir deine Plage, / ich erliege der Gewalt deiner Hand.
Du züchtigst den Menschen, du strafst die Schuld; / was ihm kostbar, du lässt es zerfallen wie vom Fraß der Motten; / jedweder Mensch, er ist nur ein Hauch.
Höre, o Herr, mein Gebet, / habe Acht auf mein Rufen, meinem Weinen verschließe dich nicht. / Ich bin vor dir nur ein Fremdling, / ein Fremdling wie all meine Väter.
Blicke weg von mir, dass ich noch einmal froh werde, / bevor ich gehe und nicht mehr bin.