Seite wird geladen …
Messbund der Priesterbruderschaft St. Petrus · Für Mitglieder dieses Bunds werden regelmäßig heilige Messen im Priesterseminar St. Petrus gefeiert.
AnsehenSeite wird geladen …
Artikel
Sündige tapfer? Luther verfälschte Röm 3,28 und fügte eigenmächtig „allein" ein – gegen den Wortlaut der Schrift. Doch Jak 2,24 und 1 Kor 13,2 antworten klar: Glaube ohne Liebe und Werke ist nichts. Eine Streitschrift wider die Ketzerei der sola fide

Lesezeit ca. 7 Min.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. — 1 Kor 13,2
Der Ketzer Martin Luther verfälscht das Evangelium nach seinem Belieben und schreibt an Melanchthon:
„Sündige tapfer, aber tapferer noch sei dein Glaube und deine Freude in Christus, der Sünde, Tod und Welt überwunden hat!" — Weimarer Ausgabe, Briefwechsel (WABR), Bd. 2, Brief Nr. 424, S. 372
Hier liegt eine Ketzerei vor, von der zuvor niemand etwas gehört hatte, ein Widerspruch in sich selbst. Wie kann man tapfer sündigen und noch tapferer glauben? Ist dies nicht Gottlosigkeit, ja Lästerung?
Unser Herr Jesus Christus sagt deutlich das Gegenteil dessen, was der Ketzer lehrt:
„Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" — Joh 8,11
„Danach traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Sieh, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt!" — Joh 5,14
Wem wollen wir nun Glauben schenken: dem Ketzer, oder dem Herrn selbst?
Betrachten wir nun, wie dieser Ketzer das Wort Gottes selbst verfälscht hat. Römer 3,28 übersetzt er folgend:
„So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben."
Im griechischen Manuskript aber findet sich das Wort „allein" (μόνον) an dieser Stelle nirgends. Es ist eine eigenmächtige Zutat des Übersetzers zum Text der Heiligen Schrift.
Wie begründet der Ketzer diesen Eingriff? Er selbst antwortet, ohne Scham:
„Wenn Ihr mich fragen wollt, was für Ursach ich gehabt habe, dass ich Römer 3,28 das Wort sola — allein — gesetzt habe […]: So sollt Ihr Euren Papisten auf das Alleraufsässigste antworten: Dr. Martinus Luther will's so haben, und spricht, Papist und Esel sei ein Ding. Sic volo, sic jubeo, sit pro ratione voluntas. [So will ich's, so befehle ich's, der Wille gelte als Grund.] Denn wir wollen nicht der Papisten Schüler noch Jünger sein, sondern ihre Meister und Richter." — Sendbrief vom Dolmetschen
Es bedarf hier keines weiteren Kommentars, um zu erkennen: Der Ketzer spricht aus purem Stolz, nicht aus der Schrift. Er setzt seinen eigenen Willen an die Stelle des geoffenbarten Wortes und macht sich selbst zum Richter über das, was Gott gesagt hat.
Lassen wir nun die Schrift selbst antworten. Das Wort „allein" (μόνον) kommt in der Heiligen Schrift tatsächlich in Verbindung mit Glaube und Rechtfertigung vor — jedoch nicht zugunsten des Ketzers, sondern gegen ihn:
„Ihr seht, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein." — Jak 2,24
Genau dasselbe sagt der Apostel Paulus, den der Ketzer für sich zu beanspruchen sucht, in 1 Kor 13,2:
„Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts."
Die Liebe aber ist nicht ein bloßer abstrakter Gedanke, sondern das objektiv Gute des anderen zu wollen wie für sich selbst — also wirkliches, tätiges Handeln. Wenn ich also den Glauben hätte, wie ihn der Ketzer versteht, die Werke der Liebe aber nicht, so wäre ich, nach dem eigenen Zeugnis des Apostels Paulus, nichts.
Einwand: Man könnte einwenden — und manche seiner Verteidiger tun es bis heute —, Luther habe mit „sündige tapfer" nicht zur Sünde ermuntern, sondern nur sagen wollen, der Gläubige solle nicht an Gottes Barmherzigkeit verzweifeln.
Antwort: Dies ist keine ernstzunehmende Deutung, sondern eine Ausrede, die an seinen eigenen Zeugnissen zerschellt. Wer wissen will, wie er es gemeint hat, lese nicht nur den einen Brief, sondern seine Tischreden, in denen er sich ungeschminkt zeigte: derb, zotig, roh im Wort, ein Mann, dessen Sprache selbst wohlwollende protestantische Historiker als anstößig bezeichnen. Ein solcher Mund ist nicht der Mund eines Menschen, der nur trösten wollte — es ist der Mund eines Menschen, der sich seiner Sünde nicht mehr schämte, weil er glaubte, sein Glaube mache sie gleichgültig.
Und es blieb nicht bei Worten. Als die Bauern 1525 aufstanden, forderte er in seiner Schrift Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern offen dazu auf, sie „zu stechen, schlagen, würgen, wer da kann", und nannte dies ein gutes Werk. Zehntausende Bauern wurden danach erschlagen. Am Ende seines Lebens verfasste er die Schrift Von den Juden und ihren Lügen (1543), in der er zum Niederbrennen der Synagogen und zur Vertreibung der Juden aufrief — ein Text, den man ohne Übertreibung als Wegbereiter späteren Hasses bezeichnen muss. Das ist keine Randnotiz seines Lebens, das ist die Frucht seiner Lehre: Wo der Glaube allein rechtfertigt und die Liebe zum Nächsten keine Bedingung der Rechtfertigung mehr ist, dort verkommen die Sitten, und der Mensch erlaubt sich, was ihm gefällt, solange er nur „glaubt".
Genau dies verwirft das Konzil von Trient ausdrücklich:
„Si quis dixerit, sola fide impium justificari […] anathema sit." [Wer sagt, der Gottlose werde allein durch den Glauben gerechtfertigt […], der sei ausgeschlossen.] — Concilium Tridentinum, Sessio VI, Decretum de Justificatione, Canon 9
Der Herr selbst spricht nicht „glaube nur, und es ist gleichgültig, was du weiter tust", sondern „sündige nicht mehr". Luthers Leben und Lehre stehen damit nicht nur gegen die Kirche, sondern gegen die eigenen Worte Christi — und seine Taten bezeugen, dass er es genauso meinte, wie er es schrieb.
Wir sehen, liebste Leser, dass dieser Ketzer Unsinn redet, und dass seine Ketzerei längst verurteilt war, ehe er sie aussprach. Denn ähnliche Irrlehren hatten schon vor ihm ähnliche Ketzer im zweiten, dritten, vierten und fünften Jahrhundert vertreten; es würde hier den Rahmen sprengen, sie alle aufzuzählen.
Halten wir uns also an das, was die Schrift und die Kirche einhellig lehren: dass der Glaube ohne die Liebe tot ist, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus dem Glauben allein, und dass der Herr uns nicht zur Sünde, sondern zur Umkehr ruft: Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.
Kostenlos · für iPhone und iPad · öffnet den App Store
Lesezeit ca. 14 Min.
Dieser Abschnitt zerlegt arianische wie griechische (orthodoxe) Irrtümer, zeigt den Ausgang des Geistes vom Sohn und bekräftigt die katholische Wahrheit!
Lesezeit ca. 17 Min.
Maria ist aus berühmtem und heiligem Geschlecht, weil ihre Eltern sich durch Tugend und den Adel ihres Stammes auszeichneten.
Lesezeit ca. 5 Min.
Bereits um 197 n. Chr. setzt Tertullian das Gebet nach Osten bei den Christen als bekannte, allgemein geübte Praxis voraus und muss sich zugleich gegen den heidnischen Verdacht verteidigen, die Christen würden damit tatsächlich die Sonne verehren.
Lesezeit ca. 5 Min.
In der Angelegenheit der Wahnsinnigen und Schwachsinnigen ist eine Unterscheidung zu treffen. Denn einige sind es von Geburt an und haben keine lichten Momente und zeigen keine Zeichen des Gebrauchs der Vernunft.
Lesezeit ca. 6 Min.
Wie Kinder durch Adam die Erbsünde erben, sollen sie durch Christus das Heil erlangen. Die Kirche glaubt für sie mit.
Lesezeit ca. 5 Min.
Wer die Taufe verachtet, verliert das Heil. Wer sie ersehnt und unverschuldet stirbt, wird durch die „Begierdetaufe" gerettet.