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Der erste, der die den Heiligen geschuldete Verehrung leugnete, war Simon der Magier, der seinen Jüngern auferlegte, nicht die Bilder der Heiligen zu verehren, sondern sein eigenes Bild und das seiner Frau Helena.

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Der erste, der die den Heiligen geschuldete Verehrung leugnete, war Simon der Magier, der seinen Jüngern auferlegte, nicht die Bilder der Heiligen zu verehren, sondern sein eigenes Bild und das seiner Frau Helena. Calvin und seine Anhänger leugnen sodann, dass man den Heiligen irgendeine Ehrerbietung erweisen dürfe. Die Ehrerbietung unterscheidet sich von der Lobpreisung und der Anbetung. Die Ehrerbietung ist jene, die durch äußere Zeichen geschieht; die Lobpreisung ist jene, die durch Worte geschieht; die Anbetung (adorazione) wiederum umfasst nicht nur diese beiden, sondern auch die innere Verehrung; und diese darf man den Heiligen wegen ihrer übernatürlichen Erhabenheit sehr wohl erweisen. Die Häretiker verleumden uns, wir würden den Heiligen dieselbe Ehre erweisen wie Gott; aber wir sagen, dass den Heiligen im Hinblick auf ihre übernatürlichen Tugenden die Verehrung gebührt, die man Dulia (Dienerehre) nennt, der göttlichen Mutter jene der Hyperdulia (überhöhte Dienerehre), aufgrund der erhabeneren Gaben und Tugenden, die diese selige Jungfrau besaß; der Kult der Latria (wahre Anbetung) hingegen gebührt allein Gott wegen seiner unendlichen Vollkommenheiten, und auch Jesus Christus wegen der hypostatischen Union, die sein Fleisch mit der Gottheit des Wortes eingegangen ist. Diese Kulte nennt man religiös, im Unterschied zum zivilen Kult, den man Menschen wegen ihrer natürlichen Tugenden erweist, oder dem politischen, den man Fürsten und Amtsträgern wegen ihrer Würde erweist.
Ob die Heiligen nun nur verehrt oder auch „angebetet“ werden dürfen, ist eine reine Namensfrage; es genügt, dass Gott mit dem Kult der Latria als unser oberster Herr angebetet wird, und die Heiligen mit dem Kult der Dulia als Diener Gottes und unsere Fürsprecher bei seiner göttlichen Majestät. Im Übrigen wurde auf der 7. Synode, also dem 2. Konzil von Nicäa, in der sechsten Sitzung gesagt: Ob es nun beliebt, es Begrüßung oder Anbetung zu nennen, es wird sicherlich dasselbe sein, sofern wir wissen, dass die Latria ausgeschlossen ist; diese ist nämlich etwas anderes als die einfache Anbetung [Verehrung], wie andernorts gezeigt wurde.
Luther (in seinem Schreiben über das Evangelium des 23. Sonntags nach Pfingsten) nennt jeden Kult für die Heiligen eine teuflische Sache; und die Zenturiatoren nennen ihn Götzendienst. Andere Lutheraner wiederum sagen, dass die Heiligen einen gewissen besonderen Kult verdienen, insbesondere die selige Jungfrau, die über sich selbst prophezeite: Selig werden mich preisen alle Geschlechter; aber sie wollen nicht zugeben, dass dieser Kult ein religiöser ist; weshalb sie die Anrufungen, die Wallfahrten und alle anderen frommen Huldigungen verwerfen. Aber wir haben in der Schrift, dass Abraham die Engel anbetet [verehrt]1, und Saul die Seele Samuels anbetet2. Als die Prophetenjünger vernahmen, dass der Geist des hl. Elija auf Elischa ruhte, beteten sie ihn an. Gott selbst ehrt die Heiligen, wie es beim hl. Johannes heißt: Wenn mir jemand dient, wird ihn mein Vater ehren (Joh 12,26). Wenn Gott seine Diener ehrt, wie kann es uns dann verboten sein, sie zu ehren? Der hl. Ambrosius schreibt: Wer die Märtyrer ehrt, ehrt Christus3. Der hl. Cyprian schreibt: Wir bringen für sie immer Opfer dar, sooft wir ihr Martyrium, ihre Leiden und ihre Jahrestage im Gedächtnis feiern4. Der hl. Johannes von Damaskus schreibt: Die Heiligen sind zu ehren als Diener, Freunde und Kinder Gottes5. Der hl. Basilius schreibt: Die Kirche drängt die Gegenwärtigen, indem sie diejenigen ehrt, die vorangegangen sind6. Der hl. Hieronymus schreibt: Wir ehren die Diener, damit die Ehre der Diener auf den Herrn zurückfällt7. Theodoret schreibt: Aber wir Griechen bringen den Märtyrern weder Opfertiere noch Trankopfer dar, sondern wir ehren sie als heilige Menschen und engste Freunde Gottes8. Und der hl. Augustinus schreibt: Das christliche Volk feiert das Gedächtnis der Märtyrer mit religiöser Feierlichkeit9. Die Autorität so vieler heiliger Väter muss uns wohl davon überzeugen, dass wir die Heiligen nicht nur mit religiösem Kult verehren können, sondern müssen, sowohl wegen ihrer übernatürlichen Erhabenheit als auch wegen der heiligmachenden Gnade, mit der sie in Ewigkeit immer geschmückt sein werden, und wegen der Anschauung Gottes, die sie genießen und in Ewigkeit genießen werden.
Erstens wird eingewandt, was der Apostel sagt[^10]: Gott allein sei Ehre und Herrlichkeit. Darauf wird wie oben geantwortet, dass Gott allein alle Ehre gebührt wegen seiner unendlichen und unerschaffenen Heiligkeit; aber das schließt nicht aus, dass man auch die Heiligen ehren muss für die Heiligkeit, die ihnen von Gott zuteilwurde. Daraus erhellt, wie unpassend das ist, was die Häretiker sagen, nämlich dass durch den Kult, den wir den Heiligen erweisen, derjenige gemindert wird, den wir Gott schulden; denn, wie der hl. Hieronymus sagt (wie wir oben gesehen haben), fällt die Ehre, die den Heiligen erwiesen wird, auch auf Gott als den Urheber ihrer Heiligkeit zurück. Und so antwortet auch der hl. Augustinus jenen, die sagen, wenn man den hl. Petrus ehre, werde die Jesus Christus geschuldete Ehre gemindert: Wer (sagt der Heilige) wird in Petrus geehrt, wenn nicht jener, der für uns gestorben ist? Wir sind nämlich Christen, nicht Petrianer11.
Zweitens wird eingewandt, dass wir, indem wir die Heiligen ehren, wahren Götzendienst begehen, da sie verehrt werden, indem man ihnen auch das Altaropfer darbringt. Aber das ist alles falsch; wir bringen die Messen allein Gott als unserem obersten Herrn dar; vielmehr werden sie Gott zum Dank für die Gnaden und Gaben dargebracht, die er seinen Heiligen verliehen hat, wobei wir ihn bitten, dass er durch deren Fürsprache geruhen möge, uns die Gnaden zuzuteilen, die wir begehren; und so werden, auch wenn viele Kirchen und Altäre den Namen eines Heiligen tragen, dennoch alle Kirchen und Altäre zur Ehre Gottes errichtet.
Drittens wird eingewandt, dass wir der seligen Jungfrau jene Ehre erweisen, die allein Gott und Christus gebührt, da wir sie Miterlöserin, Mittlerin und unsere Hoffnung nennen. Darauf wird geantwortet, dass wir sie nicht deshalb Miterlöserin nennen, weil Maria gemeinsam mit Jesus Christus die Menschen erlöst hätte, sondern weil sie, wie der hl. Augustinus schreibt12, dadurch, dass sie die Mutter unseres Hauptes Jesus Christus ist und mit ihrer Liebe mitgewirkt hat, damit die Gläubigen in der Kirche geistlicherweise zur Gnade geboren werden, auch zu unserer Mutter wurde, die wir Glieder dieses Hauptes sind: Aber sie ist offensichtlich die Mutter seiner Glieder (die wir sind), weil sie in Liebe mitgewirkt hat, damit die Gläubigen in der Kirche geboren werden, durch welche sie Glieder jenes Hauptes sind. Da sie die leibliche Mutter des Erlösers ist, ist sie auch die geistliche Mutter aller Gläubigen geworden. Ihr ganzes Leben hindurch hat diese erhabene Jungfrau durch ihre Liebe zu den Menschen an deren Heil mitgewirkt, besonders als sie auf dem Kalvarienberg dem ewigen Vater das Leben des Sohnes für unser Heil aufopferte. Wir nennen sie ferner Mittlerin: nicht der Gerechtigkeit, sondern der Gnade; da allein Jesus Christus der Mittler der Gerechtigkeit ist, der durch seine Verdienste für die Menschen die Versöhnung mit Gott erlangt hat. Maria ist die Mittlerin der Gnade bei Gott, wie es auch alle Heiligen sind, aber eine weitaus mächtigere Mittlerin als die Heiligen; deren Gebete sind Gebete von Knechten, aber die Gebete Mariens sind die Gebete einer Mutter, die niemals abgewiesen werden, wie der hl. Bernhard sagt: Lasst uns die Gnade suchen, und lasst sie uns durch Maria suchen; denn sie ist Mutter und kann nicht enttäuscht [abgewiesen] werden. Daher sagt ihr der hl. Petrus Damiani: Herrin, nichts ist dir unmöglich, der es sogar möglich ist, die Verzweifelten wieder zur Hoffnung auf Rettung zu erheben, denn der Sohn ehrt dich, indem er dir nichts verweigert. Und in genau diesem Sinne ist das zu verstehen, was derselbe Heilige (zum großen Entsetzen des Calvinisten Picenino) zu ihr sagt: Du trittst an jenen allgemeinen Gnadenstuhl, o Herrin, nicht als Magd: befehlend, nicht bittend.
Viertens wird eingewandt, dass den Heiligen der Kult der Dulia (Dienerehre), den wir ihnen erweisen, nicht zusteht; da wir nicht Diener der Heiligen sind, sondern Mitdiener. Darauf wird geantwortet, dass wir nicht nur Diener Gottes, unseres obersten Herrn sind: sondern wir können uns, unvollkommen gesprochen, durchaus auch Diener der Heiligen nennen, im Hinblick auf ihre von jedem Makel gereinigte Erhabenheit; und noch mehr im Hinblick auf das himmlische Reich, das sie besitzen und in Ewigkeit besitzen werden, während wir auf dieser Erde nicht frei von Sünden sind und noch nicht sicher sind, zur Zahl der Seligen zu gehören; und daher verehren wir die Heiligen zu Recht mit dem ihnen geschuldeten Kult der Dulia.
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Vigilantius und später Wyclif sagten, dass die Anrufung der Heiligen eitel und nutzlos sei, aber das Konzil von Trient befiehlt den Bischöfen im Dekret über die Anrufung und Verehrung der Heiligen, das Gegenteil zu lehren.
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Petrus Canisius beleuchtet die katholische Dogmatik, die Rolle der mündlichen Tradition neben der Heiligen Schrift sowie die historische Abgrenzung gegenüber klassischen Einwänden.
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Wenn ihr glaubt, dass es einen Gott gibt, müsst ihr auch glauben, dass es die wahre Religion gibt.