Seite wird geladen …
Seite wird geladen …
Artikel

Lesezeit ca. 6 Min.
Wer hat in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte je von den Zeugen Jehovas gehört? Niemand! Erst vor kurzem, genauer gesagt im Jahre 1931, nahm diese Ketzerei offiziell diesen eingetragenen Namen an.1 Die Wachtturm-Gesellschaft mit Sitz in New York fungiert für sie als eine Art „Lehramt“ – freilich ein zutiefst fehlbares. Diese Gesellschaft hat bereits mehrfach den Weltuntergang datiert, unter anderem für die Jahre 1914, 1925 und 1975.2 Natürlich ist nichts davon eingetroffen, denn ein falscher Prophet kann nichts vorhersagen.
Geschweige denn von der abenteuerlichen Irrlehre, dass angeblich nur 144.000 Menschen gerettet werden. Als der Herr dann zuließ, dass diese Ketzer die Zahl von 144.000 Anhängern überschritten, standen sie vor einem massiven theologischen Problem. Was sollte nun aus dem Rest der Anhänger werden? Werden diese vernichtet? Ah nein, da passten die Irrlehrer ihre Doktrin hastig an: Sie erfanden kurzerhand eine theologische Zwei-Klassen-Gesellschaft. Sie lehren, dass nur die 144.000 in den Himmel kommen, während der große „Rest“ ewig auf einer paradiesischen Erde leben soll.3 Problem durch theologische Akrobatik gelöst! Meine Lieben, wer hat je von einem solchen Blödsinn gehört? Wen wollen sie damit bekehren?
Ich möchte gar nicht zu tief auf das Zentrum dieser Irrlehre eingehen, denn sie ist schlichtweg gottlos. Sie behaupten nämlich, dass Jesus nur ein geschaffenes Wesen sei, quasi der Erzengel Michael in Menschengestalt, und nicht wesensgleich mit dem Vater.4 Das ist exakt der gleiche alte Fehler wie bei den Arianern, die von der Heiligen Mutter Kirche längst verurteilt wurden. Wir wollen auf diese Lästerung gar nicht weiter eingehen. Stattdessen knöpfen wir uns den restlichen Unsinn vor, den diese Leute vertreten, denn es bedarf einfach der Bloßstellung der Lächerlichkeit ihrer Sekte.
Die Zeugen Jehovas glauben nicht an die Hölle. Was soll man dazu sagen? Wer würde wohl auf die Idee kommen, den Menschen einzureden, dass es die ewige Verdammnis gar nicht gibt, man also keine ewigen Konsequenzen fürchten müsse? Mir kommt da nur einer in den Sinn: der Widersacher, der alle Menschen hasst und will, dass alle verloren gehen. Auch behaupten sie, die Seele sei nicht unsterblich, sondern der Mensch höre mit dem Tod einfach auf zu existieren.5 Aus unserer thomistisch-katholischen Sicht ist das eine völlige Verirrung: Die geistige, rationale Seele des Menschen (forma corporis) ist unvergänglich und lebt nach dem Tode weiter bis zur Auferstehung. Jeder kennt die Stellen in der Heiligen Schrift, an denen Jesus selbst eindringlich vor der ewigen Verdammnis warnt. Sogar kleine Kinder kennen diese Verse. Daher brauchen wir darauf eigentlich gar nicht weiter einzugehen.
Und apropos Auferstehung: Sie glauben nicht einmal an die leibliche Auferstehung Christi! Sie lehren, Jesus sei nur als unsichtbares Geistwesen auferstanden und sein physischer Leib sei von Gott einfach „beseitigt“ worden.6 Wie kann man das leere Grab und Jesu eigene Worte („Fasst mich an, ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen“, Lk 24,39) so dreist ignorieren?
Weiter glauben die Zeugen Jehovas, dass man kein Blut spenden oder empfangen darf, selbst wenn man damit das Leben einer Person retten könnte.7 Wo hat man jemals so etwas Lebensverachtendes gehört? Diese Irrlehrer entnehmen das aus dem Blutspeiseverbot der Apostelgeschichte. Aber wie kommt man auf den absurden Gedanken, ein antikes Speisegebot auf die moderne medizinische Lebensrettung anzuwenden? Ist das nicht die reinste Torheit?
Aber wehe, man konfrontiert sie mit diesen klaren biblischen und logischen Fakten. Sie dürfen nämlich nicht frei debattieren. Die Wachtturm-Gesellschaft verbietet ihren Anhängern den intensiven Austausch mit Kritikern oder das Lesen von abweichender Literatur, da sonst ihre Ketzerei sofort auffliegen würde.8 Sie ziehen sich dann hastig zurück.
Hier muss ich zum Schluss noch ein modernes Phänomen ansprechen und richtigstellen: Manchmal wirkt es an der Haustür so, als würden moderne Zeugen Jehovas einen Relativismus lehren – nach dem Motto: „Jede Konfession ist doch irgendwie gut, wir wollen uns nur über die Bibel unterhalten.“ Lasst euch nicht täuschen! Das ist reine Türöffner-Taktik. Intern lehren sie absolut keinen Relativismus. Sie glauben knallhart, dass nur sie das kommende Gericht überleben und alle anderen Religionen (besonders wir Katholiken) vernichtet werden. Wenn also alles gleich gut wäre, für was klingeln die dann an unseren Türen? Sie wissen ganz genau, was sie tun: Sie ködern die Unwissenden mit einem harmlosen Lächeln, um sie dann in die theologische Isolation zu führen.
Bleibt standhaft im katholischen Glauben! Und wenn sie das nächste Mal an eurer Tür klingeln, geht nicht in die Defensive, sondern dreht den Spieß um und stellt ihnen ein paar ganz einfache Fragen: „Wer hat im ersten oder zweiten Jahrhundert je von eurer Organisation gehört? Könnten Sie mir bitte auch nur einen einzigen Namen aus dieser Zeit nennen?“ Oder sprecht sie auf ihre abenteuerliche Lehre an, dass Jesus angeblich im Jahr 1914 „unsichtbar“ im Himmel gekrönt worden sei und dass exakt seit diesem Jahr die sogenannten letzten Tage angebrochen seien.9 Ihr werdet genau sehen, was passiert: Sie werden versuchen vom Thema abzuweichen, hastig in ihrer Literatur blättern oder geradezu flüchten – aber eine ehrliche, fundierte Antwort werden sie euch nicht geben können.
Wachtturm-Gesellschaft: Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes (1993), S. 156. (Bis 1931 nannte sich die Gruppierung „Ernste Bibelforscher“). ↩
Zu 1925: J.F. Rutherford, Millionen jetzt Lebender werden nie sterben (1920); zu 1975: Der Wachtturm, Ausgabe vom 15. November 1968, S. 689. ↩
Wachtturm-Gesellschaft: Was lehrt die Bibel wirklich?, Kapitel 7. ↩
Wachtturm-Gesellschaft: Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, unter dem Stichwort „Michael“. ↩
Wachtturm-Gesellschaft: Was lehrt die Bibel wirklich?, Kapitel 6 („Wo sind die Toten?“). ↩
Wachtturm-Gesellschaft: Unterredungen anhand der Schriften, S. 53 (Thema: Auferstehung). ↩
Wachtturm-Gesellschaft: Bewahrt euch in Gottes Liebe, Kapitel 7 („Das Leben und das Blut heilig halten“). ↩
Wachtturm-Gesellschaft: Der Wachtturm, Ausgabe vom 15. Juli 2011, S. 15-16. (Warnung vor sogenannter „abtrünniger“ Literatur). ↩
Wachtturm-Gesellschaft: Was lehrt die Bibel wirklich?, Anhang: „1914 — ein bedeutsames Jahr der biblischen Prophetie“. ↩
Kostenlos · für iPhone und iPad · öffnet den App Store
Lesezeit ca. 25 Min.
Gegen die Erneuerer des Glaubens: Wie die alten Irrlehrer verwerfen auch die Reformatoren die apostolische Tradition und zersplittern in unzählige Sekten.
Lesezeit ca. 7 Min.
Sündige tapfer? Luther verfälschte Röm 3,28 und fügte eigenmächtig „allein" ein – gegen den Wortlaut der Schrift. Doch Jak 2,24 und 1 Kor 13,2 antworten klar: Glaube ohne Liebe und Werke ist nichts. Eine Streitschrift wider die Ketzerei der sola fide
Lesezeit ca. 22 Min.
Vergleich der katholischen Kirchenlehrer und der Urheber historischer Ketzereien: Die 9. Rede beleuchtet die Frömmigkeit der Apostel und Heiligen im Kontrast zu den Beweggründen und dem Wirken von Reformatoren wie Luther, Calvin und Zwingli
Lesezeit ca. 18 Min.
Die Reinheit unseres Gesetzes ist es also, wodurch sich unsere heilige Religion vor allen übrigen Sekten ganz besonders auszeichnet.
Lesezeit ca. 16 Min.
Wer weiß nun nicht den späteren Ursprung aller Ketzereien? Die Arianer waren gewiss nicht vor dem Arius noch die Macedonianer, Nestorianer, Pelagianer, Mohammedaner und Lutheraner vor Macedonius, Nestorius, Pelagius, vor Mohammed und Luther.
Lesezeit ca. 5 Min.
Es gibt Zeiten, da bin ich ganz für mich allein, und da überkommt mich ein derart herzliches Lachen, dass es geradezu ein Wunder wäre, wenn ich mich in Gegenwart anderer noch beherrschen könnte.