Seite wird geladen …
Gratisschriften zum katholischen Glauben — Nimm und lies! · Die aufgeführten Schriften besitzen die kirchliche Druckerlaubnis. Sie eignen sich für Schriftenstände, den Unterricht und die Katechese sowie für jede Form von Apostolat.
AnsehenSeite wird geladen …
Artikel
Petrus Canisius beleuchtet die katholische Dogmatik, die Rolle der mündlichen Tradition neben der Heiligen Schrift sowie die historische Abgrenzung gegenüber klassischen Einwänden.
Lesezeit ca. 7 Min.
1. Ja, ganz gewiß. Freilich, in der Heiligen Schrift ist sie nicht ausdrücklich enthalten, wohl aber in der Tradition, d. h. in der Lehre, die die Kirche von den Aposteln, die sie mündlich predigten, überkommen und die Jahrhunderte hindurch durch die Lehre der Bischöfe und Päpste aller Jahrhunderte gleichsam mit Händen weitergegeben hat bis auf unsere Tage. Kein einziger Rechtgläubiger hat je etwas dagegen gehabt, gegen die ewige Jungfräulichkeit Mariä.
Es sind aber nicht alle Glaubenswahrheiten in der Heiligen Schrift enthalten; das zu glauben wäre falsch und eine Irrlehre. Die Protestanten, die gegen alle Wahrheiten, die dort nicht enthalten sind, protestieren, glauben selber vieles, was nicht in der Heiligen Schrift steht, sondern nur durch die Tradition verbürgt ist, z. B. die Kindertaufe, das Apostolische Glaubensbekenntnis und vieles über die allerheiligste Dreifaltigkeit und über das Verzeichnis der inspirierten Bücher.
Es war aber immer das Steckenpferd der Kezer aller Jahrhunderte, daß sie sich gegen das, was ihnen nicht paßte, und wenn sie sich aus Furcht vor Strafe von der Kirche trennten, auf die Heilige Schrift beriefen und erklärten, dieses oder jenes stehe nicht in der Heiligen Schrift geschrieben. Das ist ein Kniff, den sie immer anwandten.
Aber das gilt nicht, denn die Heilige Schrift genügt nicht zum Glauben. Sie muß ferner auch erklärt werden, und nicht jeder darf sie nach seinem eigenen Kopf auslegen, denn da kämen mehr als tausend Religionen heraus, es muß also einer da sein, von Christus aufgestellt, der mit Autorität von ihm ausgerüstet, die Heilige Schrift erklären und der allen befehlen kann, die Schrift so und so zu verstehen, und das ist eben die Kirche, die heiligen Väter, die Predigt der Nachfolger der Apostel, bei denen immer zu bleiben Christus feierlich versprochen hat.
Die Heilige Schrift muß also auch aus der Tradition verstanden und erklärt werden, so haben die heiligen Väter immer gegen die Kezer ihrer Zeit behauptet. Das ist das Kennzeichen aller Kezer, daß sie die Leute von dem abbringen, was die heiligen Väter, die ganze Kirche bis auf unsere Zeiten herauf gelehrt haben.
2. Der Text bei Isaias (7) ist schon an und für sich nicht so ganz klar und überzeugend und er würde nur beweisen, daß Maria vor und in der Geburt Jesu Jungfrau war, nicht aber, daß sie auch nach der Geburt Jungfrau geblieben, keine andern Kinder mehr gehabt habe, also immerwährende Jungfrau war.
Auch der Text bei Ezechiel (44) beweist dies nicht, denn abgesehen davon, daß viele diese Stelle vom Tempel in Jerusalem verstehen, würde er nur beweisen, daß Maria vor und in der Geburt Jesu Jungfrau war, nicht aber auch nachher, nach der Geburt Jesu.
Den Psalm 109 aber kann man schon gar nicht auf die menschliche Geburt Jesu anwenden, er spricht nur von der göttlichen Geburt des Sohnes Gottes aus dem Vater von Ewigkeit her. So haben die Väter diesen Psalm immer verstanden und Christus selbst sagt, es sei von seiner Gottheit dort die Rede, weil David ihn seinen Herrn nennt. »Es sprach der Herr zu meinem Herrn«.
Sogar Zwingli und Kalvin glaubten an die immerwährende Jungfrauschaft Mariä, auch die Magdeburger Zenturiatoren, auch Luther hat daran geglaubt und alle suchen sie aus der Heiligen Schrift zu beweisen, allein es gelingt nicht. So widersprechen sie sich, weil sie die ewige Jungfräulichkeit Mariä nicht aufrechterhalten können außer nur durch den beständigen Glauben der Kirche, durch die Tradition, aus der Heiligen Schrift kann man sie nicht beweisen.
Im Gegenteil: aus ihr schmiedeten die Helvidianer viele Schwierigkeiten, aus Angaben der Evangelien, die allerdings nur scheinbare Schwierigkeiten sind, nur scheinbar das Gegenteil sagen, daß nämlich Maria nach der Geburt Jesu noch andere Kinder erzeugt habe. Es heißt nämlich, Maria habe in ihrem Schoße vom Heiligen Geiste empfangen antequam convenirent (Matth. 1, 18), d. h. bevor Maria und Joseph die eheliche Sache miteinander taten, als ob sie also nachher die Ehe gebraucht hätten.
Ferner heißt es: »Joseph erkannte sie nicht, donec d. h. bis sie ihren Erstgeborenen geboren hatte« (Matth. 1, 25), als ob er sie also nachher erkannt hätte.
Dann ist von Brüdern und Schwestern Jesu die Rede bei Matthäus, Markus und Johannes, der bemerkt, es hätten nicht einmal seine eigenen Brüder an ihn geglaubt. Bei Matth. (13, 55) sagen die Nazarethaner ausdrücklich, Jakob, Joseph, Simon und Judas seien die Brüder Jesu, als ob also Maria außer Jesu noch andere Kinder gehabt habe, also nicht Jungfrau geblieben sei.
Und bei Markus sagen sie ausdrücklich von Jesus: »Ist das nicht der Tischler, der Sohn der Maria und der Bruder des Jakob und Joseph und Judas und Simon und sind nicht seine Schwestern bei uns?«
Wenn es den Kezern, besonders den Protestanten, paßt, berufen sie sich auf den Glauben der alten Kirche, auf die Väter, wenn es ihnen aber nicht paßt, da verwerfen sie die Tradition.
3. Es ist also die Lehre, daß Maria auch nach der Geburt Jesu Jungfrau blieb, eine Lehre, die die Apostel mündlich gepredigt haben, in der Heiligen Schrift aber nicht enthalten ist. Sie haben diese Lehre gepredigt auf Geheiß und aus Inspiration des Heiligen Geistes und die Kirche empfing diese Lehre von ihnen und verteidigte sie schon von Anfang an immer gegen die Irrlehrer, ja die heiligen Väter nennen es eine Gotteslästerung, die immerwährende Jungfräulichkeit Mariä zu leugnen.
Diese Irrlehre verdammt z. B. die zweite Synode von Nicäa; vom Konzil von Konstantinopel und auf der Lateransynode unter Papst Martin I. wird sie semper Virgo, d. i. beständige Jungfrau genannt. Die gegenteilige Lehre widerlegten und verdammten Hieronymus, Augustin, Ambrosius und Papst Siricius.
Die ganze Kirche singt von Maria: »Beata es Virgo Maria, quae omnium portasti creatorem, genuisti, qui te fecit et in aeternum permanes virgo. Post partum virgo immaculata permansisti«: Selig bist du, o Jungfrau Maria, die du den Schöpfer aller getragen, du hast den geboren, der dich erschaffen und bleibst in Ewigkeit Jungfrau. Nach der Geburt bliebst du die unbefleckte Jungfrau.
Aber es gibt noch viele andere Hymnen, in denen die Kirche sich beglückwünscht ob der Jungfräulichkeit Mariä als einer der kostbarsten Perlen in ihrer Krone. Alle Liturgien preisen sie als die immerwährende Jungfrau; so die ambrosianische und die des heiligen Basilius des Großen.
Und die ältesten Christen taten ihre Schwüre im Namen des Allmächtigen und Mariä, der immerwährenden Jungfrau, und diese feierliche Form, zu schwören, hat Kaiser Justinian gut geheißen.
Wir haben also für die immerwährende Jungfrauschaft Marias ein Zeugnis, das eine unbezwingbare Mauer ist gegen alle Feinde und wir können mit vollem Recht ruhig, fest und standhaft glauben und müssen es glauben, daß sie Jungfrau war vor der Geburt, in der Geburt und nach der Geburt Jesu.
Wer das nicht glaubt, der trennt sich von der Kirche Christi, er ist kein Rechtgläubiger mehr, er trägt mit Unrecht den Namen Christi, er ist keiner mehr, er hat keinen Anteil an Christi Reich, weil er sich vom mystischen Leib Christi getrennt hat. Die aber die Kirche verlassen, berauben sich selbst des Lebens, wie schon Irenaeus sagt.
Kostenlos · für iPhone und iPad · öffnet den App Store
Lesezeit ca. 14 Min.
Dieser Abschnitt zerlegt arianische wie griechische (orthodoxe) Irrtümer, zeigt den Ausgang des Geistes vom Sohn und bekräftigt die katholische Wahrheit!
Lesezeit ca. 17 Min.
Maria ist aus berühmtem und heiligem Geschlecht, weil ihre Eltern sich durch Tugend und den Adel ihres Stammes auszeichneten.
Lesezeit ca. 5 Min.
Bereits um 197 n. Chr. setzt Tertullian das Gebet nach Osten bei den Christen als bekannte, allgemein geübte Praxis voraus und muss sich zugleich gegen den heidnischen Verdacht verteidigen, die Christen würden damit tatsächlich die Sonne verehren.
Lesezeit ca. 13 Min.
Ich lese in Ihrem Brief, dass Sie sich schon seit längerer Zeit von Gott berufen fühlen, Ordensmann zu werden, dass Ihnen aber dann viele Zweifel aufgestiegen sind..
Lesezeit ca. 4 Min.
Auf dieser Erde ist am zufriedensten, wer Gott am meisten liebt. Alles, was man nicht für Gott tut, wird zur Qual.
Lesezeit ca. 7 Min.
Wer nicht betet und es unterlässt, Gott um die nötige Hilfe zu bitten, um den Versuchungen zu widerstehen und die empfangene Gnade zu bewahren, kann sich nicht retten.