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Messbund der Priesterbruderschaft St. Petrus · Für Mitglieder dieses Bunds werden regelmäßig heilige Messen im Priesterseminar St. Petrus gefeiert.
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Bereits um 197 n. Chr. setzt Tertullian das Gebet nach Osten bei den Christen als bekannte, allgemein geübte Praxis voraus und muss sich zugleich gegen den heidnischen Verdacht verteidigen, die Christen würden damit tatsächlich die Sonne verehren.

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Die Formel „der Priester kehrt dem Volk den Rücken zu" ist eine moderne Verzerrung, die den liturgischen Akt in eine bloß zwischenmenschliche Kategorie – wer schaut wen an – hinabzieht und damit sein eigentliches theologisches Zentrum verfehlt. Der Priester zelebriert in der überlieferten Liturgie nicht gegen die Gemeinde und nicht mit abgewandtem Blick von ihr, sondern mit ihr, gemeinsam ausgerichtet auf denselben Herrn. Der treffende Fachbegriff dafür lautet conversi ad Dominum – „hingewandt zum Herrn": nicht Priester und Volk einander zugewandt, sondern beide gemeinsam Gott zugewandt.
Man stelle sich eine Gruppe vor, die gemeinsam unterwegs ist. Wer führt, geht voran. Zeigt er den Nachfolgenden dabei den Rücken? Rein physisch ja, aber in Wahrheit geht er ihnen nicht entgegen, sondern voraus, in dieselbe Richtung, demselben Ziel zu. Genau das geschieht in der Liturgie: Priester und Gläubige blicken nicht einander an, sondern wenden sich gemeinsam demselben Ziel zu – dem wiederkehrenden Christus, den die Kirche seit den ersten Jahrhunderten mit der aufgehenden Sonne verbindet.
Die patristische Bezeugung
Die Ausrichtung des Gebets nach Osten (Ad Orientem) ist keineswegs eine spätere mittelalterliche Erfindung, sondern wurzelt tief in der Praxis der Urkirche. Bereits um 197 n. Chr. war die Ostung im christlichen Gottesdienst so fest verankert, dass heidnische Beobachter den Christen fälschlicherweise Sonnenanbetung vorwarfen. Tertullian entkräftete diesen Verdacht in seinem Apologeticum und legte offen, dass der Vorwurf überhaupt erst entstehen konnte, weil die Praxis allgemeine Bekanntheit besaß: „Um es kurz zu sagen: Der Verdacht rührt daher, weil es bekannt geworden ist, dass wir nach Osten gewendet beten.“1
Wenig später vertiefte Origenes in seiner Schrift De oratione (ca. 233 n. Chr.) diese körperliche Haltung christologisch und mystisch. Für ihn ist der Osten das sichtbare Bild für die Erleuchtung des Menschen durch das göttliche Licht. Indem der Beter sich dem Lichtaufgang zuwendet, kehrt er der Finsternis des Westens den Rücken – der äußere Blick wird zum Spiegel der inneren Bewegung der Seele. So erklärt Origenes: „Wer sollte nicht sofort zugeben, dass von den vier Himmelsrichtungen [...] der Osten klar derjenige ist, den wir beim Gebet wählen müssen? Denn wir wollen damit anzeigen, dass die Seele dem Aufgang des wahren Lichts entgegensieht.“2
Im 4. Jahrhundert ordnete Basilius der Große in De Spiritu Sancto das Gebet nach Osten den unverbrüchlichen, ungeschriebenen apostolischen Überlieferungen (Agrapha) zu. Er begründete den Brauch heilsgeschichtlich mit der Sehnsucht nach dem verlorenen Ursprung und der geistlichen Heimkehr: „Wer von den Heiligen hat uns ein geschriebenes Wort darüber hinterlassen, dass wir uns beim Gebet nach Osten wenden sollen? Wir tun es alle, aber nur wenige von uns wissen, dass wir damit unsere alte Heimat suchen: das Paradies, das Gott in Eden im Osten gepflanzt hat.“3
Die biblisch-eschatologische Symbolik
Die Ausrichtung nach Osten ist kein bloßes Brauchtum, sondern hat eine präzise Schriftgrundlage. Christus selbst vergleicht sein Wiederkommen mit dem Blitz, der von Osten ausgeht und bis zum Westen leuchtet (Mt 24,27). Der Prophet Maleachi kündigt den Messias als „Sonne der Gerechtigkeit" an, die aufgeht (Mal 3,20) – ein Bild, das die frühe Kirche unmittelbar auf Christus bezog. Wer nach Osten betet, bekennt also nicht eine kosmologische Vorliebe, sondern die Naherwartung des wiederkommenden Herrn: Die ganze Gemeinde, Priester und Volk gemeinsam, hält Ausschau nach dem Osten, aus dem er kommen wird.
Auch der heilige Thomas von Aquin sieht darin die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies ausgedrückt, das nach biblischer Überlieferung im Osten lag (Gen 2,8). Er begründete die Schicklichkeit dieser Ausrichtung dreifach: „Geziemenderweise beten wir nach Osten: Erstens wegen des Hinweises auf die göttliche Majestät [...]; zweitens wegen des Paradieses, das im Osten gelegen war [...], damit wir so danach trachten, ins Paradies zurückzukehren; drittens wegen Christus, der das Licht der Welt ist und ‚Aufgang‘ (Oriens) genannt wird [...] und von dem erwartet wird, dass er aus dem Osten wiederkommt.“4
Kein Bruch, sondern Kontinuität
Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Zelebration versus populum nirgends vorgeschrieben – Sacrosanctum Concilium schweigt zur Altarrichtung völlig. Die spätere Durchsetzung der Volksaltäre war eine nachkonziliare Interpretationsentscheidung, keine dogmatische Notwendigkeit.
Die traditionelle Zelebrationsrichtung ist also weder Rückzug noch Distanzierung vom Volk, sondern der sichtbare Ausdruck dessen, was die Liturgie in Wahrheit ist: nicht ein Gespräch der Gemeinde mit sich selbst, sondern der gemeinsame Aufbruch des ganzen Gottesvolkes, Haupt und Glieder, dem kommenden Christus entgegen.
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