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Messbund der Priesterbruderschaft St. Petrus · Für Mitglieder dieses Bunds werden regelmäßig heilige Messen im Priesterseminar St. Petrus gefeiert.
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Wer nicht betet und es unterlässt, Gott um die nötige Hilfe zu bitten, um den Versuchungen zu widerstehen und die empfangene Gnade zu bewahren, kann sich nicht retten.

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Gott will, dass alle gerettet werden: Omnes homines vult salvos fieri. 1 Tim 2, 4. Und er will allen die notwendige Hilfe geben, um sich zu retten; aber er gewährt sie nur denen, die ihn darum bitten, wie der hl. Augustinus schreibt: Non dat nisi petentibus – Er gibt nur denen, die bitten.1 Daher ist es gemeinsame Lehre der Theologen und der heiligen Väter, dass das Gebet für die Erwachsenen ein notwendiges Mittel (necessitas medii) ist, das heißt: Wer nicht betet und es unterlässt, Gott um die nötige Hilfe zu bitten, um den Versuchungen zu widerstehen und die empfangene Gnade zu bewahren, kann sich nicht retten.
Der Herr seinerseits kann es nicht unterlassen, dem die Gnaden zu gewähren, der ihn darum bittet, weil er es versprochen hat. Clama ad me, et exaudiam te. Jer 33, 3. Rufe mich an, und ich werde nicht verfehlen, dich zu erhören. Quodcunque volueritis, petetis, et fiet vobis. Joh 15, 7. Bittet mich um das, was ihr wollt, und ihr werdet alles erlangen. Petite, et dabitur vobis. Mt 7, 7. Bittet, und es wird euch gegeben werden. Diese Verheißungen sind freilich nicht auf zeitliche Güter zu beziehen, denn diese gibt Gott nur dann, wenn sie der Seele nützen; aber die geistlichen Gnaden hat er uneingeschränkt einem jeden verheißen, der sie von ihm erbittet; und da er sie uns verheißen hat, ist er verpflichtet, sie uns zu geben: Promittendo debitorem se fecit – Durch das Versprechen hat er sich selbst zum Schuldner gemacht, sagt der hl. Augustinus.2
Man muss dann beachten, dass Gott zwar verheißen hat, das Gebet zu erhören, dass aber uns gegenüber das Beten ein schweres Gebot ist. Petite, et dabitur vobis. Mt 7, 7. Oportet semper orare. Lk 18, 1. Diese Worte petite (bittet) und oportet (man muss) bedeuten, wie der hl. Thomas lehrt (S. Th. II-II, q. 83, a. 2), ein schweres Gebot, das für das ganze Leben verpflichtet, und besonders dann, wenn der Mensch sich in Todesgefahr sieht oder in Gefahr, in Sünde zu fallen; denn dann wird er, wenn er nicht zu Gott seine Zuflucht nimmt, gewiss unterliegen. Und wer bereits in Ungnade bei Gott gefallen ist, begeht eine neue Sünde, wenn er nicht zu Gott um Hilfe ruft, um aus seinem elenden Zustand herauszukommen. Aber kann Gott ihn erhören, da er ihn doch als seinen Feind sieht? Ja, er erhört ihn wohl, wenn der gedemütigte Sünder ihn von Herzen bittet, ihm zu vergeben; denn im Evangelium steht geschrieben: Omnis enim qui petit, accipit. Lk 11, 10. Es heißt omnis – jeder, sei er Gerechter oder Sünder: Wenn er betet, hat Gott versprochen, ihn zu erhören. An anderer Stelle sagt Gott: Invoca me, et eruam te. Ps 49, 15. Rufe mich an, und ich werde dich aus der Hölle befreien, in der du verurteilt bist.
Nein, es wird keine Entschuldigung geben am Tag des Gerichts für den, der in Sünde stirbt. Es wird ihm auch nichts nützen zu sagen, er habe nicht die Kraft gehabt, der Versuchung zu widerstehen, die ihn bedrängte; denn Jesus Christus wird ihm antworten: Wenn du diese Kraft nicht hattest, warum hast du sie nicht erbeten, da ich sie dir doch gegeben hätte? Und wenn du bereits in Sünde gefallen warst, warum bist du nicht zu mir geflohen, da ich dich doch daraus befreit hätte?
Darum, mein Leser, wenn du dich retten und dich in der Gnade Gottes erhalten willst, ist es notwendig, dass du ihn oft bittest, seine Hand über dir zu halten. Das Konzil von Trient hat erklärt (Sess. 6, Kap. 13, Kan. 22), dass es zum Beharren des Menschen in der Gnade Gottes nicht genügt, die allgemeine Hilfe, die er allen gibt; vielmehr bedarf es einer besonderen Hilfe, die man nur durch das Gebet erlangt. Deshalb sagen alle Lehrer der Kirche, dass ein jeder unter schwerer Schuld verpflichtet ist, sich oft Gott zu empfehlen und ihn um die heilige Beharrlichkeit zu bitten, mindestens einmal im Monat. Und wer sich inmitten zahlreicherer gefährlicher Gelegenheiten befindet, ist verpflichtet, die Gnade der Beharrlichkeit noch häufiger zu erbitten.
Sehr hilfreich ist es dann, um diese Gnade zu erlangen, eine besondere Andacht zur Mutter Gottes zu pflegen, die man die Mutter der Beharrlichkeit nennt. Wer sich nicht der seligen Jungfrau empfiehlt, wird nur schwer die Beharrlichkeit erlangen; denn der hl. Bernhard sagt,3 dass alle göttlichen Gnaden, und besonders diese der Beharrlichkeit, die die größte von allen ist, uns durch Maria zukommen.
Ach, wollte doch Gott, dass die Prediger aufmerksamer wären, ihren Zuhörern dieses große Mittel des Gebetes einzuschärfen! Manche erwähnen es in ihrer ganzen Fastenpredigtreihe kaum ein- oder zweimal, und dann fast nur beiläufig; während sie mehrmals und in fast jeder Predigt eigens davon sprechen sollten. Große Rechenschaft werden sie Gott darüber ablegen müssen, wenn sie es versäumen. Und ebenso richten viele Beichtväter ihr Augenmerk nur auf den Vorsatz der Büßenden, Gott nicht mehr zu beleidigen, und kümmern sich wenig darum, ihnen das Gebet einzuschärfen für den Fall, dass sie erneut zum Fall versucht werden; man muss sich aber davon überzeugen, dass, wenn die Versuchung stark ist und der Büßer Gott nicht um Hilfe bittet, um zu widerstehen, alle gefassten Vorsätze ihm wenig nützen werden; nur das Gebet allein kann ihn retten. Es ist gewiss: Wer betet, rettet sich; wer nicht betet, verdammt sich.
Und darum, mein Leser, wiederhole ich: Wenn du dich retten willst, bete beständig zum Herrn, dass er dir Licht und Kraft gebe, nicht in Sünde zu fallen. Darin muss man gegenüber Gott geradezu aufdringlich sein, wenn man ihn um diese Gnade bittet. Haec importunitas (sagt der hl. Hieronymus) apud Dominum opportuna est – Diese Aufdringlichkeit ist bei Gott willkommen.4 Unterlass es nicht, jeden Morgen ihn zu bitten, dich von den Sünden jenes Tages zu befreien. Und wenn sich dem Geist ein böser Gedanke oder eine schlechte Gelegenheit aufdrängt, dann nimm sofort, ohne dich auf ein Gespräch mit der Versuchung einzulassen, deine Zuflucht zu Jesus Christus und zur heiligen Jungfrau und sprich: Mein Jesus, hilf mir; heiligste Maria, komm mir zu Hilfe! Es genügt dann schon, die Namen Jesus und Maria auszusprechen, damit die Versuchung schwindet; hält die Versuchung aber an, so rufe weiter Jesus und Maria um Hilfe an, denn dann wirst du niemals unterliegen.
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