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Es gibt Zeiten, da bin ich ganz für mich allein, und da überkommt mich ein derart herzliches Lachen, dass es geradezu ein Wunder wäre, wenn ich mich in Gegenwart anderer noch beherrschen könnte. Ich stelle fest: Wenn auch nur der kleinste Streit ausbricht, laufen die Leute bei mir auf und sagen: „Oh, Bruder Bernardino, ich bitte Euch um Gottes willen, erweist mir einen Gefallen: Es gibt da eine Auseinandersetzung zwischen dem und dem, Ihr könntet eine sehr gute Tat vollbringen, wenn Ihr sie wieder versöhnt.“ „Nun gut“, sage ich, „was soll ich denn Eurer Meinung nach tun?“ „Ich möchte, dass Ihr nach ihm schickt.“ Aber ich habe weder Diener noch Häscher, die ihn herbeibringen könnten, und vielleicht will er ohnehin nur seinen eigenen Kopf durchsetzen. Ach, das ist keine Aufgabe für mich!
Ein anderer kommt daher, der Zoff mit seiner Frau hat, und sagt: „Um Gottes willen, sorgt dafür, dass diese Sache zwischen mir und ihr geregelt wird.“ Ein anderer: „Ich muss von dem und dem Geld bekommen; er schindet mich, er verspottet mich, er hält mein Eigentum mit Gewalt zurück, und ich leide Not.“ „Nun gut, was soll ich da machen? Ich bin weder Stadtrichter noch Hauptmann; und ich gehöre nicht zu den Herren der Stadt oder zu den Handelsbeamten, dass ich es für Euch eintreiben könnte, wenn es Euch zusteht.“
Gleichermaßen, wenn ein Sohn vom Vater verstoßen wurde, kommt er zu mir; wenn der Vater vom Sohn misshandelt wird, läuft er bei mir auf. Wenn die Frau vom Ehemann verstoßen wurde, kommt sie zu mir. Wenn die Frau vor dem Ehemann flieht, kommt der Ehemann zu mir. Wenn jemand krank ist, rennt er zu mir; wenn jemand irgendein Leid hat, kommt er zu mir – und wahrlich, ich höre von euch die wunderlichsten Geschichten, die ich je an irgendeinem Ort gehört habe.
Und manchmal kommen Leute zu mir, die mir von Gott weiß was für einem Unsinn berichten wollen, und sie fangen tausend Meilen weit weg an. So kam einer dieser Tage ein Fremder zu mir – er schien mir nicht von großer Bedeutung zu sein, auch wenn er selbst wohl anderer Meinung war –, und als er bei mir eintraf, sagte er: „Mein Herr, Gott gebe Euch ein langes Leben.“ „Seid willkommen: Was gibt es Neues?“ „Ich hätte gern einen Rat von Euch.“ „Sprecht nur“, sagte ich.
Dieser fängt an und sagt: „Es ist so, dass wir einen Priester in unserer Kirche hatten, der uns nicht gefiel. Wir haben ihn davongejagt und einen anderen genommen, von dem wir gehört haben, dass er exkommuniziert sei; deshalb möchte ich, dass Ihr nach ihm schickt und ihn ermahnt; ich meine, dass Ihr ihn für sein Tun bestraft.“
Ich antwortete ihm: „Oh, ich bin kein Bischof, dass ich ihn ermahnen oder bestrafen könnte.“ Er antwortete und sagte: „Für mich scheint Ihr Bischof, Papst und Kaiser zu sein.“ Und ich glaube, dass er das, was er mir da sagte, mit guten Absichten sagte.
Und das, was ihr hier mit mir macht, das geschieht mir an jedem Ort, wo ich hinkomme. Wisst ihr, was ich euch sage? Ihr wollt, dass ich Papst bin, dass ich Bischof bin, dass ich Stadtrat bin, dass ich Handelsbeamter bin, und dass ich all die Dinge tue, die in deren Zuständigkeit fallen. Oh, ich kann nicht alles tun, ich! Jeder soll sein eigenes Amt ausüben; wenn du von jemandem etwas bekommen musst, geh dorthin, wo du hingehörst, um das Deine zurückzufordern. Wenn deine Frau oder dein Mann dich verlassen hat, regle es mit den Verwandten, mit Freunden oder mit dem Paten, und so sage ich es jedem Einzelnen.
Wisst ihr warum? Weil der eine für die eine Sache geeignet ist und der andere für eine andere; und wenn du zum Bischof musst, komm nicht zu mir, denn ich tauge nicht für dein Anliegen. Wenn du zu den weltlichen Herren musst, komm nicht zu mir, denn auch da kann ich nichts ausrichten: Geh du selbst zu ihnen. Und das sage ich einem jeden; denn euer Kommen zu mir ist bloße Zeitverschwendung: Ich könnte mich dem Studium widmen und eine prächtige Predigt zur Ehre Gottes vorbereiten; und ihr seid der Grund, warum ich nicht studieren kann, um stattdessen euch zuzuhören.
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O Gott, wie werden ihm jene Augenblicke der Lust sodann erscheinen, nach hundert, nach tausend Millionen Jahren der Hölle!
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Ach, mein Jesus! Ich sehe, wie viel Ihr getan und gelitten habt, um mich in die Notwendigkeit zu versetzen, Euch zu lieben – und ich bin Euch so undankbar gewesen?
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Die Herzen der Menschen sind nicht selten so sehr um sich allein bekümmert, dass sie nichts anderes suchen und lieben als sich selbst, ja, dass es scheint, sie seien nur um ihrer selbst willen in der Welt.
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Die Reinheit unseres Gesetzes ist es also, wodurch sich unsere heilige Religion vor allen übrigen Sekten ganz besonders auszeichnet.
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Wer weiß nun nicht den späteren Ursprung aller Ketzereien? Die Arianer waren gewiss nicht vor dem Arius noch die Macedonianer, Nestorianer, Pelagianer, Mohammedaner und Lutheraner vor Macedonius, Nestorius, Pelagius, vor Mohammed und Luther.
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Das Gericht ist in der Tat zu fürchten.