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Die Herzen der Menschen sind nicht selten so sehr um sich allein bekümmert, dass sie nichts anderes suchen und lieben als sich selbst, ja, dass es scheint, sie seien nur um ihrer selbst willen in der Welt. So lange sie sich etwas voneinander zu erhoffen haben, sind sie die besten Freunde; sobald man aber aufhört, ihnen nützlich zu sein, denken sie nicht mehr an den, welchen sie kurz zuvor so zärtlich liebten. Die Menschen sind ferner voll Undank. Trotz aller Wohltaten, mit denen man sie überhäuft, trotz allem, was man ihnen erwiesen, und aller Opfer, die man für sie gebracht hat, vergessen sie nur allzu häufig, was sie empfangen haben, wenn sie sich in irgendeiner Weise dafür erkenntlich zeigen sollen. Die Menschen sind überdies nicht selten sehr unbeständig; sie ändern ihre Gesinnung nach den Launen des Glückes. Heute versprechen sie alles, morgen schon verweigern sie sogar einen freundlichen Blick und suchen nur einen Vorwand, um sich von uns zurückzuziehen. Wie viele haben sich an einen vorgeblichen Freund angeschlossen, der sich indes bald wieder von ihnen losmachte und sogar zum bitteren Feind wurde, der sie auf alle Weise verfolgte. Mancher Vater und manche Mutter haben für das Glück ihres Kindes zahllose Opfer gebracht, und das undankbare Kind verweigert ihnen in alten Tagen die nötige Hilfe und Unterstützung, ja wünscht sogar in natürlicher Habsucht, dass ihre Lebenstage bald zu Ende wären. So sind nicht selten die Herzen der Menschen selbstsüchtig, undankbar, unbeständig, manchmal ohne alles Mitgefühl.
O wie ganz anders ist das Herz unseres Erlösers! Trete ich ein in dieses Herz, so finde ich daselbst das Herz eines Königs, das Herz eines Freundes, das Herz eines Bräutigams, das Herz eines Vaters, das eines Gottes. Das Herz eines Königs, der nur ein Reich der Liebe in mir zu gründen verlangt, nur mit zärtlicher Liebe über mich herrschen will; das Herz eines Freundes, auf den ich mich mit voller Sicherheit hienieden verlassen kann; das Herz eines Geliebten, der meine zärtliche Liebe nur deshalb verlangt, weil sie mein Glück begründet; das Herz eines Vaters, der nie die Geduld verliert, sondern stets meine Fehler erträgt und meinen Nöten zu Hilfe kommt, der nie aufhört, mich als sein Kind anzuerkennen trotz der Sünden, mit denen ich ihn so oft und so schwer beleidigt habe; das Herz eines Gottes endlich, um alles mit einem Wort zu sagen, der mich mit unendlicher Liebe geliebt hat, dem ich so viele Seufzer kostete, der mich mit seinem Blut reichlich überströmte und der nur dies eine sucht, mich durch Teilnahme an seiner Seligkeit glücklich zu machen. Wenn du also in der Liebe Glück erhoffst, wo willst du es suchen: in den veränderlichen, kleinen, armseligen Menschenherzen oder in dem unwandelbaren, großmütigen, überreichen Herzen deines Gottes? Willst denn auch du einen Räuber deinem Erlöser vorziehen?
BEISPIEL:
Voll apostolischen Eifers begab sich die ehrwürdige Dienerin Gottes Maria von der Menschwerdung im Jahre 1640 über das Meer nach Kanada, wo sie für die Erziehung der weiblichen Jugend einen Zweig der Ursulinerinnen gründete. Als sie eines Tages mit besonderer Inbrunst Gott um die Ausbreitung seines Reiches auf Erden anflehte, erkannte sie aus göttlicher Erleuchtung, dass ihr Gebet nicht so wohlgefällig aufgenommen wurde, als sie es wünschte, worüber sie sich sehr betrübte. Da vernahm sie eine Stimme, die ihr sagte: Bitte mich durch das Herz Jesu, meines geliebten Sohnes; durch dieses Herz will ich deine Gebete erhören und deinem Wunsch willfahren." Von da an unterließ sie es keinen Tag, dem himmlischen Vater das göttliche Herz Jesu für die Bekehrung der Sünder aufzuopfern, wozu sie sich eines eigens dazu von ihr verfassten Gebetes bediente. (Zweite Messandacht; Niles de ration. festor.)
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Der dritte Gewissensbiß des Verdammten wird die Erkenntnis des großen Gutes sein, das er verloren hat. Johannes Chrysostomus sagt, die Verdammten werden mehr wegen des Verlustes des Himmels gequält, als selbst durch die ärgsten Peinen der Hölle.
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Er wird sagen: O hätte ich mir doch jene Mühe für Gott gegeben, welche ich anwendete, um verdammt zu werden! Ich wäre ein großer Heiliger geworden; jetzt aber habe ich davon nichts als Gewissensbisse und eine ewige Pein die niemals aufhört.
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Wegen eines elenden viehischen Genusses also, der einen Augenblick lang dauerte, und kaum genossen, wie der Wind vorübereilte, werde ich, wird er sagen, in diesem Feuer sein und brennen müssen, voll Verzweiflung, und verlassen von allen.
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Alle Ketzer dieser Zeit leugnen dies. Nun will ich das Gegenteil beweisen. Dazu bediene ich mich der Typologien des Alten Testaments, des göttlichen Rechtes und der Heiligen Schrift. Ich will anfangen mit 1 Makkabäer 14,41-48 darin heißt es: „Darum beschlossen die Juden und ihre Priester, Simeon…
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Wäre wohl ein Herz denkbar, welches an unserem Elend einen innigeren Anteil nähme, als das seinige? Das Mitleid mit uns bewog ihn, vom Himmel auf die Erde herabzusteigen.
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Was man erlaubterweise wünschen darf, um das darf man auch bitten. Das beweist die inhaltsschwere Verheißung des Herrn: »Was ihr immer wünschet, darum möget ihr bitten, und es wird euch zuteil werden« (Joh. 15, 7).