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1.Punkt - Die Natur der Reinigung
In der Metallurgie: Das Feuer vernichtet das Gold nicht. Gold ist absolut feuerbeständig. Das Feuer greift nur die unedlen Metalle (die Verunreinigungen) an, oxidiert sie und trennt sie vom Gold.
In der Theologie: Das Fegefeuer ist kein Ort der Vernichtung (wie die Hölle), sondern ein Ort der Läuterung. Das „Feuer“ greift nicht das innerste Wesen (die Seele) an, sondern verbrennt nur die Schlacke der Sünde, die an ihr klebt.
2.Punkt - Die Rolle des Bleis
In der Metallurgie: Man gibt absichtlich Blei zu dem verunreinigten Gold. Das Blei verbindet sich mit den tief sitzenden Unreinheiten (wie Kupfer), verflüssigt sie und zieht sie heraus, damit sie vom Tiegel aufgesaugt werden können. Ohne das Blei würden die Unreinheiten im Gold festsitzen.
In der Theologie: Das lässt sich perfekt auf die göttliche Gnade oder das Leiden im Fegefeuer übertragen. Die Strafe bzw. der Schmerz (das Blei) ist das Werkzeug, das die Sünde, die mit der Seele tief verwachsen ist, überhaupt erst flüssig macht und löst, damit sie abgetrennt werden kann.
3.Punkt - Das Aufsaugen des Schmutzes
In der Metallurgie: Der Tiegel aus Knochenasche wirkt wie ein Schwamm. Er saugt den verbrannten Schmutz (die Metalloxide) vollständig in sich auf, sodass er nie wieder mit dem Gold in Berührung kommt.
In der Theologie: Der Schmutz (die Neigung zur Sünde) wird nicht einfach nur beiseitegeschoben, sondern dauerhaft und restlos aus der Existenz der Seele entfernt.
4.Punkt - Der Goldblick
In der Metallurgie: Der Prozess ist genau dann vorbei, wenn die trübe Oxidhaut schlagartig aufreißt und das flüssige Gold darunter hell aufblitzt (der Goldblick). Der Schmelzer sieht in diesem Moment sein eigenes Spiegelbild auf der makellosen Oberfläche des flüssigen Goldes.
In der Theologie: Das ist die ultimative Analogie für das Ende des Fegefeuers. Die Reinigung ist abgeschlossen, wenn die Seele so rein ist, dass sich das Bild Gottes (nach dessen Abbild der Mensch geschaffen wurde) wieder perfekt und ungetrübt in ihr spiegelt. Erst dann ist sie bereit für die Anschauung Gottes.
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