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Wer die Taufe verachtet, verliert das Heil. Wer sie ersehnt und unverschuldet stirbt, wird durch die „Begierdetaufe" gerettet.
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Einwand 1: Es scheint, dass kein Mensch ohne Taufe gerettet werden kann. Denn unser Herr sagte (Joh 3,5): „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist wiedergeboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Aber nur jene werden gerettet, die in Gottes Reich eintreten. Daher kann niemand ohne Taufe gerettet werden, durch die ein Mensch aus Wasser und Heiligem Geist wiedergeboren wird.
Einwand 2: Ferner steht im Buch De Eccl. Dogm. xli geschrieben: „Wir glauben, dass kein Katechumene, auch wenn er in seinen guten Werken stirbt, das ewige Leben haben wird, außer er erleide das Martyrium, welches die ganze sakramentale Kraft der Taufe enthält.“ Wenn es aber für jemanden möglich wäre, ohne Taufe gerettet zu werden, so wäre dies besonders bei Katechumenen der Fall, denen gute Werke zugeschrieben werden, denn sie scheinen den „Glauben, der durch die Liebe wirksam ist“ (Gal 5,6), zu haben. Daher scheint es, dass niemand ohne Taufe gerettet werden kann.
Einwand 3: Ferner ist, wie oben dargelegt (Artikel [1]; Frage [65], Artikel [4]), das Sakrament der Taufe heilsnotwendig. Nun ist das notwendig, „ohne das etwas nicht sein kann“ (Metaph. v). Daher scheint es, dass niemand ohne Taufe das Heil erlangen kann.
Dagegen spricht, was Augustinus sagt (Super Levit. lxxxiv), dass „einige die unsichtbare Heiligung ohne sichtbare Sakramente empfangen haben, und zwar zu ihrem Nutzen; aber obwohl es möglich ist, die sichtbare Heiligung, die in einem sichtbaren Sakrament besteht, ohne die unsichtbare Heiligung zu haben, wird dies zu keinem Nutzen sein.“ Da also das Sakrament der Taufe zur sichtbaren Heiligung gehört, scheint es, dass ein Mensch das Heil ohne das Sakrament der Taufe mittels der unsichtbaren Heiligung erlangen kann.
Ich antworte darauf, Das Sakrament der Taufe kann jemandem auf zwei Arten fehlen. Erstens, sowohl in der Wirklichkeit als auch im Verlangen; wie es bei denen der Fall ist, die weder getauft sind noch getauft werden wollen: was deutlich auf eine Verachtung des Sakraments hinweist, in Bezug auf jene, die den Gebrauch des freien Willens haben. Folglich können jene, denen die Taufe auf diese Weise fehlt, das Heil nicht erlangen: da sie weder sakramental noch geistig in Christus eingegliedert sind, durch den allein das Heil erlangt werden kann.
Zweitens kann das Sakrament der Taufe jemandem in der Wirklichkeit fehlen, aber nicht im Verlangen: zum Beispiel, wenn ein Mensch getauft werden möchte, aber durch einen Unglücksfall vom Tod ereilt wird, bevor er die Taufe empfängt. Und ein solcher Mensch kann das Heil erlangen, ohne tatsächlich getauft zu sein, aufgrund seines Verlangens nach der Taufe, welches Verlangen das Ergebnis des „Glaubens, der durch die Liebe wirksam ist“, ist, wodurch Gott, dessen Macht nicht an sichtbare Sakramente gebunden ist, den Menschen innerlich heiligt. Daher sagt Ambrosius über Valentinian, der starb, als er noch Katechumene war: „Ich habe den verloren, den ich wiedergebären sollte: aber er hat die Gnade nicht verloren, um die er gebetet hat.“
Antwort auf Einwand 1: Wie geschrieben steht (1 Sam 16,7): „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an.“ Nun wird ein Mensch, der begehrt, durch die Taufe „aus Wasser und Geist wiedergeboren“ zu werden, im Herzen wiedergeboren, wenn auch nicht im Körper. So sagt der Apostel (Röm 2,29), dass „die Beschneidung die des Herzens ist, im Geiste, nicht im Buchstaben; deren Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist.“
Antwort auf Einwand 2: Kein Mensch erlangt das ewige Leben, wenn er nicht frei von aller Schuld und Strafschuld ist. Nun wird diese vollkommene Absolution gegeben, wenn ein Mensch die Taufe empfängt oder das Martyrium erleidet: aus welchem Grund gesagt wird, dass das Martyrium „die ganze sakramentale Kraft der Taufe enthält“, d.h. hinsichtlich der vollen Befreiung von Schuld und Strafe. Angenommen also, ein Katechumene habe das Verlangen nach der Taufe (sonst könnte man nicht sagen, er sterbe in seinen guten Werken, was nicht ohne den „Glauben, der durch die Liebe wirksam ist“, sein kann), so würde ein solcher, wenn er stürbe, nicht sogleich zum ewigen Leben gelangen, sondern Strafe für seine vergangenen Sünden erleiden, „er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer“, wie es in 1 Kor 3,15 heißt.
Antwort auf Einwand 3: Das Sakrament der Taufe wird insofern als heilsnotwendig bezeichnet, als der Mensch ohne es nicht gerettet werden kann, zumindest nicht ohne die Begierde-Taufe; „welche bei Gott für die Tat zählt“ (Augustinus, Enarr. in Ps. 57).
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