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Ein faszinierender Gedankengang verknüpft die alttestamentliche Typologie Mariens mit einem Phänomen am Kalvarienberg: der Symbolik einer Sonnenfinsternis.

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Um die königliche Würde der Gottesmutter zu verstehen, blicken wir zuerst auf zwei tragende Säulen der katholischen Mariologie:
Die kirchliche Tradition hat Maria seit jeher mit dem Mond verglichen. Neben der Vision des Johannes finden wir bereits im Alten Testament eine typologische Vorabschattung der Makellosen. Im Hohelied Salomons heißt es über die eine, vollkommene Braut:
Eine einzige ist meine Taube, meine Makellose, die Einzige ihrer Mutter, die Erwählte derer, die sie gebar. Die Töchter sahen sie und priesen sie selig […] Wer ist sie, die da hervorglänzt wie die Morgenröte, schön wie der Mond?“ (Hld 6,9–10)
hier wird die selige Frau, die alle Generationen „seligpreisen“ werden (vgl. Lk 1,48), direkt mit dem strahlenden Licht des Mondes verglichen.
Der entscheidende Gedanke verbindet diese Mond-Typologie mit den Geschehnissen am Kalvarienberg.
Kurz vor Seinem Opfertod richtet Jesus das Wort explizit an Seine Mutter und den Lieblingsjünger Johannes: „Frau, siehe, dein Sohn!“ und danach zum Jünger: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26–27). Er übergibt Maria der Kirche und stirbt. In genau diesem Moment verdunkelt sich nach den Evangelien die Sonne über dem ganzen Land.
Welches physikalische Naturphänomen lässt die Sonne verdunkeln? Eine Sonnenfinsternis.

Bei einer totalen Sonnenfinsternis stellt sich der Mond exakt vor die Sonne. Obwohl der Mond selbst dunkel ist, erscheint in diesem Augenblick um ihn herum ein strahlender Lichtkranz – in der Astronomie als Korona bezeichnet.
Das lateinische Wort Corona bedeutet übersetzt nichts anderes als Krone.
Wenn Christus am Kreuz auf die Bedeutung Mariens hinweist und daraufhin die Sonne erlischt, zeichnet die Natur selbst ein Bild ab: Der Mond (Maria) wird vom Licht der Sonne (Christus) umhüllt und erhält eine Krone (Corona)
Diese Analogie fügt sich nahtlos in das mariologische Grundprinzip ein, wie es Maria selbst im Magnificat ausspricht: „Meine Seele preist die Größe des Herrn“ (Lk 1,46).
Der Mond leuchtet nicht aus eigener Kraft. Er besitzt kein eigenes Licht, sondern reflektiert lediglich das Licht der Sonne. Genauso besitzt Maria keine eigene, von Gott unabhängige Göttlichkeit. Ihre gesamte Schönheit, ihre Würde und ihre königliche Krone empfängt sie einzig und allein von Christus, der die wahre „Sonne der Gerechtigkeit“ und das Licht der Welt ist.
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