Seite wird geladen …
Seite wird geladen …
Artikel

Lesezeit ca. 5 Min.
Innozenz III.: Brief an den Patriarchen v. Konstantinopel Brief »Apostolicae Sedis primatus«, 12. Nov. 1199
Der Primat des Apostolischen Stuhles, den nicht ein Mensch, sondern Gott, richtiger vielmehr der Gott-Mensch einsetzte, wird in der Tat durch viele Zeugnisse sowohl der Evangelien als auch der Apostel bestätigt, aus denen in der Folge die kanonischen Bestimmungen hervorgingen, die übereinstimmend aussagen, daß die hochheilige im seligen Apostelfürsten Petrus geweihte Kirche gleichsam als Lehrerin und Mutter die übrigen überrage. Er nämlich verdiente es, ... zu hören: »Du bist Petrus ... ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben« [Mt 16,18f].
Denn wenn auch das erste und vorzügliche Fundament der Kirche der einziggeborene Sohn Gottes Jesus Christus ist, gemäß der Aussage des Apostels: Denn es ist ein Fundament gelegt, außer dem ein anderes nicht gelegt werden kann, welches Christus Jesus ist« [1 Kor 3,11], so ist doch das zweite und zweitrangige Fundament der Kirche Petrus, wenn auch nicht der Zeit nach der erste, so doch der Autorität nach vorrangig unter den übrigen, von denen der Apostel Paulus sagt: »Ihr seid nicht mehr Fremdlinge und Beisassen, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, auferbaut auf das Fundament der Apostel und Propheten« [Eph 2,20]....
Seinen Primat hat auch die Wahrheit durch sich selbst ausgesprochen, als sie zu ihm sagte: »Du wirst Kephas genannt werden« [Joh 1,42]: auch wenn dies als ›Petrus‹ (= ›Fels<) übersetzt wird, wird es doch als ›Haupt‹ erklärt, so daß, wie das Haupt unter den übrigen Gliedern des Leibes, da ja in ihm die Fülle der Sinne lebt, den Vorrang innehat, so auch Petrus unter den Aposteln und seine Nachfolger unter allen Kirchenvorstehern durch den Vorrang an Würde herausragen, wobei die übrigen so zur Teilnahme an der Sorge berufen sind, daß ihnen nichts von der Fülle ihrer Vollmacht verloren geht. Ihm hat der Herr durch das dreifach wiederholte Wort seine Schafe zur Weide anvertraut, so daß, wer ihn nicht auch in seinen Nachfolgern zum Hirten haben will, als der Herde des Herrn fremd erachtet wird. Er unterschied nämlich nicht zwischen diesen und jenen Schafen, sondern sagte einfach: »Weide meine Schafe« [Joh 21,17], auf daß man erkenne, daß ihm schlechthin alle anvertraut sind.
… [Joh 21,7 wird allegorisch erklärt:] Da nämlich das Meer die Welt bezeichnet [nach Ps 104,25]…, hat Petrus dadurch, daß er sich ins Meer warf, das Vorrecht der einzigartigen päpstlichen Gewalt zum Ausdruck gebracht, durch das er die Leitung des gesamten Erdkreises übernommen hatte, wobei die übrigen Apostel wie in einem Schiffsgefährt enthalten waren, da keinem von ihnen der gesamte Erdkreis anvertraut worden war, sondern jedem einzelnen einzelne Provinzen oder vielmehr bestimmte Kirchen.
… [Ein ähnlicher allegorischer Beweis wird abgeleitet aus Mt 14,28–31:] Dadurch, daß Petrus über die Wasser des Meeres einherschritt, zeigte er, daß er die Vollmacht über alle Völker empfangen habe.
Daß er für ihn gebetet habe, bekennt der Herr, als er im Augenblick des Leidens sagt: »Ich habe für dich gebetet, Petrus, daß dein Glaube nicht versage. Und du, wenn du einmal bekehrt bist, stärke deine Brüder« [Lk 22,32]; damit deutete er offensichtlich an, daß seine Nachfolger zu gar keiner Zeit vom katholischen Glauben abweichen, sondern vielmehr andere zurückrufen und auch Zweifelnde bestärken, wobei er ihm dadurch so die Vollmacht gewährte, andere zu bestärken, daß er den anderen die Notwendigkeit auferlegte, zu gehorchen. …
Ihm wurde, wie Du ... gelesen hast, außerdem gesagt: »Alles, was du auf der Erde gebunden hast, wird auch in den Himmeln gebunden sein; und alles, was du auf der Erde gelöst hast, wird auch in den Himmeln gelöst sein« [Mt 16,19]. Wenn Du aber findest, daß dies auch allen Aposteln zugleich gesagt wurde, so doch nicht den anderen ohne ihn selbst; vielmehr wirst du erkennen, daß ihm selbst ohne die anderen vom Herrn die Vollmacht erteilt wurde, zu binden und zu lösen, so daß er, was die anderen nicht ohne ihn selbst (vermochten), er selbst aufgrund des ihm vom Herrn übertragenen Vorrechts und der gewährten Fülle der Macht ohne die anderen vermochte. ... Petrus sah den Himmel offen und ein Gefäß herabkommen, daß gleich einem großen Leintuch an vier Enden vom Himmel auf die Erde herabgelassen wurde, das alle vierfüßigen und kriechenden Tiere der Erde und Vögel des Himmels enthielt [Apg 10,9–12].… Und eine Stimme sprach zu ihm ein zweites Mal: »Was Gott rein gemacht hat, nenne du nicht gemein«. Dadurch wird offensichtlich angedeutet, daß Petrus allen Völkern vorangestellt wurde, da jenes Gefäß den Erdkreis und die Gesamtheit des in ihm Enthaltenen alle Völker sowohl der Juden als auch der Heiden versinnbildlicht. …
Kostenlos · für iPhone und iPad · öffnet den App Store
Lesezeit ca. 4 Min.
Gott ist in allem zu gehorchen, weil er Ursprung aller Wahrheit, Gerechtigkeit und Ordnung ist. Seine Gebote widersprechen nie der Tugend, auch wenn sie menschlich schwer verständlich erscheinen. Wahrer Gehorsam heißt zu wollen, was Gott von uns will
Lesezeit ca. 4 Min.
Gehorsam ist nicht blindes Unterwerfen, sondern Teil der von Gott geordneten Ordnung. Wie in der Natur Höheres das Niedere lenkt, so sollen Menschen rechtmäßiger Autorität folgen. Freier Wille bleibt bestehen, denn wahrer Gehorsam kann freiwillig und
Lesezeit ca. 3 Min.
Liebt Gott wirklich alle gleich? Das klingt gerecht, aber stimmt es auch? Warum sind manche größer beschenkt als andere? Die Antwort führt tiefer: Gottes Liebe ist nicht gleichmachend, sondern ordnend – und gerade darin vollkommen gerecht.
Lesezeit ca. 12 Min.
Thomas von Aquin beweist die Vergänglichkeit der Tierseele. Da ihre Tätigkeiten (Wahrnehmung und Bewegung) an den Körper gebunden sind, kann sie ohne ihn nicht fortbestehen. Platons Unsterblichkeitsthese wird widerlegt.
Lesezeit ca. 10 Min.
Damit wir aber die Natur der Religion erkennen können, wollen wir nach dem Ursprung dieses Namens fragen. Der Name „Religion“ ist also, wie Augustinus im Buch Über die wahre Religion anzudeuten scheint, von „wiederverbinden“ [religare] genommen. Im eigentlichen Sinn aber heißt dasjenige gebunden,…
Lesezeit ca. 8 Min.
Ein flammender Appell: Taufschein allein genügt nicht. Wie Hieronymus vor dem Richter müssen wir uns fragen: Sind wir wirklich Christen oder nur dem Namen nach? Mehr Ehrlichkeit! Wer katholisch heißt, lebe auch katholisch.