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Nach der katholischen Lehre und der Philosophie des Thomas von Aquin lautet die Antwort uneingeschränkt: Ja, der Mensch bleibt vollkommen frei. Um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen, muss man verstehen, dass Gott nicht wie wir in der Zeit existiert, sondern in der Ewigkeit lebt. Für Gott gibt es kein „Morgen“ oder „Gestern“, sondern nur ein einziges, ewiges „Jetzt“. Wenn wir sagen, Gott wisse „vorher“, was geschehen wird, übertragen wir fälschlicherweise unsere zeitliche Begrenztheit auf Ihn; in Wirklichkeit sieht Er unsere zukünftigen Handlungen in Seiner Ewigkeit als gegenwärtig, genau in dem Moment, in dem wir sie vollziehen.
Sein Wissen ist dabei nicht die Ursache unseres Handelns, sondern vielmehr dessen Spiegelbild der Wahrheit. So wie ein Zuschauer, der von einem hohen Turm auf eine Straße blickt, sieht, welchen Weg ein Wanderer unten einschlägt, ohne ihn durch dieses bloße Sehen dazu zu zwingen, so erkennt Gott unsere freien Entscheidungen, ohne sie festzulegen. Gott wirkt als Schöpfer in uns so mächtig, dass er unsere Freiheit nicht nur zulässt, sondern sie überhaupt erst ermöglicht und im Dasein hält. Seine Vorhersehung ist also kein starres Drehbuch, das wir mechanisch abspielen müssen, sondern ein allumfassender Blick, der unsere freien Entscheidungen ewig umschließt, respektiert und als Teil seines Planes annimmt.
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Der moderne Irrtum, dass Himmelskörper unsere Entscheidungen beeinflussen, ist nicht neu, sondern wurde bereits in der Antike vertreten. Dieser Irrtum ist offensichtlich und nichtig. Der hl. Thomas von Aquin widerlegt die Argumente dafür.
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Wer Mühsames meidet und beim kleinsten Lustmangel aufgibt, ist wahrhaft weichlich – nicht wer großen Gefahren nachgibt. Denn echte Schwäche zeigt sich nicht im Scheitern an Überwältigendem, sondern im Nachgeben gegenüber dem Kleinen.
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Der Jakobusbrief stellt die Leser der Bibel vor viele Herausforderungen. Zum einen scheint das, was Jakobus über Glauben und Werke lehrt, dem zu widersprechen, was Paulus im Römer- und Galaterbrief zum selben Thema sagt. Beide behandeln Themen wie Glaube, Werke und Rechtfertigung, scheinen aber zu…
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Die Geschichte der Kirche ist die in erweiterter Auflage herausgegebene Geschichte des Lebens und Leidens Christi. Denn die Kirche ist der fortlebende Christus. Was einmal geschehen ist, geschieht immer wieder. Wer deswegen die Passio Domini Jesu Christi kennt, die Leidensgeschichte unseres Herrn…
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Thomas von Aquin beweist die Vergänglichkeit der Tierseele. Da ihre Tätigkeiten (Wahrnehmung und Bewegung) an den Körper gebunden sind, kann sie ohne ihn nicht fortbestehen. Platons Unsterblichkeitsthese wird widerlegt.
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Damit wir aber die Natur der Religion erkennen können, wollen wir nach dem Ursprung dieses Namens fragen. Der Name „Religion“ ist also, wie Augustinus im Buch Über die wahre Religion anzudeuten scheint, von „wiederverbinden“ [religare] genommen. Im eigentlichen Sinn aber heißt dasjenige gebunden,…