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Wir hören heute oft das Argument: „Was zwei Menschen freiwillig miteinander tun, ist doch keine Sünde. Wenn niemandem Gewalt angetan wird, ist es reine Privatsache.“ Doch diese Sichtweise ist ein fataler Irrtum, der den Sinn unserer Existenz verkennt. Denn Sünde ist nicht einfach ein willkürliches Verbot Gottes, um uns den Spaß zu verderben. Sünde bedeutet, gegen das eigene Gute und gegen die Ordnung zu handeln, die Gott in unsere Natur gelegt hat.
Gott hat den Geschlechtsakt nicht als bloßes Spielzeug erschaffen, sondern als den heiligen Weg, Leben weiterzugeben. Der Same des Mannes ist nicht wie Schweiß oder eine andere Ausscheidung, die bedeutungslos ist. Er trägt das Potenzial eines unsterblichen Menschen in sich. Wer diese Kraft nutzt, muss auch die Verantwortung für das Ziel übernehmen: das Kind. Und Gottes Schöpfung zeigt uns klar: Ein Kind zu zeugen ist sinnlos, wenn man nicht bereit ist, es auch großzuziehen.
Was uns die Schöpfung lehrt (Das Beispiel der Natur) Schauen wir uns die Tierwelt an, sehen wir Gottes Weisheit. Bei Tieren, wo die Mutter allein für die Jungen sorgen kann (wie bei Hunden, die ihre Welpen säugen), trennen sich Männchen und Weibchen wieder. Aber betrachten wir die Vögel: Ein Vogelweibchen kann nicht gleichzeitig auf den Eiern sitzen, um sie zu wärmen, und Nahrung herbeischaffen. Würde das Männchen wegfliegen, würde die Brut sterben. Deshalb hat der Schöpfer in ihre Natur gelegt, dass sie zusammenbleiben müssen. Das ist keine romantische Entscheidung, sondern eine Notwendigkeit des Lebens.
Der Mensch braucht mehr als nur Nahrung. Wenn schon Vögel von Natur aus eine feste Bindung brauchen, wie viel mehr dann der Mensch? Das Menschenkind ist die hilfsbedürftigste Kreatur der Schöpfung. Es braucht nicht nur jahrelange körperliche Versorgung. Als Wesen mit einer unsterblichen Seele braucht das Kind vor allem „Nahrung für den Geist“: Erziehung, Bildung, das Erlernen von Tugend und den Weg zu Gott. Das ist eine Lebensaufgabe, die Jahrzehnte dauert. Eine Mutter allein damit zu lassen, widerspricht der Gerechtigkeit und der Natur.
Gott hat den Menschen so erschaffen, dass das Kind die beständige Führung von Vater und Mutter braucht – den Vater für den Schutz und die Autorität, die Mutter für die Pflege und Geborgenheit. Diese notwendige, lebenslange Gemeinschaft nennen wir Ehe.
Warum Unzucht eine schwere Sünde ist. Deshalb ist jeder Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe eine schwere Verfehlung gegen Gott und das Leben. Wer „einfache Unzucht“ treibt, will zwar die Lust, aber er verweigert dem möglichen Leben den geschützten Raum (die Ehe), den es zwingend braucht. Er handelt gegen die Liebe und gegen die Verantwortung für die nächste Generation. Die Ehe ist also kein bloßes Gesetz der Kirche, sondern ein Gebot der Vernunft und der Natur selbst. Wahre Liebe übernimmt Verantwortung – alles andere ist Egoismus.
Selbst wenn eine reiche Frau ein Kind alleine ernähren könnte, bleibt die Handlung falsch. Moralische Gesetze richten sich nach dem, was für die Natur des Menschen allgemein gut ist, nicht nach seltenen Ausnahmefällen.
Zur vertiefung Thomas von Aquin Summa contra Gentiles / Summe gegen die Heiden, Buch 3, Kapitel 122
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