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Reicht „inneres Zeugnis/Ergriffenheit“ als Kriterium der Inspiration?

Veröffentlicht08. Januar 2026

Nein. Subjektive Gefühle sind wandelbar und kulturabhängig. Inspiration ist eine objektive Gabe Gottes, die durch die von Christus bestellte Kirche erkannt und bezeugt wird.

Reformatorische Kriterien wie „inneres Zeugnis des Geistes“ oder „was tröstet, ist inspiriert“ zerfallen in der Praxis: Teile der Schrift sind sperrig (Chronikbücher), während nichtkanonische Werke (z. B. Nachfolge Christi) hoch „erbaulich“ sind. Das zeigt: Ergriffenheit unterscheidet nicht sicher zwischen Göttlichem und Nicht-Göttlichem.

Die katholische Route achtet das innere Wirken des Geistes (der sensus fidei), lässt aber das entscheidende Urteil bei dem Lehramt, das Christus gestiftet hat. „Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,17 EÜ) – also von der verkündigenden Kirche, nicht von Privatgefühl.

Quellen:

Schrift (EÜ): Röm 10,17; 2 Petr 1,20–21.

Väter/Lehrer: Augustinus; Thomas von Aquin (Instrumentalursache: Gott Urheber, Mensch echtes Werkzeug).

Lehramt: Dei Verbum 10–11.