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Fast schon ungewohnt wirkt in unserer Zeit die Klarheit der alten Wüstenväter. Dort wusste der Sünder, dass er gesündigt hatte. Dort wusste der Beichtvater, dass Heilung nur durch Wahrheit, Reue und Gnade kommt. Dort suchte man keine Ausreden, keine sprachlichen Nebelwände, keine Umdeutung des Bösen in etwas Harmloses. Man verlor nicht den Verstand an den Geist der Zeit, sondern suchte mit nüchternem Herzen Gott.
So wird von Abbas Makarios überliefert:
Ein Bruder fiel in eine Schuld, und er begab sich ganz in Tränen zu Abbas Makarios und sagte: Bete für mich, mein Vater, denn ich bin in die Sodomie (d.i. Homosexualität) gefallen, ich bin in das gefallen, was du schon erfahren hast (d.h. vermutlich durch eine Offenbarung). Abbas Makarios sagte ihm: Fasse Mut, mein Sohn, ergreife den, bei dem es keine Zeit gibt, der keinen Anfang hat, der bleibt bis in Ewigkeit, der kein Ende hat, die Hilfe für die, die keine Hoffnung haben außer ihn allein, den süßen Namen im Munde eines jeden, die einzige Süße, das vollkommene Leben, den der zahlreiche Schätze des Erbarmens hat, unseren Herrn Jesus Christus, unseren wahren Gott. Er sei deine Kraft, deine Hilfe, er verzeihe dir. Mein Sohn, ich sage dir dies, wenn eine Jungfrau in eine Schuld fällt, sich aber hütet vor einem unwahren Erscheinungsbild (d.h. wenn sie es nicht vertuscht), (dann), sage ich dir:
Wegen der Scham in ihrem Gesicht und der Beleidigungen, die man ihr angetan hat und die sie mit Freuden annimmt: Christus freut sich über sie wie über eine Jungfrau. So auch du, mein Sohn, nachdem du deine Schande bekannt gemacht hast, wie die Heilige Schrift gesagt hat: Bekennt einander eure Sünden, damit man für euch betet, damit euch Verzeihung gewährt werde und ihr gerettet seid, denn Petrus sagte zum Herrn: Wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, bis zu siebenmal? Der gute Gott sagte ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenmal siebzigmal (Mt 18,21f).
Welch ein Spiegel für unsere Gegenwart. Der Bruder kommt nicht stolz, nicht rechtfertigend, nicht fordernd, sondern weinend. Er nennt das Böse beim Namen. Er sucht Hilfe. Darin beginnt bereits die Heilung. Denn solange der Mensch seine Wunde leugnet, kann sie nicht verbunden werden. Wer aber bekennt, öffnet die Tür der Gnade.
Makarios wiederum antwortet nicht mit Verachtung, nicht mit Härte, nicht mit Gleichgültigkeit. Er nennt nicht das Böse gut, aber er lässt den Gefallenen auch nicht im Staub liegen. Er weist sofort auf Christus hin. Das ist wahre Seelsorge. Nicht Relativierung der Sünde und nicht Zerschmetterung des Sünders, sondern Wahrheit und Barmherzigkeit zugleich.
Gerade das fehlt heute oft. Entweder wird jede Schuld entschuldigt, bis nichts mehr Sünde heißt. Oder man verdammt Menschen endgültig und nimmt ihnen jede Hoffnung. Beides ist unchristlich. Der heilige Makarios zeigt den königlichen Weg: klare Benennung der Schuld, echte Reue, offenes Bekenntnis, Vertrauen auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes. Bemerkenswert ist auch die Würde der Scham. Unsere Zeit verachtet Scham, als sei sie nur Last. Doch rechte Scham kann ein heilendes Zeichen sein. Sie zeigt, dass das Gewissen noch lebt. Wer über das Böse errötet, ist nicht verloren. Gefährlicher ist das verhärtete Herz, das nichts mehr empfindet.
Makarios sagt dem Bruder nicht: Es ist nichts geschehen. Er sagt auch nicht: Für dich gibt es keine Hoffnung. Er sagt sinngemäß: Deine Tat ist schwer, aber Christus ist größer. Deine Schande ist real, aber Gottes Erbarmen ist tiefer. Du bist gefallen, aber du musst nicht liegen bleiben. Das ist eine ernste Ermahnung an uns alle. Wenn wir gefallen sind, sollen wir nicht fliehen vor Gott, sondern zu ihm laufen. Wenn wir Schuld tragen, sollen wir sie nicht bemänteln, sondern bekennen. Wenn wir andere fallen sehen, sollen wir nicht spotten, sondern sie zur Umkehr führen. Denn nicht alles ist verloren, solange der Mensch noch zu Christus ruft. Der Herr ist groß. Seine Geduld übersteigt unser Maß. Seine Vergebung reicht weiter als unsere Schuld, wenn wir wahrhaft umkehren.
Abbas Makarios lehrt uns daher auch heute: Der Sünder braucht nicht zuerst neue Begriffe, sondern Tränen. Nicht Selbstrechtfertigung, sondern Reue. Nicht Verzweiflung, sondern Hoffnung. Nicht Menschenlob, sondern den süßen Namen Jesu Christi, unseres wahren Gottes.
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