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„In der Bibel befiehlt Gott Grausames, etwa Kinder zu essen (vgl. 2 Kön 6,28–29). Ein solches Buch kann nicht Gottes Wort sein.“
Dieser Einwand beruht auf einem groben Missverständnis des Textes. In 2 Kön 6,28–29 geht es nicht um ein göttliches Gebot, sondern um eine historische Schilderung der Hungersnot während der Belagerung Samarias durch die Aramäer. Die verzweifelte Situation wird so dramatisch, dass zwei Frauen in ihrer Not beschließen, ihre Kinder zu essen. Der König erfährt davon, zerreißt seine Kleider und klagt Gott an. Nirgendwo im Text heißt es, dass Gott dies befiehlt oder billigt – im Gegenteil: die Szene ist als Schockbild extremster Verzweiflung dargestellt, nicht als göttliche Anordnung.
Die Heilige Schrift kennt solche drastischen Berichte: Sie zeigen die Konsequenz der Abkehr von Gott und die Zerstörungskraft menschlicher Sünde. Schon in Dtn 28,53 wird angedroht, dass in Zeiten des Gerichts „die eigenen Kinder zur Speise werden“ – nicht als Willensbefehl Gottes, sondern als Folge von Krieg und Sünde. Die Bibel verschweigt also das Grauen der Geschichte nicht, sondern zeigt, wohin die Abkehr vom Bund führt.
Wesentlich ist: Befehl und Bericht sind zu unterscheiden. Gott gebietet niemals Kannibalismus; vielmehr verbietet er ausdrücklich Blutgenuss und Unreinheit (Lev 17,10–14). Dass in äußerster Not Menschen zu solchem Greuel greifen, wird nüchtern erzählt, um die Tragik zu verdeutlichen.
Die Kirchenväter lasen solche Stellen typologisch: Augustinus nennt sie „Zeichen der Verhärtung, wenn Menschen sich selbst zerfressen“ (De civitate Dei III,31). Sie sind Mahnungen, wie tief Sünde den Menschen entstellt.
Darum bleibt die Bibel Gottes Wort im Menschenwort (vgl. Dei Verbum 12): Gott inspiriert nicht jede Tat, die erzählt wird, sondern durch die Schilderung der schlimmsten Abgründe führt er uns zur Wahrheit – dass nur die Treue zu ihm Heil bringt.
Gegenargument der Gegenseite
„Aber wenn die Bibel Gottes Wort ist, warum enthält sie solche Grausamkeiten überhaupt?“
Kurze Widerlegung
Gerade weil sie wahrhaftig ist. Sie beschönigt nicht, sondern zeigt die Tragik der Sünde. Gott offenbart sich inmitten der Geschichte – auch in ihren Abgründen –, um zu zeigen, dass nur seine Gnade Rettung bringt.
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Wegen eines elenden viehischen Genusses also, der einen Augenblick lang dauerte, und kaum genossen, wie der Wind vorübereilte, werde ich, wird er sagen, in diesem Feuer sein und brennen müssen, voll Verzweiflung, und verlassen von allen.