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Betrachten wir zunächst die Eigenschaften Mohammeds, der diese Religion gründete – oder besser gesagt, diese schändliche Sekte, die so viele Seelen in die Hölle geschickt hat. Er besaß einige natürliche Gaben; er war von gutem Aussehen, von durchdringendem Verstand, höflich im Umgang, großzügig und dankbar für Wohltaten. Andererseits jedoch wurde er vom Laster der Wollust beherrscht und hielt sich deshalb etwa 15 Ehefrauen und mehr als 24 Konkubinen. Dabei gab er vor, hierfür die Erlaubnis von Gott erhalten zu haben, da er anderen nicht mehr als vier Frauen zugestand; und so verlegte er dann in seinem Koran den größten Teil der ewigen Glückseligkeit in die Unreinheiten des Fleisches. Er wurde auch vom Hochmut beherrscht, der ihn zuweilen grausam werden ließ. Es genügt zu wissen, dass er einmal einigen Männern, die gewisse seiner Kamele an sich genommen hatten, Hände und Füße abhacken und die Augen mit glühendem Eisen ausstechen ließ, um sie dann so liegen zu lassen, bis sie ihren Geist aufgaben.
Betrachten wir nun, was der Koran Mohammeds ist und welche Dogmen und Vorschriften dort gelehrt werden. Koran bedeutet Lesung oder Lesebuch. Die Titel des Buches variieren je nach den verschiedenen Ausgaben. Er ist in 114 Suren oder Azoare unterteilt, und die Suren unterteilen sich in Ayat, das heißt Zeichen unterschiedlicher Länge, die Eigenschaften Gottes sowie Vorschriften oder Urteile über wunderbare Dinge enthalten; und diese Zeichen enden mit einem Rhythmus, der dem vorherigen Vers entspricht. Der Koran ist in reinem Arabisch und mit eleganter Wortwahl geschrieben und nimmt einen prophetischen Duktus an. Es finden sich darin Rechtsentscheide, Geschichten und Ermahnungen. Zu den Urteilen gehören die Gesetze für heilige Dinge, Gebete, Pilgerfahrten und Fasten ebenso wie für politische Angelegenheiten, Gerichte, Eheschließungen und Erbschaften. Zu den Geschichten gehören viele Erzählungen, die teils den heiligen Büchern entnommen, jedoch verfälscht sind, und teils erfunden oder aus apokryphen Büchern und insbesondere aus dem Talmud der Juden geschöpft wurden. Auf die Ermahnungen beziehen sich sodann die Aufrufe zur neuen Religion, zum Krieg zu deren Verteidigung, zu den Gebeten und Almosen, wobei den Übertretern die Höllenstrafen angedroht und den Befolgern die Freuden des Paradieses versprochen werden. Manchmal wird fingiert, dass Gott oder ein Engel spricht: dann wieder spricht Mohammed selbst, entweder zu den Mekkanern, zu den Juden oder zu den Christen. Ein andermal sprechen die Seligen des Paradieses oder die Verdammten der Hölle: sodass der Koran eine Art Drama ist, in dem verschiedene Personen sprechen.
Die Mohammedaner sagen, dass der Koran weder von Mohammed noch von anderen verfasst wurde, sondern allein von Gott, und von Gott an Mohammed übergeben worden sei. Hinsichtlich der Art und Weise sowie der Zeit erzählen sie tausend Albernheiten. Einige sagen, der Koran sei ewig gewesen, immer am Thron Gottes auf einer bestimmten Tafel präsent, auf der alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Dinge geschrieben standen. Andere sagen, dass dieses Buch in einer bestimmten Nacht des Monats Ramadan, in der Gott vermeintlich alles fügt, vom göttlichen Thron herabkam. Wieder andere sagen, dass der Erzengel Gabriel Mohammed alles offenbarte, was im Koran geschrieben steht. Einige sagen, dass Mohammed von Zeit zu Zeit einige Verse empfing und er sie in einer Truhe aufbewahren ließ: Andere erzählen weitere Widersinnigkeiten. Im Übrigen gibt es heute in den Exemplaren des Korans, die wir besitzen, viele verschiedene Lesarten, die den Sinn verändern. Unsere Schriftsteller sagen, dass der Koran von Mohammed entweder ganz allein, oder mit der Hilfe eines gewissen Mönchs Sergius, oder durch andere verfasst wurde. Wer darüber hinaus mehr über den Koran bezüglich seiner Niederschrift erfahren möchte, lese Marracci im Prodromus zum Koran.
Spricht man sodann von der Theologie des Korans, muss man wissen, dass dieses Buch voll ist von einem wirren Sammelsurium aus Fabeln, Vorschriften und Dogmen, die alle untauglich sind, ausgenommen jene, die dem jüdischen und christlichen Gesetz entnommen wurden. Mohammed erkannte die Sendung sowohl des Mose als auch Jesu Christi als göttlich an, ebenso wie er die Autorität unserer Heiligen Schriften als legitim anerkannte, zumindest in weiten Teilen, wobei er behauptete, die übrigen seien verfälscht worden. Deshalb wollte er mit seiner angeblichen Religion (von der er behauptete, sie sei dieselbe, an der Mose und Jesus Christus festhielten) sowohl die jüdische als auch die christliche Religion reformieren und vervollkommnen. In Wahrheit jedoch tat er nichts anderes, als eine Sekte zu bilden, die von beiden abwich. Mohammed glaubte, dass es einen Gott gebe, und aus Sure 4, Vers 17 lässt sich ableiten, dass er auch an die Dreifaltigkeit der Personen in der göttlichen Natur glaubte: Neque dicant tres (Deos), Deus enim unus est. Er glaubte, es sei Glaubenssache, dass es Engel gebe, behauptete jedoch, dass diese einen Körper hätten und auch von unterschiedlichem Geschlecht seien; Sure 2 und 7. Er sagte ferner, dass jedem Menschen zwei Schutzengel zugewiesen seien und diese sich jeden Tag abwechselten. Er sagte darüber hinaus, dass es Engel und Dämonen verschiedener Arten gebe, Genien (Dschinn) genannt, welche essen und trinken, sich fortpflanzen und sterben, und die auch der zukünftigen Rettung und Verdammnis fähig seien.
Es finden sich ferner im Koran viele Dinge, die Gottes unwürdig sind.
Dort wird gesagt (wie auch die talmudischen Juden lästern), dass Gott gezwungen gewesen sei, eine Lüge auszusprechen, um Frieden zwischen Sara und Abraham zu stiften. Dort wird Gott eingeführt, wie er bei den Winden, bei den Engeln und sogar bei den Dämonen schwört; wohingegen Gott nur bei sich selbst schwören kann, nicht aber bei den Geschöpfen. Darüber hinaus wird in Sure 43 Gott dargestellt, wie er für Mohammed betet: Cum Deus et angeli propter prophetam exorent. In Sure 56 sagt Mohammed, dass Gott ihm erlaubte, einen Eid zu brechen. Und in Sure 43, dass Er ihm erlaubte, sich mit jeder beliebigen Frau einzulassen, auch wenn sie verheiratet oder blutsverwandt sei. Er erzählt sodann viele Lügen. In Sure 17 schreibt er, dass Gott den Engeln befahl, Adam anzubeten, und dass ihm alle gehorchten, außer Beelzebub. In Sure 13 sagt er, dass Maria, die Mutter Jesu, von uns als Gott angebetet werde. In Sure 27 sagt er, dass er von Gott in den Himmel entrückt worden sei, um in den Mysterien unterwiesen zu werden. In Sure 25 sagt er, dass Gott den Dämon aus einem unheilvollen Feuer erschaffen habe.
Sodann gibt es im Koran tausend Widersprüche. In Sure 11 nennt er Jesus Christus den Geist Gottes und Seinen Boten: Iesus Mariae filius nuntius suusque spiritus; und dann leugnet er, dass er Gott sei, und sagt, er sei nicht gekreuzigt worden, sondern an seiner Stelle sei ein ihm Ähnlicher gekreuzigt worden. In derselben Sure 11 sagt er, dass ein jeder, ob Jude oder Christ, und selbst wenn er ein Gesetz für ein anderes verlässt, sofern er Gott anbetet und Gutes tut, von Gott geliebt und gerettet werden wird; und dann sagt er in Sure 3, dass die Mohammedaner verdammt werden, wenn sie ihr Gesetz verlassen. In Sure 20 sagt er, dass niemand zum Glauben gezwungen werden dürfe; und dann sagt er in Sure 9, dass die Ungläubigen getötet werden müssen. In Sure 2 sagt er, dass jeder in seiner Religion gerettet werden könne, sei er Jude, Christ oder Sabäer: Qui crediderint et iudaei et christiani et sabaitae in Deum, et fecerint bonum, ipsis erit merces apud Dominum; und dann sagt er in Sure 3 das Gegenteil: Et qui secutus fuerit aliam religionem praeter istam (das heißt die mohammedanische), ipse in futuro seculo erit pereundus. Die Mohammedaner geben diese Widersprüche zu, behaupten aber, dass Gott selbst es gewesen sei, der sich widerrufen habe.
Weiterhin sagen die Mohammedaner, dass nach dem Tod im Grab von zwei Personen, Moncker und Hakir, die Werke eines jeden in zwei Waagschalen gewogen werden müssen, die der Oberfläche des Himmels und der Erde gleichen. Sie sagen sodann, dass es die Brücke Sorat gebe, von welcher die Sünder in die Hölle fallen werden, wo die Ungläubigen für immer bleiben werden; jene aber, die an einen Gott geglaubt haben, werden dort für einige Zeit verweilen, jedoch nicht länger als tausend Jahre, und dann werden sie in das Haus des Friedens hinübergehen. Bevor sie jedoch in dieses Haus eintreten, werden sie das Wasser aus dem Becken Mohammeds trinken; deshalb rasieren sich die Mohammedaner den Kopf und lassen dort ein Haarbüschel stehen, in der Hoffnung, dass Mohammed sie daran aus der Hölle ziehen kann. Sie hoffen, dass Mohammed zumindest am Tag des Jüngsten Gerichts durch seine Gebete alle seine Anhänger retten wird. Das Paradies sodann, welches der Koran verspricht, ist ein Paradies, für das sich selbst die Tiere schämen würden: Es ist ein Paradies, in dem es keine anderen als sinnliche Freuden gibt. Er sagt, dass es dort zwei Gärten gebe, geschmückt mit Bäumen, Quellen, Äpfeln und Frauen, und dass jeder im Himmel so viele Ehefrauen haben werde, wie er auf dieser Erde gehabt habe, und die restlichen werden dann Konkubinen sein. So steht es in den Suren 86 und 88 geschrieben: Ubi dulcissimas aquas, pomaque multimoda, fructus varios et decentissimas mulieres, omneque bonum in aeternum possidebunt. Der Mohammedaner Avicenna, der sich für ein solches Versprechen für das ewige Leben schämte, sagt, dass Mohammed hierin allegorisch gesprochen habe; aber der Koran lässt an keiner Stelle diese von Avicenna erdachte Erklärung zu. Was sodann die natürlichen Vorschriften betrifft, lehrt der Koran hauptsächlich das Naturgesetz; er entschuldigt jedoch jene nicht, die es aus Furcht verletzen. Er erlaubt (wie bereits gesagt), mehrere Frauen zu haben, bis zu vier, vorausgesetzt, dass mit allen der Frieden gewahrt werden kann; andernfalls ordnet er an, dass man wenigstens eine nehme, und gestattet die Verstoßung zweima.
Er verbietet ferner das Disputieren über den Koran und die Heiligen Schriften; und er behauptet in den Suren 22 und 29, dass dies ein göttliches Gebot sei. Im Übrigen wurde ein solches Gebot von diesem Betrüger mit großer List erlassen; da die ganze Kraft seines Gesetzes in der Unwissenheit liegt. Es gibt darüber hinaus andere positive Gesetze über Reinigungen, Gebete und Almosen: ferner über das Fasten im Monat Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka. Ein guter Autor berichtet, dass Mohammed sich Weizenkörner in sein Ohr steckte und eine Taube daran gewöhnt hatte, zu kommen und sie aufzupicken, um die anderen glauben zu machen, dass er auf diesem Wege von Gott über die Dinge inspiriert werde, die er lehrte. Und zur Bestätigung dessen berichten zwei Maroniten bei Bayle, dass es in Mekka einige Tauben gebe, die von den Türken als heilig verehrt werden, da diese glauben, sie stammten von jener ab, die zu Mohammed sprach.
Somit kann die Religion der Heiden nicht wahr sein, auch nicht die der Juden, noch jene der Mohammedaner: Folglich ist die christliche die einzig wahre. Da es aber in der christlichen Religion verschiedene Kirchen gibt, die von der römisch-katholischen Kirche abweichen, wollen wir als Letztes sehen, welche unter allen die wahre Kirche und folglich die wahre Religion ist.
Mit diesen Zeilen beendet der heilige Alfons von Liguori das vierte Kapitel seines Werkes.
Im darauffolgenden Kapitel – das im italienischen Original den Titel „Si prova che la chiesa cattolica romana è l'unica vera, e tutte le altre sono false ed eretiche“ („Es wird bewiesen, dass die römisch-katholische Kirche die einzig wahre ist und alle anderen falsch und häretisch sind“) trägt – führt er diesen Gedanken konsequent weiter.
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