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Alle Ketzer dieser Zeit leugnen dies. Nun will ich das Gegenteil beweisen.
Dazu bediene ich mich der Typologien des Alten Testaments, des göttlichen Rechtes und der Heiligen Schrift. Ich will anfangen mit 1 Makkabäer 14,41-48 darin heißt es:
„Darum beschlossen die Juden und ihre Priester, Simeon solle für immer ihr Anführer und Hohepriester sein, bis ein wahrer Prophet auftrete. Auch solle er ihr Befehlshaber sein und für das Heiligtum Sorge tragen; durch ihn seien die Beamten zu ernennen für die Arbeiten am Tempel, für das Land, das Heer und die Festungen. Er solle für das Heiligtum Sorge tragen. Alle hätten ihm zu gehorchen. Jede Urkunde im Land müsse in seinem Namen ausgestellt werden. Auch dürfe er sich in Gold und Purpur kleiden. Keinem aus dem Volk oder aus der Priesterschaft sei es erlaubt, eine dieser Bestimmungen außer Kraft zu setzen, gegen seine Anordnungen zu verstoßen, ohne seine Erlaubnis im Land eine Versammlung einzuberufen, Purpur zu tragen oder eine goldene Spange anzulegen. Jeder, der dem zuwiderhandle oder sich nicht daran halte, mache sich strafbar. Das ganze Volk beschloss, Simeon zu ermächtigen, nach diesen Bestimmungen zu handeln. Simeon nahm an; er willigte ein, Hohepriester, Befehlshaber und Fürst der Juden und ihrer Priester zu sein und in allem den Vorsitz zu führen. Sie ließen diese Urkunde auf Bronzetafeln schreiben und im Vorhof des Tempels für alle sichtbar aufstellen.“
Nun ist zu beachten, dass das Volk Israel – die Kirche – nie ohne priesterliche und prophetische Führung war. Dies ist auch notwendig, denn wie kann die Heilige Kirche Gottes ohne sichtbares Haupt auf dieser Erde bestehen? Wenn schon die frevlerischen Staaten eine sichtbare Führung haben, die zum Verderben führt – um wie viel mehr sollte die Heilige Kirche Gottes eine sichtbare Führung haben, die zur Seligkeit führt?
Nun wurde diese Führung von der Volksversammlung beschlossen und gewollt. Um wie viel mehr ist daher diejenige des göttlichen Rechtes zu beachten und zu fürchten, die aus dem Munde Christi stammt! (Mt 16,18-19)
Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.
Wer wagt es, dem Herrn zu widersprechen? Wer wagt es, seiner heiligen Führung das göttliche Recht abzusprechen, wenn schon Menschen einem vom Volk Erwählten die Herrschaft nicht absprechen?
Dies würde andernfalls zur Anarchie und Häresie führen, wie aus Richter 21,25 erhellt:
In jenen Tagen gab es keinen König in Israel; jeder tat, was in seinen eigenen Augen recht war.
Wie viel mehr tun die Ketzer, was in ihren Augen recht ist? Gewiss, sie tun nur das, was in ihren Augen recht ist!
Ich will ein Zweites darlegen, Jesaja 51,1–2 dort heißt es:
Hört auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt und die ihr den HERRN sucht! Blickt auf den Felsen, aus dem ihr gehauen seid, auf den Brunnenschacht, aus dem ihr herausgebohrt wurdet! Blickt auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch gebar! Er war allein, als ich ihn rief. Dann habe ich ihn gesegnet, sodass er zahlreich wurde.
Hier wird Abraham als der geistliche Ursprung – der „Fels“ – des Volkes Israel bezeichnet. Nun sehen wir, dass Simon von unserem Herrn Jesus Christus den Namen Petrus (Kephas) erhielt: Ich aber sage dir: Du bist Petrus, Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen. Wie Abraham der Fels war, der berufen und gesegnet wurde, sodass er zahlreich wurde – wie sollte dann Petrus, der von Gott berufen wurde, nicht zahlreich werden, da er genau diesen Auftrag empfing? „Hört auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt und die ihr den HERRN sucht“ – ja, so höret auf den Herrn: Blickt auf den Felsen! So müssen wir nicht umherirren, um die Kirche Christi zu finden, sondern gewiss und vertrauensvoll auf den Felsen blicken! Petrus – der Fels der Kirche, des Volkes Gottes.
Letztlich will ich ein Drittes darlegen: 4. Mose 11:16-17 dort heißt es:
Da sprach der HERR zu Mose: Versammle mir siebzig von den Ältesten Israels, die du kennst, weil sie die Ältesten des Volkes und seine Listenführer sind; bring sie zum Offenbarungszelt! Dort sollen sie mit dir zusammen hintreten. Dann komme ich herab und rede dort mit dir. Ich nehme etwas von dem Geist, der auf dir ruht, und lege ihn auf sie. So können sie mit dir zusammen an der Last des Volkes tragen und du musst sie nicht mehr allein tragen.
Durchgehend gibt es einen sichtbaren Führer, der von Gott eingesetzt wurde. Wir sehen Mose als Gesetzgeber und Führer des Volkes, und nur er darf sich dem Herrn nähern und auf seinen heiligen Berg steigen – alle anderen nicht, sonst würden sie sterben, heißt es an anderer Stelle. Gewiss würde keiner zu behaupten wagen, Mose sei kein Gesetzgeber und keine Autorität, sondern nur Gott sei die Autorität. Offensichtlich ist die Autorität diejenige, die von Gott bestimmt wird und letztlich Gott selbst zum Ursprung hat.
Nun wagen die Ketzer zu behaupten, wir müssten die Autorität des Papstes nicht anerkennen, da wir einzig und allein Jesus als unseren Herrn haben. Ich antworte: Keiner der Juden hätte gewagt zu sagen: „Wir folgen Mose nicht, sondern wir folgen einzig und allein Gott“, denn dieser wurde von Gott erwählt und somit vom göttlichen Recht gewollt; daher folgt man Gott, wenn man Mose folgt. Daher sagen jene nichts anderes als: „Wir folgen Petrus nicht, denn wir sind nicht gehorsam gegenüber der Autorität Jesu Christi.“
Zudem sagt der Herr:
Auf dem Stuhl des Mose haben sich die Schriftgelehrten und Pharisäer gesetzt. (Mt 23,2)
Das göttliche Recht hat nicht aufgehört, obwohl Mose schon lange verstorben war, denn der Herr sagt:
Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten; denn sie reden nur, tun es aber nicht. (Mt 23,3)
Es ist daher offensichtlich, dass es ein „Amt“ gibt, das unabhängig von der Heiligkeit des Amtsinhabers eine göttliche Autorität besitzt. Der Stuhl des Mose wird ersetzt durch den Stuhl Petri!
Petrus hat auch elf weitere Unterstützer die mit ihm die Last tragen (weitere Bischöfe) die unter seiner Aufsicht stehen und die auch mit Petrus die Last tragen, wie aus 4. Mose 11:16-17 erhellt:
Ich nehme etwas von dem Geist, der auf dir ruht, und lege ihn auf sie. So können sie mit dir zusammen an der Last des Volkes tragen und du musst sie nicht mehr allein tragen.
Wenn nun aber die Autorität des Mose im Alten Bund die notwendige Bedingung für die Einheit des Volkes Gottes war, so ist die Autorität des Petrus im Neuen Bund die notwendige Bedingung für die Einheit des Leibes Christi. Wer diese Einheit zerbricht, indem er das Haupt auf Erden verleugnet, der kann sich nicht auf den Herrn berufen, dessen Gebot der Einheit er mit Füßen tritt.
Sancta Maria, Mater Dei, ora pro nobis peccatoribus, nunc et in hora mortis nostrae. Amen.
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