Seite wird geladen …
Gratisschriften zum katholischen Glauben — Nimm und lies! · Die aufgeführten Schriften besitzen die kirchliche Druckerlaubnis. Sie eignen sich für Schriftenstände, den Unterricht und die Katechese sowie für jede Form von Apostolat.
AnsehenSeite wird geladen …
Artikel
.jpg&w=3840&q=75)
Lesezeit ca. 5 Min.
Denn zu bestrafen oder zu belohnen steht dem zu, dem es zusteht, ein Gesetz zu erlassen: die Gesetzgeber veranlassen nämlich durch Belohnungen und Strafen die Beachtung des Gesetzes. Zur göttlichen Vorsehung gehört es aber, den Menschen ein Gesetz zu erlassen, wie aus dem oben Gesagten (III 114) ersichtlich ist. Also kommt es Gott zu, die Menschen zu bestrafen oder zu belohnen.
Außerdem. Überall, wo eine pflichtgemäße Ordnung auf ein Ziel hin besteht, führt notwendig diese Ordnung zum Ziel, eine Abweichung von der Ordnung aber verhindert das Ziel: denn was von einem Ziel her (bestimmt) ist, erlangt seine Notwendigkeit vom Ziel her, so daß sie (erfüllt) sein muß, wenn das Ziel folgen soll; und wenn diese Voraussetzungen ohne Einschränkung vorliegen, folgt das Ziel. Gott hat aber den Handlungen der Menschen eine Ordnung mit Hinblick auf das Ziel des Guten auferlegt, wie aus dem oben Gesagten (III 115) ersichtlich ist. Also erlangen, wenn diese Ordnung recht aufgestellt ist, diejenigen, die nach dieser Ordnung vorgehen, notwendig das Ziel des Guten, d. h. sie werden belohnt: die aber durch die Sünde von dieser Ordnung abweichen, werden (notwendig) vom Ziel des Guten abgehalten, d. h. sie werden bestraft.
Zudem. Wie die Naturdinge, so unterliegen auch die menschlichen Handlungen der Ordnung der göttlichen Vorsehung, wie aus dem oben Gesagten (III 90) ersichtlich ist. Beiderseits aber kommt es vor, daß die pflichtgemäße Ordnung bewahrt oder auch außer acht gelassen wird: es besteht jedoch der Unterschied, daß die Beachtung oder Übertretung der pflichtgemäßen Ordnung in die Gewalt des menschlichen Willens gegeben ist; es liegt dagegen nicht in der Gewalt der Naturdinge, ob sie von der pflichtgemäßen Ordnung abweichen oder sie befolgen. Die Wirkungen entsprechen aber notwendig ihren Ursachen durch Übereinstimmung. Wie also den Naturdingen aus Natur-Notwendigkeit Erhaltung und Gutes in ihnen selbst folgt, wenn in ihnen die pflichtgemäße Ordnung der Prinzipien und Handlungen bewahrt wird; Zerstörung und Schlechtes aber, wenn von der pflichtgemäßen und natürlichen Ordnung abgewichen wird: so folgt notwendig auch bei den menschlichen Dingen, wenn der Mensch die Ordnung des durch göttliche Eingebung auferlegten Gesetzes bewahrt, das Gute, nicht wie aus Notwendigkeit, sondern wie von der Austeilung eines Lenkers, das Belohntwerden; und umgekehrt (folgt), wenn die Ordnung des Gesetzes außer acht gelassen worden ist, das Schlechte, das Bestraftwerden.
Weiter. Zur vollkommenen Gutheit Gottes gehört es, daß sie nichts in den Dingen ungeordnet läßt: daher sehen wir, daß unter den Naturdingen alles Schlechte in die Ordnung irgendeines Guten eingeschlossen ist; so ist das Vergehen der Luft das Werden des Feuers, und die Tötung des Schafs ist die Ernährung des Wolfs. Da also die menschlichen Handlungen wie die Naturdinge der göttlichen Vorsehung unterstellt sind, ist notwendig das Böse, das in den menschlichen Handlungen geschieht, in die Ordnung irgendeines Guten eingeschlossen. Dies geschieht sehr angemessen dadurch, daß die Sünden bestraft werden. Denn in die Ordnung der Gerechtigkeit, die zur Gleichheit zurückführt, wird das eingebunden, was den erlaubten Freiraum überschreitet. Der Mensch überschreitet aber die erlaubte Grenze seines Freiraums, wenn er seinen Willen dem göttlichen Willen vorzieht und ihn gegen Gottes Ordnung befriedigt. Diese Ungleichheit wird nun (wieder) beseitigt, wenn der Mensch, gegen seinen Willen, gemäß der göttlichen Ordnung etwas zu leiden gezwungen wird. Notwendig werden also die menschlichen Sünden durch göttliche Einwirkung bestraft: und aus demselben Grund empfangen gute Taten ihre Vergeltung.
Ebenso. Die göttliche Vorsehung plant nicht nur die Ordnung der Dinge, sondern bewegt auch alles zur Ausführung der von ihr geplanten Ordnung, wie oben dargelegt worden ist (III 67). Der Wille aber wird von seinem Gegenstand her bewegt, der gut oder böse ist. Also gehört es zur göttlichen Vorsehung, den Menschen Gutes als Lohn vorzusetzen, um den Willen zu rechtem Handeln zu bewegen: und Schlechtes als Strafe, damit er die Ungeordnetheit meide.
Außerdem. Die göttliche Vorsehung hat die Dinge in der Weise angeordnet, daß eines dem andern nütze (III 77 f.). Völlig angemessen gelangt nun ein Mensch sowohl durch das Gute als durch das Böse eines anderen Menschen zum Ziel des Guten, wenn er dadurch zum guten Handeln angespornt wird, daß er sieht, wie gut Handelnde belohnt werden: und wenn er dadurch vom bösen Handeln abgehalten wird, daß er sieht, wie böse Handelnde bestraft werden.
Daher heißt es Ex 20, 5 f.: „Ich bin dein Gott, der die Ungerechtigkeit der Väter an den Söhnen heimsucht und denen Erbarmen gewährt, die mich lieben und meine Gebote halten.“ Und Ps 62, 13 heißt es: „Du vergiltst einem jeden nach seinen Werken.“ Und Röm 2, 6–8: „Er wird einem jeden nach seinen Werken vergelten: denen, die in der Beharrlichkeit des guten Werkes leben, vergilt er mit Ruhm und Ehre: denen aber, die nicht der Wahrheit beipflichten, sondern der Ungerechtigkeit glauben, vergilt er mit Zorn und Empörung.“
Hierdurch wird aber der Irrtum derjenigen ausgeschlossen, die behaupten, Gott strafe nicht. Marcion und Valentinus behaupteten nämlich, es gebe (zwei Götter:) einen guten Gott und (daneben) einen zweiten, gerechten Gott, der strafe.
Kostenlos · für iPhone und iPad · öffnet den App Store
Lesezeit ca. 11 Min.
Was ist Wahrheit? Thomas von Aquin ergründet das Verhältnis von Seiendem und Wahrem. Wahrheit ist die Übereinstimmung der Sache mit dem erkennenden Geist. Sie fügt dem Seienden nichts hinzu, sondern dessen Ordnung zum Verstand
Lesezeit ca. 5 Min.
Es scheint, dass die Heiligen im Himmel nicht für uns beten.
Lesezeit ca. 5 Min.
Warum die Fürbitte für eine verdammte Seele vor Gott niemals verloren geht, obwohl der Zustand der Verdammnis ewig und unwiderruflich ist.
Lesezeit ca. 18 Min.
Skrupel rauben den Frieden der Seele. Die Lehre der Heiligen ist klar: Wer einem gelehrten, frommen Beichtvater gehorcht, geht den sichersten Weg. Warum Skrupulanten ihre Angst verachten sollen – und der Herr den Gehorsamen nie verlässt.
Lesezeit ca. 6 Min.
Wer bittet, der empfängt; wer also nicht bittet, sagt die heilige Theresia, der erhält nichts. Und vor ihr sprach der heilige Jakobus: Iʜʀ ʜᴀʙᴛ ɴɪᴄʜᴛꜱ, ᴡᴇɪʟ ɪʜʀ ᴜᴍ ɴɪᴄʜᴛꜱ ʙɪᴛᴛᴇᴛ. (Jak 4,2)
Lesezeit ca. 15 Min.
„Ich fühle mich völlig von Gott verlassen“ ein Bischof im Gespräch mit einer Büßerin über geistliche Dürre, Skrupel und die Frage: Sucht man Gottes Willen oder nur den süßen Trost? Eine zeitlose Lektion über Demut und Vertrauen.