I-II, q. 13 a. 4
Ob sich die Wahl nur auf das bezieht, was durch uns geschieht?
Quaestio 13 · Von der Wahl, die ein Akt des Willens in Bezug auf die Mittel ist.
Einwand 1: Es scheint, dass die Wahl nicht nur in Bezug auf menschliche Handlungen besteht. Denn die Wahl betrachtet die Mittel. Nun sind nicht nur Handlungen, sondern auch die Werkzeuge Mittel (Phys. ii, 3). Also befasst sich die Wahl nicht nur mit menschlichen Handlungen.
Einwand 2: Ferner ist Handeln von Kontemplation unterschieden. Aber die Wahl hat sogar in der Kontemplation einen Platz; insofern eine Meinung einer anderen vorgezogen wird. Also befasst sich die Wahl nicht allein mit menschlichen Handlungen.
Einwand 3: Ferner werden Menschen für bestimmte Posten gewählt, seien es weltliche oder kirchliche, von denen, die keine Handlung in Bezug auf sie ausüben. Also befasst sich die Wahl nicht allein mit menschlichen Handlungen.
Dagegen spricht, dass der Philosoph sagt (Ethic. iii, 2): „Kein Mensch wählt, außer was er selbst tun kann.“
Ich antworte darauf, So wie die Intention das Ziel betrachtet, so betrachtet die Wahl die Mittel. Nun ist das Ziel entweder eine Handlung oder eine Sache. Und wenn das Ziel eine Sache ist, muss irgendeine menschliche Handlung dazwischentreten; entweder insofern der Mensch die Sache hervorbringt, die das Ziel ist, wie der Arzt die Gesundheit hervorbringt (weshalb die Hervorbringung der Gesundheit das Ziel des Arztes genannt wird); oder insofern der Mensch in irgendeiner Weise die Sache gebraucht oder genießt, die das Ziel ist; so ist für den Geizhals Geld oder der Besitz von Geld das Ziel. Dasselbe ist von den Mitteln zu sagen. Denn das Mittel muss notwendigerweise entweder eine Handlung sein; oder eine Sache, wobei eine Handlung dazwischentritt, durch die der Mensch entweder die Sache macht, die das Mittel ist, oder sie einem Gebrauch zuführt. Und so kommt es, dass die Wahl immer in Bezug auf menschliche Handlungen steht.
Antwort auf Einwand 1: Die Werkzeuge sind auf das Ziel hingeordnet, insofern der Mensch sie um des Zieles willen gebraucht.
Antwort auf Einwand 2: In der Kontemplation selbst gibt es den Akt des Intellekts, der dieser oder jener Meinung zustimmt. Es ist die äußere Handlung, die in Gegensatz zur Kontemplation gestellt wird.
Antwort auf Einwand 3: Wenn ein Mensch jemanden für ein Bischofsamt oder eine hohe Position im Staat wählt, wählt er, jenen Mann für diesen Posten zu benennen. Andernfalls, wenn er kein Recht hätte, bei der Ernennung des Bischofs oder Beamten zu handeln, hätte er kein Recht zu wählen. Ebenso, wann immer wir davon sprechen, dass eine Sache einer anderen vorgezogen (gewählt) wird, geschieht dies in Verbindung mit einer Handlung des Wählenden.