Wer ist es, der von Edom kommt, / in roten Kleidern von Bozra, prangend in seinem Gewand, / ausschreitend in seiner strotzenden Kraft? Ich bin es, der Gerechtigkeit redet / und Macht besitzt zu retten.
Warum ist rot dein Gewand / und dein Kleid wie das eines Keltertreters?
Die Kelter habe ich allein getreten, / von meinem Volk war niemand bei mir. Ich trat sie nieder in meinem Zorn / und zerstampfte sie in meinem Grimm, dass ihr Blut an meine Kleider spritzte / und ich mein Gewand besudelte.
Denn ein Tag der Rache lag mir im Sinn / und das Jahr der Erlösung war gekommen.
Ich schaute aus, doch es fand sich kein Helfer; / ich staunte, doch es fand sich kein Beistand. Da half mir mein eigener Arm / und mein Grimm war meine Stütze.
So zertrat ich die Völker in meinem Zorn / und zermalmte sie in meinem Grimm. / Ich ließ ihr Blut zur Erde rinnen.
Die Huld des Herrn will ich preisen, / die Ruhmestaten des Herrn / nach allem, was der Herr uns getan, und die reiche Güte, / die er uns erwiesen / in seinem Erbarmen und seiner großen Huld.
Er sprach: Sie sind ja mein Volk, / Söhne, die nicht treulos werden. Darum wurde er ihr Retter /
in all ihrer Drangsal. Kein Bote und kein Engel, / sondern sein Angesicht rettete sie. In seiner Liebe und seinem Mitleid / hat er sie erlöst, hob sie auf und trug sie / alle Tage der Vorzeit.
Sie aber empörten sich / und betrübten seinen heiligen Geist. Da wandelt er sich in einen Feind / und kämpfte selbst gegen sie.
Da dachten sie an die Tage der Vorzeit, / an die Zeit seines Knechtes Mose: Wo ist der, der den Hirten seiner Herde / aus dem Meer herausgeführt hat? Wo ist der, der seinen heiligen Geist / in ihn gelegt hat,
der zur Rechten des Mose / seinen herrlichen Arm gehen ließ, der vor ihnen die Wasser spaltete, / um sich einen ewigen Namen zu machen,
der sie durch die Wasserflut schreiten ließ, / wie Pferde durch die Steppe, / ohne dass sie strauchelten.
Wie das Vieh hinabsteigt ins Tal, / ließ der Geist des Herrn sie zur Ruhe kommen. So hast du dein Volk geleitet, / um dir einen ruhmvollen Namen zu machen.
Blicke vom Himmel herab und schau nieder / von deiner heiligen und herrlichen Wohnung! Wo ist dein Eifer und deine Macht, / das Beben deines Innern und dein Erbarmen? / Halte dich doch nicht von uns fern!
Denn du bist unser Vater; / Abraham weiß ja nicht um uns / und Israel kennt uns nicht. Du bist unser Vater; / ,, Unser Erlöser seit Anbeginn" ist dein Name.
Warum, Herr, hast du uns von deinen Wegen abirren lassen / und unser Herz verhärtet, dass wir dich nicht mehr fürchten? Wende dich wieder zu uns um deiner Knechte willen, / der Stämme deines Erbes!
Warum sind Gottlose in dein Heiligtum eingedrungen, / warum haben unsere Feinde deine heilige Stätte zertreten?
Uns geht es, als hättest du niemals über uns geherrscht, / als wären wir nicht nach deinem Namen genannt worden. Zerreiß doch den Himmel und steig herab, / so dass vor deinem Angesicht die Berge erbeben!