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1.
Ich will wider mich meine Bosheit bekennen; ich will Dir, o Herr, meine Schwachheit klagen. Oft nimmt mir etwas Geringes den Mut und versenkt mich in Traurigkeit. Ich mache zwar den Vorsatz, starkmütig zu handeln, aber sobald eine geringe Versuchung über mich kommt, werde ich in große Angst versetzt. Bisweilen entsteht aus einer geringen Kleinigkeit eine heftige Versuchung. Und da ich glaube, ich sei auf eine Zeit sicher, muss ich sehen, dass ich, ohne es zu merken, fast von einem leichten Hauche überwunden worden bin.
2.
Siehe also, o Herr, auf meine Niedrigkeit und auf mein Gebrechlichkeit, welche Dir genug bekannt ist. Erbarme Dich meiner, und ziehe mich aus diesem Schlamme, damit ich nicht stecken bleibe und in gänzliche Trostlosigkeit verfalle. Ich betrübe mich oft und werde vor Deinem Angesichte schamrot, dass ich so leicht falle und so schwach bin, den bösen Neigungen Widerstand zu leisten. Obwohl ich nicht gänzlich einwillige, so ist es für mich doch lästig und beschwerlich, dass ich von ihnen beunruhigt werde, es verursacht mir auch großen Widerwillen, dass ich beständig in diesem Streite leben muss. Daher erkenne ich meine Schwachheit, weil die hässlichsten Vorstellungen weit leichter in mein Herz sich einschleichen, als aus demselben verschwinden.
3.
O dass doch Du, starker Gott Israels, Du Eiferer getreuer Seelen, mich Deinen Diener in meiner Mühseligkeit und in meinen Schmerzen ansähest und mir in allem, was ich unternehme, beiständest! Befestige mich mit himmlischer Stärke, damit nicht der alte Mensch, die Sinnlichkeit, welche dem Geiste noch nicht ganz unterworfen ist, in mir herrsche, denn wider sie muss man beständig streiten, solange noch ein Hauch von diesem äußerst armseligen Leben übrig ist. Ach welch ein elendes Leben ist dies, wo man niemals von Anfechtungen und Trübsalen frei sein kann, wo alles von Nachstellungen und Feinden voll ist. Denn während eine Trübsal oder Versuchung weicht, wird man von einer anderen überfallen und indes noch der Streit mit der ersten dauert, folgen sogleich mehrere, und zwar ganz unvermutet, darauf.
4.
Und wie kann man wohl ein Leben lieben, welches so viel Bitteres hat und das so vielen Unglücksfällen und Armseligkeiten unterworfen ist? Ja wie kann man dieses Leben auch nur ein Leben nennen, da es so vielfältig Tod und Pest mit sich bringt? Und doch liebt man es und viele suchen, in demselben ihre Freuden und Ergötzungen zu finden. Man tadelt oft die Welt wegen ihrer Betrügereien und wegen ihrer Eitelkeit, und doch will man sich nicht entschließen, dieselbe zu verlassen, weil die Begierlichkeit des Fleisches allzu sehr herrscht. Einerseits werden wir gereizt, die Welt zu lieben, andererseits wird sie uns als verächtlich vorgestellt. Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens zieht uns zur Liebe dieser Welt hin, aber wegen der Strafen und des Elendes, welches mit Recht darauf folgt, wird uns die Welt verhasst und ekelhaft.
5.
Und doch wird leider eine Seele, welche der Welt ergeben ist, von der sündhaften Ergötzlichkeit überwunden. Sie glaubt, sie werde unter den Dornen Freude finden, weil sie weder gesehen, noch verkostet hat, wie lieblich der Umgang mit Gott und wie holdselig die Tugend ist. Die aber die Welt vollkommen verachten und sich befleißen, nach einer heiligen Vorschrift nur für Gott zu leben, kennen wohl jene göttliche Süßigkeit, welche denen verheißen ist, die wahrhaft allem entsagen. Sie sehen auch viel besser ein, wie sehr die Welt irrt und wie mannigfach sie betrogen wird.
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Ein flammender Appell: Taufschein allein genügt nicht. Wie Hieronymus vor dem Richter müssen wir uns fragen: Sind wir wirklich Christen oder nur dem Namen nach? Mehr Ehrlichkeit! Wer katholisch heißt, lebe auch katholisch.
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Der Mensch lebt vom Gesetz, baut Staaten darauf, sperrt Menschen lebenslang ein – und empört sich über Gottes Gesetz. Dieser Widerspruch ist kein Versehen. Er ist Herzensblindheit. Eine Analyse, die anklagt.
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Viele leben in Todsünde und merken es nicht. Die moderne Welt hat das Gewissen umgedeutet, die Sünde verharmlost und Gott zum Schweigen gebracht. Ein Mahnruf, der unbequem ist, aber notwendig.
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Thomas von Aquin beweist die Vergänglichkeit der Tierseele. Da ihre Tätigkeiten (Wahrnehmung und Bewegung) an den Körper gebunden sind, kann sie ohne ihn nicht fortbestehen. Platons Unsterblichkeitsthese wird widerlegt.
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Damit wir aber die Natur der Religion erkennen können, wollen wir nach dem Ursprung dieses Namens fragen. Der Name „Religion“ ist also, wie Augustinus im Buch Über die wahre Religion anzudeuten scheint, von „wiederverbinden“ [religare] genommen. Im eigentlichen Sinn aber heißt dasjenige gebunden,…
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Was Robert Mäder 1923 anprangerte, ist heute noch schlimmer: die Abkehr der Gesellschaft von Gott. Ein zeitloser Aufruf zur Rückkehr zum Christkönigtum gegen den modernen Liberalismus.