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Das Wort „Amen“ ist viel mehr als nur ein rituelles Schlusszeichen am Ende eines Gebets. Im katholischen Glauben besitzt es eine enorme theologische Tiefe, die weit über ein schlichtes „Das war’s“ oder „Hoffentlich passiert es“ hinausgeht.
Wenn du im katholischen Kontext ein tiefes „Amen“ sprichst, tust du im Grunde drei Dinge gleichzeitig: Du bestätigst die Wahrheit, du gehst ein Bündnis ein und du bekennst dich zu einer Person – zu Jesus Christus selbst.
1. Die hebräische Wurzel: Festigkeit und Treue
Das Wort stammt aus dem Hebräischen (A-M-N) und ist eng verwandt mit dem Begriff Emunah (Glaube/Vertrauen). Ursprünglich bedeutet es:
Wenn wir „Amen“ sagen, meinen wir im Hebräischen also nicht „Hoffentlich klappt es“, sondern: „Es steht felsenfest.“ Es ist das Fundament, auf dem wir stehen.
2. Jesus selbst ist das „Amen“
Amen ist ein Name Gottes.
Im Buch der Offenbarung (Off 3,14) stellt sich Jesus Christus selbst mit diesem Wort vor:
An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der Amen heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes
Und der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief (1,20):
Denn er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat. Darum ergeht auch durch ihn das Amen zu Gottes Lobpreis, vermittelt durch uns.
Jesus ist das fleischgewordene „Ja“ Gottes zu uns Menschen – und unsere einzige Möglichkeit, ein vollkommenes „Ja“ (Amen) zum Vater zurückzusprechen. Wenn wir also beten „Durch Christus, unseren Herrn. Amen“, dann beten wir nicht mit einem Wort, sondern in einer Person.
3. Das „Amen, Amen“ Jesu
In den Evangelien fällt auf, dass Jesus das Wort „Amen“ ganz anders benutzt als alle Rabbiner vor ihm. Die Propheten im Alten Testament sagten immer: „So spricht der Herr...“ (sie legitimierten sich durch Gott). Die Rabbiner setzten das Amen ans Ende eines Gebets.
Jesus aber setzt es an den Anfang seiner Worte: „Amen, Amen, ich sage euch...“ (in älteren Übersetzungen oft mit „Wahrlich, wahrlich“ übersetzt).
Damit bürgt Jesus mit seiner eigenen, göttlichen Autorität für die Wahrheit dessen, was folgt. Er braucht keine höhere Instanz, um seine Worte zu bestätigen. Er ist selbst die Wahrheit.
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